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22.01.2007

16:56 Uhr

Interview mit Christian Schwarz-Schilling

„Das schwarze Loch in Europa ausfüllen“

Einst war er Bundespostminister, heute ist er Hoher Repräsentant der Uno in Bosnien-Herzegowina. Im Handelsblatt-Interview erklärt Christian Schwarz-Schilling, wie sich die Parlamentswahl in Serbien auf den Status der mehrheitlich albanisch bewohnten Provinz Kosovo auswirken wird.

Christian Schwarz-Schilling Mitte 2006. Foto: ap ap

Christian Schwarz-Schilling Mitte 2006. Foto: ap

Handelsblatt: Wie wirkt sich die Serbien-Wahl auf die Kosovo-Verhandlungen und die Stabilität des Balkans aus?

Christian Schwarz-Schilling: Die demokratischen Parteien haben einen klaren Auftrag. Aber jetzt muss man sehen, ob sie sich zu einer konstruktiven Haltung in der Kosovo-Frage und bei der Auslieferung von Kriegsverbrechern durchringen. Da wird gerade Kostunica von einigen Ideen Abstand nehmen müssen.

Wird die Uno auf die schwierige Koalitionsbildung Rücksicht nehmen und ihren Vorschlag für den Kosovo-Status weiter verzögern?

Die Uno steht bei den Albanern im Wort, für Klarheit zu sorgen. Wenn sie das nicht tut, sind im Kosovo neue Unruhen programmiert.

Wie kann man die Serben überzeugen, Kosovo in eine Art von Unabhängigkeit zu entlassen – zumal sie die Vetomacht Russland hinter sich wissen?

Es geht um das Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen mit der EU. Konkret geht es um Visafreiheit – das ist für die Menschen auf dem Balkan sehr wichtig und spürbar.

Die EU engagiert sich stark, schließt aber weitere Beitritt nach Bulgarien und Rumänien aus ...

Die Erweiterung wird schnell wieder in Gang kommen. Es ist in unserem Interesse, dass der Balkan stabilisiert wird. Von dort sind ja schon genug Unglücke nach Europa gekommen – das gilt es zu verhindern. Daher lohnt sich das Engagement auf jeden Fall. Wir müssen dieses schwarze Loch mitten in Europa ausfüllen.

Die Fragen stellte Georg Watzlawek.

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