Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.08.2013

17:02 Uhr

Initiative des Wirtschaftsministers

Rösler will Neuen Markt wiederbeleben

ExklusivVor zehn Jahren musste die Deutsche Börse nach einer Serie von Skandalen und Kursverlusten den Neuen Markt schließen. Jetzt will Bundeswirtschaftsminister Rösler den umstrittenen Wachstumsmarkt wiederbeleben.

Deutsche Börse

Die Rückkehr des Neuen Marktes

Deutsche Börse: Die Rückkehr des Neuen Marktes

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

DüsseldorfVor zehn Jahren musste die Deutsche Börse nach einer Serie von Skandalen und dramatischen Kursverlusten ihr Wachstumssegment Neuer Markt schließen. Jetzt will Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) nach Informationen des Handelsblatts (Montagsausgabe) den umstrittenen Wachstumsmarkt wiederbeleben. Rösler verfolgt mit seiner Initiative vor allem das Ziel die Wachstumsfinanzierung junger innovativer Unternehmen in Deutschland zu verbessern.

Nach Informationen des Handelsblatts trafen sich im Juni erstmals Vertreter des Wirtschaftsministeriums, der Deutschen Börse und des Bundesverbands Deutsche Startups, um die Chancen für eine Wiederbelebung des Neuen Markts auszuloten. Anfang August sprachen dann Rösler und der Vorstandschef der Deutschen Börse Reto Francioni in Frankfurt über das Thema. Die Börse stehe den Plänen „sehr positiv“ gegenüber, heißt es in Finanzkreisen. Im Berliner Ministerium heißt es, der Plan passe zum Aufbau einer starken deutschen Internet-Wirtschaft.

2000, auf dem Höhepunkt des Neuen Marktes, wagten in Deutschland mehr als 140 Firmen den Börsengang. 2012 waren es gerade einmal acht. „Derzeit wird man fast belächelt, wenn man bei Investoren den Börsengang als eine Option angibt“, sagte Florian Nöll, Chef des Bundesverbands Deutsche Startups dem Handelsblatt. Damit fehlt sogenannten Wagniskapitalfinanzierern („Venture Capital“) eine wichtige Ausstiegsmöglichkeit.

Diese Investoren beteiligen sich an jungen Wachstumsfirmen und unterstützen sie während der frühen Wachstumsphase. Danach verkaufen die Venture Capital Gesellschaften ihre Anteile häufig über die Börse. Mit dem Untergang des Neuen Marktes erlitt aber auch die junge Wagniskapital-Kultur in Deutschland einen schweren Rückschlag. Seit 2008 halbierte sich deren Volumen.

2012 wagten sich gerade einmal drei Neuzugänge in den Entry Standard der Deutschen Börse, das 2005 gegründete Segment mit den geringsten Anforderungen an Börsenneulinge.Jetzt prüfen das Wirtschaftsministerium und die Börse nach Informationen des Handelsblatts mehrere Optionen, die den Zugang innovativer Firmen zum Kapitalmarkt verbessern sollen. Entweder soll der Entry Standard attraktiver für junge High-Tech-Firmen werden, oder die Börse gründet gleich ein neues Segment mit noch einfacheren regulatorischen Anforderungen als im Entry Standard.

„Das Unternehmen, für das wir das neue Börsensegment planen, dürfte in der Regel bereits einen Umsatz von 30 bis 50 Millionen Euro machen und hat 100 bis 500 Mitarbeiter“, erläutert Startup-Spezialist Nöll. Zielgruppe des „neuen“ Neuen Markts sollen laut Nöll „institutionelle Investoren, etwa Versicherer, nicht Privatanleger“ sein. „Wir wollen nicht die Fehler des Neuen Marktes wiederholen“. Der Verbandschef hoff, dass das neue Börsensegment bereits „Mitte 2014 starten könnte“.

Kommentare (36)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

OleLakshmiMuellerSchabrunski

18.08.2013, 17:21 Uhr

Meine Damen und Herren,

der neueste Plan unseres Wirtschaftsministers...

Torsten_Steinberg

18.08.2013, 17:34 Uhr

Wenn man die Fehler der Kapitalvernichtungsmaschinerie des Neuen Marktes, die vor 10 Jahren gemacht worden sind, nicht wiederholen will, ist es das Naheliegendste und Einfachste, von einer Wiederbelebung dieses börslichen "Wachstums"-Segments die Finger zu lassen.

Wie will man die Investoren ernsthaft auf institutionelle Anleger wie Versicherungen beschränken? Keine Chance! Sobald ein oder zwei Start-ups erfolgreich sind und schlagzeilenträchtig entsprechend fantastische Renditen abwerfen, wird auch der gierige Privatanleger Blut lecken und in seinem Wunschdenken die Risiken geringer einschätzen als sie wirklich sind. Eine Weisheit dies, die älter ist als 10 Jahre, älter als Rösler sogar. Nur wenig jünger wohl, als die Menschheit. Aber woher soll ein Rösler das wissen? Ist ja schließlich kein Historiker, sondern kommt einem ewigen Yuppie näher.

Um neue Geschäftsideen und junge Unternehmen auf der einen und Risikokapital auf der anderen Seite zusammenzubringen sollte es im Widerschein von Bankenkrise und Zusammenbruch des Neuen Marktes seriösere Wege geben als die Börse. Alle an diesem neuerlichen Versuch Beteiligten wissen das bestimmt, und so kann man sie nicht Dummköpfe rufen, sondern schlicht Heuchler.

KapitalvernichtenderSchmarotzer

18.08.2013, 18:17 Uhr

Rösler sollte sich am besten seinen Parteigenossen LINDNER als Experten nehmen.

Der hat ja bekanntlich ein Millionensümmchen uns Steuerzahler mit seiner "Schrottfirma" die von uns allen subventioniert wurde, gekostet.

Heute saugt sich Lindner weiter mit Diäten und Pensionen voll und hat per Saldo noch nichts Sinnvolles geleistet. ausser dummes Geschwätz von sich gegeben.

Aber vielleicht will Rösler ja ein Startup gründen, wenn die FDP nächsten Monat an 5% scheitern wird!!!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×