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05.05.2012

13:21 Uhr

Interview mit Christian Lindner

Bloß kein Roboter sein

Quelle:Zeit Online

Christian Lindner soll an diesem Sonntag zum Landesvorsitzenden der FDP in NRW gewählt werden. Der Hoffnungsträger und Spitzenkandidat in NRW über seine Vorstellungen von guten Liberalen.

Der FDP-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen, Christian Lindner: „Bei der Wahl geht es nicht um mich.“ dpa

Der FDP-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen, Christian Lindner: „Bei der Wahl geht es nicht um mich.“

Frage: Herr Lindner, Sie sagen, die FDP habe seit der Bundestagswahl 2009 in Stil und Inhalt viele Anhänger enttäuscht. Was meinen Sie konkret?

Christian Lindner: Ich will es positiv sagen, wie wir es in Nordrhein-Westfalen jetzt machen. Die anderen Parteien sprechen nicht über Themen, sondern plakatieren etwa, SPD sei Currywurst. Die Spitzenkandidatin der Grünen bestreitet ihren Wahlkampf damit, mich persönlich zu attackieren. Wir sprechen ernsthaft über Richtungsentscheidungen für das Land, bei den Finanzen, beim Gymnasium, in der Energiepolitik. Ich attackiere keinen der Wettbewerber persönlich, weil ich ja auch keinem Kompetenz und ehrliche Motive abspreche. In dieser Weise, im respektvollen, ernsthaften Auftreten, hat die FDP als liberale Partei einen eigenen Stil.

So wie Rainer Brüderle in Karlsruhe? Er pries auf dem FDP-Parteitag marktschreierisch die großartigen Erfolge der Liberalen in der Regierung - und wurde frenetisch gefeiert. Stilistisch das Gegenteil dessen, was Sie beschreiben.

Das empfinde ich anders. Parteitagsreden folgen anderen Regeln. Und auf Erreichtes darf durchaus hingewiesen werden, schließlich steht unser Land gut da.

Wo hat die FDP konkret enttäuscht?

Wir haben uns an das Versprechen, die Steuern zu senken, sehr lange gebunden gefühlt. Dabei hatten sich durch die Staatsschuldenkrise in Europa die wirtschaftlichen Bedingungen völlig verändert. Situationsadäquates Handeln macht Professionalität aus. Man kann nur dann Vertrauen in jemanden haben, wenn man weiß: Ich gebe ihm Macht, aber er hat die Übersicht, nicht wie ein Roboter stur der Programmierung zu folgen.

Machen Sie jetzt als Spitzenkandidat in NRW die Politik, die Sie als Generalsekretär in der FDP nicht durchsetzen konnten?

Die Aufgaben kann man nicht vergleichen. Als ich Ende 2009 Generalsekretär wurde, war der Koalitionsvertrag bereits ausgehandelt, ebenso die Ressortverteilung. Damit musste ich dann umgehen. In NRW haben wir mit einem Prioritätenwechsel einen neuen Anfang begründet. Hier kann ich von Beginn an gestalten.

Kommentare (2)

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BaehringVerlegerMitbOEserZeitung

05.05.2012, 16:38 Uhr

Angenommen: Roboter sind rational und vorausberechenbar ... was wäre dann DIE EIGENSCHAFT DIE DEN MENSCHEN VON DER KI (künstlichen Intelligenz) UNTERSCHEIDET?

Wenn ich ein Computer-Sytsem das bestimmten Investmentregeln folgt und beim eigentlichen "handeln" (wie in handlung, also der Aktion des Kaufens/Verkaufens nachdem eine Information entrifft welche einen (Aktien-)Kurs beeiinflußen könnte) übertreffen will, handle ich dann logisch und nachvollziehbar, so daß ein Programmierer mein Verhalten das einem Computer zum immitieren dessleben einprogrammieren kann oder eher CHAOTISCH?

DERRichter

06.05.2012, 09:11 Uhr

Lindner mag hier und da vernünftige Ansichten äußern. Das große Problem ist aber, dass er ihnen in der Lebenswirklichkeit nicht gerecht wird. Lindner hat sich bevorzugt durch Unternehmenspleiten, in den Sand gesetzte KFW-Kredite und Fehlverhalten beim Management des FDP-Mitgliederentscheids hervorgetan. Wir brauchen aber Politiker, die, wenn es drauf ankommt, nicht nur klugscheißerisch daherplappern können, sondern auch konkret "liefern" und siegen können. Ewige Sitzenbleiber
-oder sollte man besser sagen Wegläufer- a la Lindner verdienen deshalb keine Stimmen. Darüber hinaus brauchen wir, braucht Europa, zur Finanzierung eines sinnvollen Konjunkturprogramms mit dem Fokus auf Umweltinvestionen und Infrastrukturinvestitionen auch mehr
Steuereinnahmen, die von den Reichen kommen müßten. Da die FDP in dieser Schicksalsfrage erhöhter Reichensteuern mauert, ist sie auch aus diesem Grund eine unwählbare Partei von gestern. Erschwerend kommt das schlechte moralische Profil mehrerer FDP-Spitzenpolitiker hinzu.
Der FDP-Generalsekretär ist ein Fahrerflüchtling, Koch-Mehrin und Chatzimakis haben bei ihren Doktorarbeiten abgekupfert, und bei der Dame Mathiopolus zeigen sich ähnliche Unerquicklichkeiten. Ein solche Partei der Täuscher und Ewiggestrigen braucht .Mövenpickler ausgenommen- niemand.

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