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06.02.2012

15:28 Uhr

Innenminister verteidigt Heveling

Friedrich wirft Netzgemeinde Wildwest-Methoden vor

VonThomas Sigmund

ExklusivAuch im Internet gelten die „Grundprinzipíen von Demokratie und Anstand“, wettert Bundesinnenminister Friedrich. Damit kritisiert er die Netzgemeinde, die dem CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling übel mitgespielt habe.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich. dpa

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich.

BerlinBundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) wirft der Netzgemeinde im Fall des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling Wildwest-Methoden vor: „Herr Heveling hatte eine andere Meinung und die Internetaktivisten legen seine Homepage lahm. Das verstehe ich nicht unter Demokratie“, sagte Friedrich dem Handelsblatt.

Heveling hatte in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt  umstrittene US-Gesetzesinitiativen für einen strengen Urheberrechtsschutz befürwortet und die Gesetzesgegner als „digitale Maoisten“ bezeichnet. „Liebe Netzgemeinde: Ihr werdet den Kampf verlieren“, schrieb der 39 Jahre alte Jurist. Damit entfachte der CDU-Politiker einen Sturm der Entrüstung im Internet und musste sich in den einschlägigen sozialen Netzwerken kritische und spöttische Einwürfe gefallen lassen. Seine Internetseite war zeitweilig gekapert und mit satirischen Beiträge bestückt worden.

Gastkommentar: Netzgemeinde, ihr werdet den Kampf verlieren!

Gastkommentar

Netzgemeinde, ihr werdet den Kampf verlieren!

Das Web 2.0 ist bald Geschichte, glaubt der CDU-Bundestagsabgeordnete Ansgar Heveling. Die Revolution der „digitalen Maoisten“ gehe vorbei, die Frage sei nur, wie groß die Schäden sind. Er fordert: Bürger, seid wachsam!

Davon hatte sich der Heveling nicht beirren lassen: Er habe in letzter Zeit beobachtet, „dass ein offener Diskurs zu den Fragen von Freiheit und Eigentum im Internet schwer geworden ist“, legte er nach. Er würde den Gastbeitrag "wieder genau so schreiben und veröffentlichen.“

Der Bundesinnenminister schlägt in die gleiche Kerbe und kritisiert die Netzgemeinde, die für sich Sonderregeln beanspruche. „Es sollten die normalen Grundprinzipien von Demokratie und Anstand gelten, wie man miteinander umgeht“, betont Friederich. „Wir kennen Spielregeln im Straßenverkehr oder aus dem Strafrecht."  Darüber dürfe sich auch die Internetgemeinde nicht hinwegsetzen. Der Innenminister räumte allerdings ein, dass es nicht einfach sei, allgemein gültigen Gesetze auch im Internet durchzusetzen.

Kommentare (44)

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Account gelöscht!

06.02.2012, 15:44 Uhr

Um das ganze mal dem Niveau anzupassen: *räusper* "Pussy!" Viele Dank für ihre Aufmerksamkeit

Account gelöscht!

06.02.2012, 15:48 Uhr

Wer das Internet beherrscht, der beherrscht die Welt. Dies wird die Zukunft sehr drastisch zeigen. Parteien und Laender werden dabei unwichtig. Da die Masse einfach zu manipulieren ist, sehe ich da eine grosse Gefahr. Aber dies wird sich durch Politik im heutigen Sinne nicht vermeiden lassen. Sie wird durch flexible Interessensgruppen ersetzt werden.

Audit

06.02.2012, 15:57 Uhr

Nunja, die Methoden der aussterben Dinosaurier gelten im kommenden Wassermannzeitalter immer weniger. Wer das nicht zur Kenntnis nimmt, der wird auf der selben Müllhalde landen, wie Erich Honecker. Selbst Michael Gorbatschow sagte mal: „ Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“.

Wie alle können das netzt sehr wohl nutzen.
Aber es ist ein NETZ und keine hierarchische Befehlspyramide. Wer diese Unterschiede nicht verstehen kann, wird bald Schnee der Vergangenheit sein. Die CSU sollte aufpassen, dass sie nicht bald neben der FDP auf dem Friedhof der verstorbenen Seelen Platz nehmen kann.

Wir beanspruchen für uns keine Sonderrechte, wir sind doch keine (bestechlichen-) Politiker, die wie eine Mafia SO LANGE Immunität haben, wie der ganze Haufen zusammenhält. Wenn sich jemand über die Regeln im Straßenverkehr hinweg setzt, dann die Politiker mit Immunität.

Die parken, wo sie wollen
Fahren so schnell, wie sie wollen
Lügen, schlimmer als Münchhausen

Und kein Gericht darf sie belangen, denn sie haben Immunität.

Und jetzt kommen wir mit dem Internet und nutzen UNSER Medium.
Ich kann nur eins sagen: „Macht mit, nach unseren ethischen Werten, oder ihr landet auf dem Müllhaufen der Geschichte“.



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