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31.05.2012

10:34 Uhr

Internet-Gipfel

Merkel schart Deutschlands IT-Elite um sich

VonMichael Inacker

ExklusivDie Kanzlerin sorgt sich um die digitale Wirtschaft Deutschlands. Denn die könnte bei den Branchenriesen wie Google oder Apple untergehen. Bei einem vertraulichen Internet-Gipfel sollen die Bedingungen verbessert werden.

Kanzlerin Merkel will der digitale Wirtschaft weiterhelfen. dapd

Kanzlerin Merkel will der digitale Wirtschaft weiterhelfen.

DüsseldorfStahl und Eisen, Autos und Maschinenbau sind die Beimischung für den erfolgreichen deutschen Weg durch die Euro- und Finanzkrise. Der Dax symbolisiert mit seiner Zusammensetzung die klassische Industriestärke Deutschlands. Viele seiner Unternehmen sind 100 Jahre und älter. Doch eine deutsche Version von Amazon, Google, Youtube, Facebook oder Apple sucht man vergebens. Lediglich das Softwareunternehmen SAP hat es als eine der wenigen Neugründungen geschafft, zu einer IT-Firma von Weltgeltung zu werden.

Diese Schieflage und die Dominanz Amerikas und Asiens in der Internet- und IT-Branche wird in der Bundesregierung mit wachsender Sorge gesehen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will jetzt mit einer industriepolitischen Initiative gegensteuern. Durch Verbesserung der Rahmenbedingungen für Unternehmensgründungen soll Deutschland nicht nur in traditionellen Industrien, sondern auch in der New Economy wachsen.

Dazu versammelt Merkel am kommenden Montag acht Unternehmer und Investoren sowie weitere E-Business-Experten zu einer vertraulichen Diskussion im Kanzleramt. Dort sollen Schwächen in der bisherigen Branchenentwicklung erörtert und diskutiert werden, wo und wie die Politik helfen kann, um Deutschland auch im IT- und Internet-Bereich wieder wettbewerbsfähig zu machen.

Auf die Idee ist Merkel durch einen Vortrag des ehemaligen Gründers der Internetplattform Xing und heutigen Investors (HackFwd), Lars Hinrichs, gekommen: Anfang des Jahres hatte er bei einer Präsidiumsklausur der CDU ein kritisches Bild zur Lage der Branche gezeichnet. Seitdem treibt Merkel die Frage um, warum es in Deutschland keine Schwergewichte in der digitalen Ökonomie gibt.

Kommentare (38)

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31.05.2012, 08:11 Uhr

Au Backe! Ein sicheres Zeichen, daß es mit der "digitalen Wirtschaft" abwärts gehen wird. Bisher ist ja alles, worum sich diese Dame selbst gekümmert hat, gnadenlos gefloppt.

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31.05.2012, 08:16 Uhr

Wird aber auch Zeit, sofern nicht wieder nur Sprüche geklopft werden.

Wie wäre es, unser Bildungssystem in 21.Jh. zu hieven. Jedem Schüler ein E-Book. Passende interaktive Software dazu. Das ist Zukunft mit gleichzeitig bester Rendite für staatliche Mittel. Made in Germany.

Kann doch nicht sein, das Indien, China, Australien, USA, etc. uns hier weit voraus sind.

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31.05.2012, 08:24 Uhr

"Seit Jahren habe es in Deutschland keine Neugründung in der Netz-Branche mehr gegeben, die international mithalten könne, schreibt die Zeitung mit Blick auf Einschätzungen der Bundesregierung."
Stichwort Abmahnunwesen oder Abmahnindustrie. Nirgends gibt es solch viele Missbrauchsmöglichkeiten wie in Deutschland. Das macht Juristen reich, aber kleine Startups sind mit diesen Kosten und Ärger völlig überfordert.
Der Jugendschutz-Regulierungs-Wahn, jahrelang kannte sich niemand wirklich aus, Spiele, Musik, Filme, Erotik, Politik, Abrechnungssysteme etc.. Während man sich in Deutschland zu Tode diskutierte und regulierte, konnte man in anderen Ländern arbeiten. Während dessen ist es in Deutschland immer noch viel zu teuer und zu aufwendig in einer Community mit Kleinbeträgen abzurechnen.
Die Politik sollte endlich verstehen, das sich Off-Recht nicht 1 zu 1 auf On-Recht übertragen läßt.
Und das sich Industrien, die mit digitalen Medien Geld verdienen wollen, nicht mit Generalüberwachung und überteuerten Produkten ihre Kunden knebeln können. Das gilt für Bücher genauso wie für Musik und Film. Stichwort Buchpreisbindung. Wohl dem der english kann, der kann wesentlich billiger und ohne rechtliche Grauzone in anderen Ländern einkaufen.
In Deutschland ist es wichtiger, das der Webmaster eine ladungsfähige Adresse hat, als Ideen und Inhalte. Das hat zur Folge, das auch User lieber ausländische Dienste nutzen. So nimmt kaum noch jemand Geld in die Hand um so etwas wie Google überhaupt anzudenken. Man ist mehr damit beschäftigt, die Juristen ruhig zu halten, als tatsächlich an Technik und Inhalten zu arbeiten.

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