Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.01.2010

11:00 Uhr

Investitionen

Die Wirtschaft forscht trotz Krise

VonPeter Thelen

Deutsche Unternehmen haben im vergangenen Jahr 57,3 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung ausgegeben - genausoviel wie im Vorjahr. Für 2010 wird jedoch ein Rückgang erwartet. Wirtschaftsvertreter fordern nun, dass die Politik der Wirtschaft bei der Forschung unter die Arme greift.

Die deutsche Wirtschaft hat 2009 fast 58 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung ausgegeben. Für dieses Jahr erwarten Wirtschaftsvertreter einen leichten Rückgang. ap

Die deutsche Wirtschaft hat 2009 fast 58 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung ausgegeben. Für dieses Jahr erwarten Wirtschaftsvertreter einen leichten Rückgang.

BERLIN. Trotz zum Teil deutlicher Umsatzeinbrüche setzen die deutschen Unternehmen unvermindert auf Forschung und Entwicklung. Nach aktuellen Erhebungen des Stifterverbandes der deutschen Wirtschaft gaben sie dafür im abgelaufenen Jahr mit 57,3 Milliarden Euro genauso viel aus wie 2008. Von der Gesamtsumme seien 2,4 Milliarden Euro direkt in Forschungsaufträge für Hochschulen und Forschungsinstitute geflossen, sagte der Präsident des Stifterverbandes, Arend Oetker. Für 2010 erwartet er allerdings einen leichten Rückgang.

Auch in ihrem Engagement für die Förderung von Forschung, Wissenschaft und Bildung lassen die Unternehmen in der Krise kaum nach. Allein für die Arbeit des Stifterverbandes flossen im vergangenen Jahr 31,4 Millionen Euro aus Spenden der Wirtschaft in die Förderung des Wissenschafts- und Hochschulsystems, genauso viel wie im Vorkrisenjahr 2007. Gegenüber dem Rekordjahr 2008, in dem der Stifterverband das beste Jahresergebnis seiner 90-jährigen Geschichte erzielte, ging die Förderung nur um eine Mio. Euro zurück. „Unsere Appelle waren nicht vergebens“, sagte Oetker.

Der langjährige Vizepräsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) sieht nun allerdings auch die Politik gefordert, der Wirtschaft bei der Forschung unter die Arme zu greifen. Sie müsse ihre Ankündigung aus dem Koalitionsvertrag, Forschungsinvestitionen künftig auch steuerlich zu fördern, in die Tat umsetzen. „Eine Steuergutschrift von zehn Prozent der gesamten Aufwendungen könnte zusätzliche Forschungsinvestitionen in erheblichem Umfang stimulieren“, so Oetker. Nach Berechnungen des BDI würden dem Staat dadurch zwar vier Milliarden Euro an Steuereinnahmen im Jahr fehlen. Ihnen stünde aber eine zusätzliche Wertschöpfung in der Wirtschaft von zwölf Milliarden Euro gegenüber.

Lob für Stipendienprogramm

Große Hoffnungen setzt der Stifterverband auch auf das von der neuen Regierung angekündigte nationale Stipendienprogramm. Das Programm – angedacht ist eine Unterstützung von 300 Euro im Monat für besonders begabte Studenten – müsse aber zusätzlich zu Bafög und Bildungskrediten als „dritte Säule“ der Studienfinanzierung treten, forderte der Generalsekretär des Verbandes, Andreas Schlüter. Zudem sollten auch Aspekte wie soziales Engagement oder Migrationshintergrund bei der Vergabe eine Rolle spielen. „Die bisherige Begabtenförderung geht vor allem an Studierende aus akademischen Besserverdiener-Haushalten. Das muss sich ändern“, forderte Schlüter.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×