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23.06.2014

11:42 Uhr

Investitionsoffensive

BDI-Präsident fordert Wachstumsagenda für Europa

BDI-Präsident Ulrich Grillo fordert die EU-Regierungen auf, gemeinsam für mehr Wachstum zu arbeiten. Es müsse Schluss sein mit politischem Hick-Hack, schreibt er. Einige seiner Forderungen dürften umstritten sein.

„Europa nimmt die wirklich drängenden Zukunftsherausforderungen kaum in den Blick“, kritisiert BDI-Präsident Ulrich Grillo. Reuters

„Europa nimmt die wirklich drängenden Zukunftsherausforderungen kaum in den Blick“, kritisiert BDI-Präsident Ulrich Grillo.

BerlinBDI-Präsident Ulrich Grillo hat die EU-Regierungen und die Abgeordneten des Europaparlaments zu mehr Gemeinsamkeit und einer Wachstumsagenda mitsamt einer Investitionsoffensive in Europa aufgerufen. In einem am Montag veröffentlichten Brief an 900 Unternehmens- und Verbandsvertreter forderte Grillo, die Regierungen und die Europa-Parlamentarier sollten Verhandlungen über „den längst überfälligen europäischen Koalitionsvertrag“ aufnehmen. Es müsse Schluss sein mit politischem Hick-Hack, personalpolitischem Gezerre und dem Rückzug in nationale Wagenburgen. „Wir werden gemeinsam in Europa erfolgreich sein - oder getrennt in Bedeutungslosigkeit versinken“, warnte er.

Am Donnerstag und Freitag beraten die Staats- und Regierungschefs der 28 EU-Staaten über die politische Ausrichtung von Kommission und Parlament.

„Europa nimmt die wirklich drängenden Zukunftsherausforderungen kaum in den Blick“, kritisierte Grillo mit Hinweis auf die hohe Jugendarbeitslosigkeit. Besonders bemängelte er, dass die Kernländer Deutschland und Frankreich wirtschaftlich wie auch politisch immer weiter auseinanderdrifteten. „2050 wird aller Voraussicht nach kein einziges europäisches Land mehr zu den sieben größten Volkswirtschaften weltweit zählen“, warnte Grillo. Daher müsse die neue EU-Kommission ein Arbeitsprogramm verfolgen, bei dem Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum im Zentrum stünden.

Er schlug eine Wachstumsagenda für Europa vor. Diese müsse eine Investitionsoffensive, eine bessere Abstimmung in der Industrie-, Energie- und Klimapolitik sowie weitere konsequente Strukturreformen umfassen. Zudem sollte das umstrittene Freihandelsabkommen TTIP mit den USA abgeschlossen werden und die EU-Institutionen inhaltlich auf Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum und Arbeitsplätze neu ausgerichtet werden. Nur damit habe Europa Chancen, auch langfristig in der Welt eine Rolle zu spielen.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

23.06.2014, 12:59 Uhr

Die beste Wachstumsagenda besteht darin, die Arbeitnehmer mehr am Ergebnis ihrer zu beteiligen.

NUR so schafft man Nachfrage. Eine Milliarde vom Milliardär schafft vielleicht Nachfrage nach 10 Autos.
Diese Summe auf 10000 Arbeitnehmer verteilt schafft Zehntausende Kaufwillige Kunden!

Grundproblem ist die Konzentration des Vermögens auf immer weniger Reiche. Dadurch hat die Masse der Bürger kein Kapital zum Erwerb von Waren.

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23.06.2014, 13:11 Uhr

Na klar möchte die Industrie, dass die deutschen Steuerzahler für die Schulden des "Club-Med" aufkommen, so dass die Schmarotzer-Staaten weiter Schulden machen können, wovon die dahin exportierende Industrie profitieren würde...

Vielleicht wäre es für den BDI an der Zeit, sich lauthals den Forderungen der vereinigten europäischen Linken anzuschließen? Sarah Wagenknecht und Oskar Lafontaine auf der Gehaltsliste des BDI als "Interessensvertreter" und Lobbyisten in Berlin in Sachen "Schuldenübernahme Deutschlands für alle Schuldenländer in Südeuropa"? Das wäre doch was, oder? lol...

Account gelöscht!

23.06.2014, 13:12 Uhr

@Ulrich Grillo
Vielleicht sollten Sie mal ihrem Namensvetter aus Italien zuhören,der versteht anscheins mehr von Wirtschaft.

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