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09.05.2017

12:15 Uhr

Insa-Umfrage

SPD sinkt auf niedrigsten Wert seit Schulz-Wahl

Nach den enttäuschenden Ergebnissen der SPD bei den Wahlen im Saarland und in Schleswig-Holstein muss die Partei einen weiteren Dämpfer hinnehmen: In den Umfragewerten verliert die SPD weiter an Boden.

Laut der Umfrage, fällt sie SPD auf den niedrigsten Wert seit der Wahl von Martin Schulz zum Parteichef und Kanzlerkandidaten. AP

Martin Schulz

Laut der Umfrage, fällt sie SPD auf den niedrigsten Wert seit der Wahl von Martin Schulz zum Parteichef und Kanzlerkandidaten.

BerlinWeiterer Dämpfer für die SPD im Bund: In einer Insa-Umfrage für die „Bild“-Zeitung kommen die Sozialdemokraten nur noch auf 27 Prozent und damit auf den niedrigsten Wert in einer Insa-Umfrage seit der Wahl von Martin Schulz zum Parteichef und Kanzlerkandidaten. Im Vergleich zur Vorwoche verliert die SPD damit 1,5 Punkte. Schon bei der Wahl in Schleswig-Holstein war die in dem Land regierende SPD am Sonntag nur auf 27,2 Prozent der Stimmen gekommen und landete damit knapp fünf Punkte hinter der CDU.

CDU/CSU verbessern sich bei Insa um einen Zähler auf 35 Prozent. Den dritten Platz teilen sich Linke und AfD mit jeweils zehn Prozent. Grüne und FDP erreichen sieben Prozent. Damit wäre im Bund neben einer großen Koalition auch ein Jamaika-Bündnis aus Union, Grünen und FDP möglich, wie es in Schleswig-Holstein von der CDU angestrebt wird. „Die Stärke der Union und die Schwäche der SPD schafft Alternativen zur großen Koalition“, sagte Insa-Chef Hermann Binkert der „Bild“.

Dafür steht SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz

Präsenz

Schulz verdankt seinen Aufstieg in Brüssel Eigenschaften, die ihm Freunde und Gegner gleichermaßen zuschreiben: Ehrgeiz, Arbeitseifer, klare Sprache, Machtbewusstsein. Vor allem als EU-Parlamentspräsident und als Spitzenkandidat der Sozialdemokraten bei der Europawahl 2014 schärfte er nicht nur sein eigenes Profil, sondern gab Europa eine starke Stimme. Der Christsoziale Manfred Weber würdigte Schulz zum Abschied aus Brüssel als kraftvollen und durchsetzungsstarken Europäer.

Klare Botschaften

Der designierte SPD-Kanzlerkandidat gilt als Politiker, der Streit nicht aus dem Weg geht. Zuletzt übte er zum Beispiel heftige Kritik am EU-Mitgliedsland Ungarn und dessen Referendum zur Flüchtlingspolitik. Wachsenden Nationalismus und Rechtspopulismus verurteilte er scharf und verlangte Einsatz für das europäische Gesellschaftsmodell gegen die „Feinde der Freiheit“. Seine eigene Partei mahnt er, normalen Menschen zuzuhören und auf ihre Nöte einzugehen. Die Krise der EU trieb ihn um – wobei er gerne die Brüsseler Perspektive einnahm und vor allem den Streit der Mitgliedsstaaten kritisierte.

Anpacken

Obwohl das Amt als EU-Parlamentspräsident eher zeremoniell angelegt ist, präsentierte sich Schulz als Macher. Ein Beispiel: der Handelspakt Ceta mit Kanada. Im Herbst überzeugte er die vom Streit mit der Wallonie völlig entnervte kanadische Ministerin Chrystia Freeland, ihre Abreise zu verschieben und sich noch ein letztes Mal mit ihm zu treffen. Fernsehkameras standen bereit, das Überraschungsgespräch im Morgengrauen zu dokumentieren. Letztlich wartete Kanada die europäischen Kapriolen dann geduldig ab, und das Abkommen kam doch noch zustande.

Allianzen

In Brüssel und Straßburg stand Schulz für die informelle große Koalition mit der Europäischen Volkspartei und deren Vorsitzendem Weber. 2014 unterzeichneten beide einen Pakt, der Schulz bei der Wiederwahl zum Parlamentspräsidenten EVP-Stimmen sicherte. Dafür sollte er im Januar 2017 seinen Posten für einen EVP-Kandidaten räumen. Es ging aber nicht nur um Personal: Die beiden größten Fraktionen sahen den Pakt als Mittel, in Europa stabil und effizient Politik zu machen und der EU-Kommission zu Mehrheiten zu verhelfen.

Machtanspruch

Kleinere Parlamentsfraktionen wie die Grünen oder Linken fühlten sich in der Ära Schulz an den Rand gedrängt und ignoriert. Auch wurden Schulz Eigenmächtigkeiten vorgeworfen – sowohl inhaltlich, wenn er für das Parlament sprach, als auch bei der Besetzung von Spitzenposten im Haus. Etliche Abgeordnete zeigen sich nun erleichtert, dass neue Zeiten anbrechen.

Für die Umfrage interviewte Insa 2067 Wahlberechtigte vom 05. bis 08. Mai.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Novi Prinz

09.05.2017, 13:46 Uhr

Der Martin Schulz ist noch nicht weg vom Fenster und die Möglichkeit der S P D in NRW auf 43% zu kommen , stehen gut !
NRW ist ein besonderes Bundesland , da gehen die Uhren anders ! Glückauf !

Herr Peer Kabus

09.05.2017, 14:13 Uhr

"da gehen die Uhren anders" - möglicherweise stark nach.

Das wäre eine Erklärung dafür, dass man (die sogenannte Politikelite wie die kräftlose Kraft und der Blindgänger verschießende Jäger) erst Alles weit danach mitbekommt und schnallt, was eigentlich hier und da im Ländle abläuft und passiert.

Herr Günther Schemutat

09.05.2017, 18:26 Uhr

In NRW Anatolien gibt es überhaupt keine Uhren , darum ticken alle nicht richtig .
Mit Schulz kann man keine % mehr gewinnen, nicht weil er das könnte, aber seine
Hilflosigkeit tut einen schon weh.

Die EU wo er sich auskennt, wo er die Seilschaften kennt war ein sicherer Platz für ihn.

Im Raubtier Käfig Deutschland wird er wie ich fest Glaube, von Gabriel bis August gefressen werden.

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