Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.05.2011

17:29 Uhr

Informantenjagd

Schäubles Maulwurf soll "feuchte Hände" haben

Wer auch immer der Maulwurf im Finanzministerium ist, wenn Wolfgang Schäuble ihn in die Finger bekommt, kann er sich auf ein Donnerwetter gefasst machen. "Feuchte Hände" sind jetzt schon garantiert.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ist auf Maulwurfsjagd. Quelle: dpa

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ist auf Maulwurfsjagd.

BerlinFinanzminister Wolfgang Schäuble lässt in seinem Haus nach einem Mitarbeiter suchen, der interne Informationen an Journalisten weitergegeben haben soll. „Wir versuchen dem nachzugehen“, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag in Berlin. „Wenn jemand zu identifizieren wäre, müsste der feuchte Hände kriegen.“ Schäuble zeigte sich aber skeptisch, dass die Person wirklich gefunden wird. „Mein Optimismus, dass wir das herausbekommen werden, ist ein begrenzter.“

Nach einem Bericht des „Handelsblatts“ hat sich Schäuble massiv darüber geärgert, dass aus seinem Ministerium ein Vorbereitungspapier zu dem Treffen einiger Finanzminister am vergangenen Freitag in Luxemburg weitergegeben wurde. In dem Papier wurden die Folgen eines möglichen Austritts Griechenlands aus der Währungsunion beschrieben. Die Veröffentlichung führte zu heftigen Spekulationen an den Finanzmärkten, der Euro-Kurs sackte um einige Cent ab.

Zur Frage, wie der Informant gefunden werden sollte, sagte Schäuble, die konkrete Vorgehensweise sei nicht seine Sache. Den Angaben zufolge wurde in einer ersten Analyse den Kreis derer, die direkten Zugang zu dem Papier hatten und die Inhalte kannten, auf knapp 20 Mitarbeiter eingeschränkt. Auch E-Mail-Zugänge würden geprüft. Die Indiskretion könnte personelle Konsequenzen nach sich ziehen. Die Beamten sollen nach dem Willen Schäubles dienstrechtliche Erklärungen abgeben, dass sie sich an ihre Verschwiegenheitspflicht gehalten haben, schreibt das "Handelsblatt".

Auf den Hinweis seines Sprechers Martin Kotthaus, dass von Mitarbeitern dienstliche Erklärungen eingefordert werden könnten, sagte Schäuble: „Da würde ich jedem raten, keine falsche (Erklärung) abzugeben."

Kommentare (10)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Montaillou

12.05.2011, 17:58 Uhr

Despot!

Schnauzevoll

12.05.2011, 18:13 Uhr

Dr. Schäuble weiß von 100.000 DM nichts mehr und Kohl verschweigt bis heute die Parteispender der CDU und müßte im Knast sitzen. Genauso wie mancher Bankster und EU-Diplomat. Ist das ein Rechtsstaat???
Deutsche, habt ihr schon wieder alles vergessen.
Parteispendenskandale, Exportlügen auf Pump, Agenda 2010, Hartz IV, Gesundheitsreform, D-Mark Abschaffung und so viele andere Schweinereien der letzten Jahre!

Genauso wie sie uns damals an der Nase herumgeführt haben, machen sie es heute mit dem Euro und der EU.
Uns Normalbürgern würde es ohne Euro bedeutend besser gehen - das ist Fakt.
Nur diejenigen, die Auslandsvermögen besitzen, wären die Verlierer. Wer außer den 10% Vermögenden hat in D Auslandsvermögen oder Immobilien?
Damit die reichsten 10% der Bevölkerung (meist Eurobefürworter) weiter leistungsloses Einkommen durch Zins und Anlage generien können, müßen die restlichen 73 Millionen Bundesbürger bald bis 70 malochen und als Steuerdepp die EU-Rettung finanzieren.
Googlet mal, was so ein EU-Bürokrat im Jahr verdient und welche Zulagen zusätzlich noch bezahlt werden. Ebenso hochinteressant ist der Steuuersatz, den die EU-Heinis von ihrem Brutto abführen müssen.
Mir stinkt es gewaltig und mir ist die EU scheissegal.
Die Globalisierung ist kein Naturgesetz oder Gottgegeben, sondern Werk neoliberaler Ausbeutungs-, Ausbreitungs- und Profitstreben. Unterstützt von korrupten, käuflichen Politikern, die für ihr eigenes Fortkommen und ihre Karriere den Souverän betrügen, belügen, plagiieren (Ex-Dr. Googleberg, Koch-Mehrin, Stoiber-Tochter Saß, und wahrscheinlich noch einige andere Betrüger).


Molotowcocktail

12.05.2011, 18:34 Uhr

Darf man Dr. Schäuble nach dieser Aussage öffenbtlich als Lügner benennen?
http://www.handelsblatt.com/panorama/pinocchio-des-tages/erwischt-/3728114.html

Zitat/Handelsblatt:

„Das sind Obergrenzen.“
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble am 2.5.2010 zum deutschen Anteil von 22,4 Milliarden Euro am griechischen Rettungspaket

Angesichts der Dramatik, mit der sich die Schuldenkrise nicht nur in Griechenland entwickelt, erscheint Schäubles Satz aus heutiger Sicht geradezu naiv. Zwar ist es verständlich, dass der Bundesfinanzminister die Nervosität der Märkte nichtweiter anheizen wollte. Doch was Schäuble vor einem Jahr als Obergrenze bezeichnete, war bereits eine Woche später Makulatur. Denn da wurde der Euro-Rettungsschirm mit über 750 Milliarden Euro beschlossen. Der deutsche Anteil daran beträgt 123 Milliarden Euro. Jetzt wird bereits über weitere Griechenland-Hilfen von 60 Milliarden Euro diskutiert. Auch Schäuble mag keinen Höchstbetrag mehr benennen. Das Wort „Obergrenze“ haben er und seine Kanzlerin aus dem Sprachschatz gestrichen. Schade!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×