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14.12.2016

16:21 Uhr

Internetkriminalität

Gegen Hass-Mails wehren

Der Bocholter SPD-Chef Thomas Purwin ist nur einer von vielen. Immer öfter werden Menschen im Netz bedroht und angefeindet. Empfänger sollten sich zu Wehr setzen und Anzeige erstatten, sagt die Polizei.

Thomas Purwin ist nach Hassmails gegen seine Familie von seinem Amt zurückgetreten. dpa

Bocholter SPD-Chef

Thomas Purwin ist nach Hassmails gegen seine Familie von seinem Amt zurückgetreten.

Düsseldorf/BocholtNach dem Rücktritt des bedrohten Bocholter SPD-Chefs Thomas Purwin fordern Politiker und Polizei dazu auf, sich stärker gegen Hassmails zu wehren. „Manche glauben, im Internet könne man einfach etwas schreiben, das ist nicht so schlimm“, sagte die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) am Mittwoch in einem Interview mit Radio NRW. „Aber das ist kein rechtsfreier Raum. Im Gegenteil: Auch dort ist eine Beleidigung eine Beleidigung und wird geahndet.“ Sie bringe alle Hassmails, die sie erhalte, auch zur Anzeige.

Auch NRW-Innenminister Ralf Jäger forderte: „Wir müssen dafür sorgen, dass eine gewisse Sensibilität da ist, auch unter ehrenamtlichen Kommunalpolitikern, alles zur Anzeige zu bringen“, sagte der SPD-Politiker dem WDR.

Hassmail-Schreiber hatten Purwin, seiner Lebensgefährtin und seiner kleinen Tochter gedroht. Der SPD-Chef und andere Kommunalpolitiker in Bocholt hatten in den vergangenen Monaten immer wieder Hassmails mit fremdenfeindlichem Charakter erhalten.

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Für die Gewerkschaft der Polizei in Nordrhein-Westfalen (GdP NRW) wirft der Fall Licht auf ein schon lange schwelendes Problem: Es würden immer mehr Hassmails geschrieben, sagte GdP-Landeschef Arnold Plickert am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. „Dass jetzt öffentlich darüber gesprochen wird, das ist gut, denn Beschimpfungen, Beleidigungen und Bedrohungen gibt es schon lange im Internet.“

Online nutzten Autoren die vermeintliche Anonymität und versteckten sich hinter Pseudonymen oder falschen Identitäten. Damit sinke die Hemmschwelle für Hassnachrichten, begründete Plickert. „Der Gesetzgeber hängt hinterher, neue rechtliche Rahmenbedingungen für das Internet zu schaffen.“ Empfänger müssten hasserfüllte Nachrichten zur Anzeige bringen, auch gegen Unbekannt.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

14.12.2016, 17:25 Uhr

"Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

@ Herr Hoffmann

ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

@Porters

VIELEN DANK Herr Porters,
es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
Schön das Sie das zu schätzen wissen.

Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
Paff, von Horn, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke, Ebsel, Dirnberger....

ohne sie wäre ich hier sehr einsam !

Aber besonders erwähnen möchte einen, der wirklich den ganzen Tag, und damit meine ich von morgens bis abends, aber auch wirklich jeden Artikel kommentiert (er ist fleisiger als ich), und auch die meisten Artikel mehrmals kommentiert.....

das ist unser geliebter

TRAUTMANN

Danke

Herr Wolfgang Trantow

19.12.2016, 11:07 Uhr

Würden Politiker bürgerfreundlich arbeiten, benötigten Sie keine Schutz!

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