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12.03.2011

15:09 Uhr

Interview mit Jürgen Trittin

„Deutsche Uraltkraftwerke sofort vom Netz nehmen“

VonBarbara Gillmann

ExklusivGrünen-Fraktionschef Jürgen Trittin spricht im Interview über die Folgen des Reaktorunfalls für Deutschland, die Atompolitik der Regierung und die Frage, ob sich der Unfall auf den Wahlkampf auswirken wird.

Grünen-Fraktionschef Trittin: "Ein Abschalten der ältesten Atomkraftwerke ist da von heute auf morgen möglich". Quelle: dpa

Grünen-Fraktionschef Trittin: "Ein Abschalten der ältesten Atomkraftwerke ist da von heute auf morgen möglich".

Was folgt aus der AKW-Katastrophe für die deutsche Energiepolitik?

Kein Deutsches Atomkraftwerk ist für den Fall einer Kernschmelze ausgelegt. Die Zeit mit diesem Risiko weiter zu leben muss begrenzt werden.

Was fordern Sie konkret von der Bundesregierung?

Dieses Risiko nicht durch Laufzeitverlängerung zu vergrößern sondern sie zurück zu nehmen.

Bundesumweltminister Röttgen hat die Delegierten bei CDU-Landesparteitag zum Beten für die Menschen in Japan aufgefordert. Reicht das?
Ob Beten den Menschen in Japan hilft, muss jeder für sich entscheiden. Ein Bundesumweltminister aber muss die Menschen über die wirklichen Risiken aufklären, anstatt fahrlässig und falsch zu behaupten, ein Atomunfall in einem Higtech-Land wie Japan habe nichts mit Deutschland zu tun, das immerhin den drittältesten Reaktorpark der Welt betreibt.

Was fordern sie von den deutschen AKW-Betreibern?

Zu ihrer eigenen Unterschrift zu stehen und Uraltkraftwerke wie Biblis, Neckwestheim und Brunsbüttel sofort vom Netz zu nehmen.

In Deutschland sind keine Erdbeben nennenswerter Stärke zu erwarten - gibt es davon abgesehen Risiken, denen unsere AKW nicht gewachsen wären?

Die Atomkatastrophe wurde ausgelöst, weil eine Kühlung des Reaktors wegen fehlender Stromversorgung nicht mehr möglich war. Dazu bedarf es keines Bebens, siehe Forsmark, siehe Krümmel. Ein Flugzeugabsturz würde die Frage einer Kernschmelze gerade in den ältesten AKW unmittelbar auf die Tagesordnung setzen.

Aber wie schnell und wodurch könnte Atomenergie hierzulande ersetzt werden?
Deutschland produziert sehr viel mehr Strom als es verbraucht. Der sprunghafte Ausbau erneuerbarer Energien hat uns zum Nettostromexporteur gemacht, der die Jahresleistung von rund sieben Großkraftwerken im Ausland verkauft. Ein Abschalten der ältesten Atomkraftwerke ist da von heute auf morgen möglich – und es würde unsere überlasteten Stromnetze entlasten.

Gehen Sie davon aus, dass die japanische Katastrophe den Grünen bei den kommenden Wahlen zusätzliche Wähler zutreibt?
Wir wünschen uns, dass die ganz große Katastrophe in Japan ausbleibt.

Kommentare (6)

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Esperanto

12.03.2011, 17:50 Uhr

Sollen wir nach den Vorstellung die Tanklager abschaffen? Sie brennen in Japan doch auch.

Infowarrior

12.03.2011, 18:16 Uhr

Der Populist und Extremist tritti(h)n erzählt mal wieder absurden Unsinn. Warum die kkws in d nicht für den Fall einer Kernschmelze ausgelegt sein sollen, kann er offensichtlich nicht erklären. Hatten grüne Populisten und Propagandisten den Neubau von kkws nicht verhindert, waren die vom Extremisten triiti(hn) genannten kkws längst vom Netz. Aber so sind die politischen Scharfmacher vom Schlage eines tritti(h)ns halt.

Kowalski

12.03.2011, 18:58 Uhr

Trittin erzählt nicht nur mal wieder absurden Unsinn, sondern betreibt Wahlkampf auf Kosten Tausender Japanischer Opfer. Einfach nur widerlich !! Trittin ist mit Sicherheit der allerletzte. von dem man eine Sachliche und Objektive Meinung zum Thema Kernenergie erwarten kann.

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