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22.01.2007

20:26 Uhr

Intrigantenstadl

Pauli „stumm wie ein Fisch“

Der Machtkampf um den CSU-Vorsitz geht weiter – auch eine Vorstandssitzung am Montag hat zu keiner Einigung geführt. Vielmehr hat sich dort Seltsames zugetragen: Eine schwieg, die zuvor sehr laut gewesen war und einer, der fast schon weg ist, soll die Krise lösen.

Die Fürther Landrätin Gabriele Pauli wurde hart attakiert. Foto: dpa dpa

Die Fürther Landrätin Gabriele Pauli wurde hart attakiert. Foto: dpa

HB MÜNCHEN. In der Sitzung des CSU-Parteivorstands hat es harsche Kritik an der Fürther Landrätin Gabriele Pauli gegeben. Pauli, deren Kritik an Parteichef Edmund Stoiber dessen Rückzug eingeleitet hatte, habe in der Sitzung "stumm wie ein Fisch" dagesessen, sagten Teilnehmer dem Handelsblatt. Es sei "eine ganz traurige Veranstaltung" gewesen. Wissenschaftsminister Thomas Goppel habe Pauli daraufhin hart attackiert: Als Mitglied des Parteivorstands habe sie andere Möglichkeiten, ihre Meinung zu artikulieren, als über öffentliche Kritik. Pauli hatte bei der letzten Vorstandssitzung Stoiber vorgeworfen, ihr Privatleben ausspionieren zu lassen.

Vor der Sitzung hatte Pauli bestätigt, über eine Kandidatur für den stellvertretenden Parteivorsitz nachzudenken. Einem Bericht der „Financial Times Deutschland“ zufolge sei Pauli auf dem Treffen davor gewarnt worden. Wissenschaftsminister Goppel kündigte an, er würde sich vehement gegen eine Kandidatur der Fürther Landrätin einsetzen. Dafür habe er nach Angaben von Teilnehmern lang anhaltenden Beifall geerntet.

Unterdessen bestätigte der Parteivorstand Stoibers Zeitplan für den Wechsel ohne Gegenstimmen. Mehrere Spitzenpolitiker betonten, über einen früheren Termin werde nicht diskutiert. „Den 30. 9. als Datum für den Rücktritt des Ministerpräsidenten stelle ich nicht in Frage. Dies ist die persönliche Entscheidung von Edmund Stoiber, die von allen akzeptiert werden sollte“, erklärte der bayrische Wirtschftsminister Erwin Huber. Auch Beckstein, der in einem Interview über einen Rückzug Stoibers schon zwei Monate früher spekuliert hatte, sagte nun: „ Der Termin ist gesetzt und die Entscheidung steht.“

Die Parteispitze setzt jetzt auf den scheidenden Ministerpräsidenten und CSU-Cehf Stoiber, im Streit zwischen seinen Nachfolgekandidaten Erwin Huber und Horst Seehofer zu vermitteln. „In drei Wochen werden wir wissen, ob es klappt“, sagte CSU-Generalsekretär Markus Söder nach der nur zwei Stunden dauernden Sitzung am Montagnachmittag in München.

Stoiber soll nun in persönlichen Gesprächen mit Huber und Seehofer spätestens bis zur nächsten Sitzung des Vorstands am 12. Februar eine Einigung zwischen den beiden herbeiführen. Dadurch sollen Grabenkämpfe bis zum Parteitag verhindert werden, den der Vorstand für den 28. und 29. September voraussichtlich in Nürnberg festsetzte. Teilnehmer berichteten, Stoiber selbst habe keine Position bezogen, und im Vorstand habe es auch keine Personaldebatte gegeben.

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