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06.04.2011

12:47 Uhr

"In Notsituationen"

Lafontaine will wieder in die Bundespolitik

Für Notsituationen schließt der ehemalige Vorsitzende der Linken, Oskar Lafontaine, eine Rückkehr in die Bundespolitik nicht aus. Was jedoch eine Notsituation sein könnte, ließ die Partei offen.

Oskar Lafontaine im Jahr 2009 auf einer Konferenz in Erfurt. Quelle: dpa

Oskar Lafontaine im Jahr 2009 auf einer Konferenz in Erfurt.

Berlin Der frühere Linke-Vorsitzende Oskar Lafontaine kann sich eine Rückkehr in die Bundespolitik vorstellen. „Er schließt es für Notsituationen nicht aus“, sagte der Bundestagsfraktionschef Gregor Gysi am Mittwoch in Berlin. Im Augenblick habe Lafontaine aber nicht die Absicht, ein bundespolitisches Spitzenamt zu übernehmen.

Was eine Notsituation ist, wollte Gysi nicht sagen. Er selbst sehe eine solche Lage derzeit nicht, betonte er. Der Fraktionschef berief sich bei seinen Aussagen auf ein Gespräch, das er mit Lafontaine über die Lage der Partei geführt hat. Lafontaine hatte sich im vergangenen Frühjahr wegen einer Krebserkrankung vom Parteivorsitz zurückgezogen. Seitdem führen Gesine Lötzsch und Klaus Ernst die Partei. Die Doppelspitze ist innerparteilich umstritten. Nach den Wahlniederlagen der Linken in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz waren Spekulationen über eine Rückkehr Lafontaines wieder hochgekocht.

Der saarländische Landtagsfraktionschef hatte erst Mitte März erklärt, dass er sich von seiner Erkrankung erholt hat. Spekulationen über eine Rückkehr in die Bundespolitik trat er selbst in Interviews aber entgegen. Er wolle zwar in Wahlkämpfen aktiv sein, habe aber keine darüber hinaus gehenden Ambitionen, sagte er.

Lafontaine lehnte am Mittwoch über eine Sprecherin eine Stellungnahme zu den Äußerungen Gysis ab. Der 67-jährige führte die Partei nach der Gründung 2007 zusammen mit Lothar Bisky drei Jahre lang. Die beiden wirkten auch maßgeblich an dem Entwurf für das neue Parteiprogramm mit, das in diesem Herbst beschlossen werden soll.

Lötzsch und Ernst sind bis zum Frühjahr 2012 gewählt. Gysi sprach sich dagegen aus, vorher über einen Wechsel an der Parteispitze zu diskutieren. „Personaldebatten brauchen wir nicht.“ Der Fraktionsvorsitzende forderte stattdessen eine inhaltliche Diskussion nach den Wahlschlappen. „Personen sind immer wichtig in der Politik, aber Inhalte sind wichtiger.“

Von

dpa

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