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26.08.2013

12:30 Uhr

„Inakzeptabel und widerlich“

SPD kritisiert Attacken auf „Fünf-Prozent“-Partei AfD

VonDietmar Neuerer

ExklusivDie Alternative für Deutschland beklagt zunehmend Übergriffe bei Wahlveranstaltungen. Parteichef Lucke fordert Konsequenzen. Rückendeckung kommt aus der SPD, die solche Attacken für undemokratisch hält.

AfD-Chef Lucke

„Wir sind ein Opfer von politisch motivierter Gewalt“

AfD-Chef Lucke: „Wir sind ein Opfer von politisch motivierter Gewalt“

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BerlinDer Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises in der SPD, Johannes Kahrs, hält es für inakzeptabel, bei Wahlveranstaltungen Vertreter einer Partei anzugreifen, die wie die Alternative für Deutschland (AfD) in den Bundestag einziehen könnte. „Die AfD hat eine gute Chance, deutlich über fünf Prozent der Stimmen zu erzielen. Jeder Versuch, einzelne Vertreter dieser Partei anzugreifen, ihre Plakate zu zerstören und ihren Wahlkampf zu verhindern, ist undemokratisch“, sagte Kahrs Handelsblatt Online. Die AfD sei ein politischer Mitbewerber, betonte er. Sie bewege sich auf dem Boden unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung.

Der AfD-Chef Bernd Lucke war am Samstag in Bremen von einer Bühne gestoßen und mit Pfefferspray attackiert worden, blieb aber unverletzt. Ein weiteres Parteimitglied wurde mit einem Messer verletzt, zahlreiche Besucher litten unter Beschwerden durch Reizgas. Lucke blieb unverletzt. Die Polizei nahm drei Angreifer im Alter von 22, 25 und 27 Jahren fest. Ihnen wird schwerer Landfriedensbruch vorgeworfen. Fahnder gingen von einem linksautonomen Umfeld aus. Einer der Festgenommenen ist einschlägig bekannt.

Wer die AfD anführt

Bernd Lucke, Sprecher

Bernd Lucke ist Professor für Makroökonomie an der Universität Hamburg, 2004 war er Berater der Weltbank. Lucke sieht sich als „Christdemokrat, der von seiner Partei verlassen wurde“ und so verließ er nach 33 Jahren Mitgliedschaft die CDU, in die er mit 16 eintrat. Er fordert eine geordnete Auflösung des Euro-Zwangsverbandes. Eine Option sei die Einführung von Parallelwährungen. Dafür müsste Deutschland eine Änderung der Verträge erzwingen.

Konrad Adam, Sprecher

Der ehemalige FAZ-Redakteur vertrat schon 2003 die Meinung, dass die fehlende Einheit von Staatsvolk und Staat die EU geradewegs zur Despotie führen müsse. Denn die bürokratische Zentrale in Brüssel ziehe mehr und mehr Kompetenzen an sich, die nicht durch Volkszustimmung legitimiert seien. 2005 bezeichnet er die europäischen Politiker als „zeitgerecht regierende Tyrannen“, die sich von dem „Glauben an den Legitimationsbedarf jeglicher Herrschaft“ losgesagt hätten.

Frauke Petry, Sprecherin

Frauke Petry wurde am 1. Juni 1975 geboren. Sie ist Mitglied des Sächsischen Gleichstellungsbeirats und Landesbeauftragte für Sachsen des Vereins zur Unterstützung der Wahlalternative 2013. Außerdem ist sie Trägerin des Bundesverdienstordens.

Alexander Gauland, stellvertretender Sprecher

Gauland war bis 2011 Mitglied der CDU und in den 1980er Jahren Staatssekretär in der hessischen Staatskanzlei unter Ministerpräsident Walter Wallmann. Gauland beklagt den Verlust des Konservativen in der CDU und ist ein vehementer Gegner des „Brüsseler Großstaats“. Er war schon immer ein Euro-Skeptiker. Für ihn ist Europa ein „Kontinent der Nationen“ ohne gemeinsame europäische Kultur. Die Einführung des Euro sieht er vornehmlich
dem Interesse der anderen Staaten geschuldet, ein zu starkes Erstarken Deutschlands zu verhindern.

Kahrs sagte dazu: „Ich halte diese Vorfälle für unerträglich, inakzeptabel und widerlich.“ Angriffe auf demokratische Parteien seien nicht hinzunehmen und zu verfolgen. Hier müssten alle demokratischen Parteien zusammenstehen. „Man muss nicht die Standpunkte der AfD teilen, um ihr Recht, ungestört Wahlkampf zu machen, zu verteidigen“, betonte der SPD-Politiker.

Lucke forderte ein schärferes Vorgehen gegen linke Gewalt. Er sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, es sei „an der Zeit, die Geduld mit linksextremen Gruppierungen aufzugeben und offensiver mit kriminellen Strukturen umzugehen“.

Kommentare (161)

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Account gelöscht!

26.08.2013, 12:42 Uhr

Die linken Chaoten sind eine ernste Gefahr für Frieden und Freiheit.

Denen geht es nur darum, Terror zu machen und zu zerstören, weil sie selbst nur gestörte Persönlichkeiten sind.

Account gelöscht!

26.08.2013, 12:45 Uhr

"shooting star" der letzten Woche.
Vor paar Tagen lag die AfD noch bei 1 Prozent. Gab die "bundesdeutsch pasadarangesteuerte Presselandschaft" so von sich. Noch paar Wochen...

pro-D

26.08.2013, 12:46 Uhr

Mann kann über die AfD denken,w as man will, denn sie ist eh ne Eintagsfliege, aber die selbstgefälligen, fetten Hauptparteien (SPD-CDU-FDP) werden mit ihrer Hetze langsam schamlos.

Pfui, was man uns als von den alliiierten Siegermächten da für einen Schrott an Politikern vorgestzt hat.

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