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02.06.2016

17:40 Uhr

IS-Terrorzelle

Islamisten planten Anschlag in Düsseldorf

Im Auftrag der Terrormiliz IS haben vier Männer ein Attentat in der Düsseldorfer Altstadt vorbereitet. Zwei von ihnen wollten sich in die Luft sprengen. Die Männer wurden verhaftet. Die Polizei erfuhr früh von den Plänen.

Islamisten verhaftet

Terroranschlag in Düsseldorf vereitelt

Islamisten verhaftet: Terroranschlag in Düsseldorf vereitelt

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Karlsruhe/DüsseldorfDie Sicherheitsbehörden haben nach eigenen Angaben einen geplanten Anschlag der Terrormiliz Islamischer Staat in der Düsseldorfer Altstadt vereitelt. Drei Terrorverdächtige aus Syrien wurden am Donnerstag in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Baden-Württemberg festgenommen, wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mitteilte. Ein vierter Mann sitze in Frankreich in Untersuchungshaft.

Hinweise, „dass die Beschuldigten bereits mit der Umsetzung ihres Anschlagsplanes konkret begonnen hatten“, liegen demnach nicht vor. Einen Zusammenhang mit der Fußball-Europameisterschaft, die am 10. Juni in Frankreich beginnt, gebe es nicht. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur hielt sich der in Brandenburg Festgenommene in einer Flüchtlingsunterkunft auf. Der Sender SWR berichtete, dass auch die beiden anderen Syrer in Flüchtlingsunterkünften lebten.

Den Auftrag für den Anschlag in Düsseldorf hat die Gruppe laut Bundesanwaltschaft bereits 2014 direkt von der Führungsebene des IS bekommen. Geplant gewesen sei, dass sich zunächst zwei Selbstmordattentäter in der zentralen Heinrich-Heine-Allee in die Luft sprengen. Anschließend hätten weitere Attentäter möglichst viele Passanten mit Gewehren und Sprengsätzen töten sollen, hieß es weiter.

Die vielen Namen der Extremistenmiliz IS

Isil

Die Abkürzung steht für „Islamischer Staat im Irak und der Levante“ und ist vor allem im Englischen noch häufig zu hören. Sie kommt der Übersetzung des arabischen Namens recht nahe. Dort ist vom Islamischen Staat im Irak und „al-Scham“ die Rede, also Großsyrien unter den Omajaden und später den Abbasiden.

Isis

Die Kurzform von „Islamischer Staat im Irak und Syrien“.

Isig

Diese Abkürzung benutzt die Bundesanwaltschaft in ihren Pressemitteilungen. Sie steht für den „Islamischen Staat im Irak und Großsyrien“.

IS

So nennt sich die Organisation selbst seit der Ausrufung ihres Kalifats 2014. Die Abkürzung steht für „Islamischer Staat“. Kritiker lehnen diese Bezeichnung ab, weil sie den Anspruch der Miliz untermauere, einen echten Staat – und noch dazu einen islamischen – geschaffen zu haben. Manche sprechen deshalb vom „sogenannten Islamischen Staat“.

Daesch oder Daisch

Als Alternative ist in den vergangenen Monaten vermehrt die Bezeichnung Daesch oder Daisch in Mode gekommen. Dies ist die arabische Abkürzung für die Bezeichnung „Islamischer Staat im Irak und al-Scham“ (Al Daula al-Islamija fi al-Irak wa al-Scham). In den Ohren von Muttersprachlern klingt sie despektierlich, der IS selbst lehnt sie ab. Das ist ein Grund mehr für Gegner der Extremisten, sie zu verwenden.

Eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums in Berlin sagte auf Anfrage lediglich, die Gefährdungslage sei „unverändert“ hoch. Deutschland befinde sich weiterhin „ebenso wie andere europäische Staaten im Fadenkreuz des internationalen Terrorismus“.

Justizminister Heiko Maas (SPD) erklärte: „Das entschlossene Vorgehen des Generalbundesanwaltes zeigt: Unsere Ermittlungsbehörden gehen gegen mutmaßliche Terroristen mit allen Mitteln des Rechtsstaats vor.“ NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) kündigte an, in seinem Land die Sicherheitsmaßnahmen für Großveranstaltungen zu überprüfen.

Zuerst hatte „Spiegel Online“ über die Festnahmen berichtet. Laut Bundesanwaltschaft sind die Männer 25 (NRW), 27 (Brandenburg) und 31 Jahre alt (Baden-Württemberg). Der vierte Mann habe sich am 1. Februar in Paris den französischen Behörden offenbart. Die Bundesanwaltschaft bemühe sich um die Auslieferung des 25-Jährigen.

Die Heinrich-Heine-Allee liegt im Herzen Düsseldorfs. Durch die gleichnamige U-Bahn-Station laufen alle elf Linien. Wer in die Altstadt will, steigt in der Regel dort aus.

Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft sagte, die Männer sollten nach Möglichkeit noch am Donnerstag in Karlsruhe dem Haftrichter vorgeführt werden. Details zu den Festnahmen nannte er nicht.

Generalbundesanwalt: Pressemitteilung zur Terrorzelle dokumentiert

Generalbundesanwalt

Pressemitteilung zur Terrorzelle dokumentiert

Der Generalbundesanwalt hat am Donnerstagnachmittag eine Pressemitteilung zu einer aufgespürten Terrorzelle in Deutschland veröffentlicht. Wir dokumentieren das Statement im Original.

Nach dpa-Informationen wurde der 27 Jahre alte Terrorverdächtige aus Brandenburg in einer Flüchtlingsunterkunft in Bliesdorf bei Wriezen gefasst, einer Kleinstadt im Oderbruch. Dort wurde er nach Angaben des Landkreises Märkisch-Oderland am 11. September 2015 registriert. Er habe einen Asylantrag gestellt, über den noch nicht entschieden sei. Im Landratsamt hieß es, der Mann sei zwischenzeitlich fünf Monate verschwunden gewesen und erst am Mittwoch wieder aufgetaucht.

Der 27-Jährige und der in Paris inhaftierte Mann sollen laut Bundesanwaltschaft im Frühjahr 2014 in Syrien den Auftrag für den Anschlag erhalten haben. Sie seien im Mai 2014 in die Türkei und im März und Juli 2015 von dort getrennt über Griechenland weiter nach Deutschland gereist. Den in NRW festgenommenen 25-Jährigen hätten sie spätestens im Januar 2016 davon überzeugt, sich zu beteiligen.

Der 31 Jahre alte Verdächtige habe die Sprengstoffwesten herstellen sollen. Er sei schon seit Oktober 2014 in Deutschland, hieß es.

Von

dpa

Kommentare (49)

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Herr Hans Mayer

02.06.2016, 14:41 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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02.06.2016, 14:47 Uhr

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Frau Pia Paff

02.06.2016, 14:53 Uhr

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