Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.09.2013

01:32 Uhr

Ischinger

USA ohne „klare und überzeugende Strategie“

Der Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz hat das Eingreifen der USA in Syrien als strategielos kritisiert. Doch auch das Verhalten der EU erfülle ihn „mit Grausen“, sagte Wolfgang Ischinger.

Wolfgang Ischinger: „Es ist besorgniserregend, dass die EU zur Zeit kein wirklich sichtbarer Spieler in der Lösung dieses Konflikts ist.“ dpa

Wolfgang Ischinger: „Es ist besorgniserregend, dass die EU zur Zeit kein wirklich sichtbarer Spieler in der Lösung dieses Konflikts ist.“

MünchenDer Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz Wolfgang Ischinger hat die geplante Strafaktion der USA gegen das syrische Regime als unzureichend kritisiert. Der geplante Militärschlag sei neben dem Wegschauen die „zweitschlechteste Option“, sagte Ischinger am Freitag „heute.de“.

Er betonte, es gebe „kein tragfähiges völkerrechtliches Mandat und eine möglicherweise fast ganz allein vorgehende Supermacht“. Zudem könne er keine „klare und überzeugende Strategie“ im Handeln der USA erkennen. Eine Strafaktion gegen Baschar al-Assad allein reiche nicht, um das Töten zu beenden.

G20-Gipfel: Um Obama wird es einsam

G20-Gipfel

Um Obama wird es einsam

US-Präsident Obama ist mit seinen Angriffsplänen gegen Syrien zunehmend isoliert. Beim G20-Gipfel fand er keine neuen Freunde, in den USA ist Unterstützung rar. Die Vorbereitungen auf die Militäraktion gehen aber weiter.

Ischinger forderte ein vereintes Handeln der Weltgemeinschaft. Die Unfähigkeit, einen Minimalkonsens zu erreichen, erfülle ihn „mit Grausen“. Auch über das Fehlen eines europäischen Konsens im Syrienkonflikt äußert er sich besorgt: „Soweit außenpolitisch auseinander wie heute waren Deutschland und Frankreich nur selten“, erklärte Ischinger. „Es ist besorgniserregend, dass die EU zur Zeit kein wirklich sichtbarer Spieler in der Lösung dieses Konflikts ist.“

Derweil ist US-Außenminister John Kerry in Litauen eingetroffen, wo er mit den 28 EU-Außenministern über den Syrien-Konflikt beraten will. Dazu ist am Samstagmorgen ein informelles Treffen angesetzt. Weitere Themen werden die Lage in Ägypten und die Nahost-Friedensverhandlungen sein. Am Nachmittag reist Kerry weiter nach Paris und London, bevor er am Montag in die USA zurückkehrt.

Die USA und Frankreich sind dazu bereit, auf den Einsatz von Chemiewaffen in Syrien mit einem Militärschlag zu reagieren. Die Mehrheit der EU-Länder steht einem solchen Vorgehen ablehnend gegenüber.

Kommentare (15)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Novaris

07.09.2013, 06:23 Uhr

Eine Strafaktion gegen Baschar al-Assad allein reiche nicht, um das Töten zu beenden.
--------------------------------------------------------

Bisher scheint geklärt, dass es einen Chemiewaffeneinsatz gegeben hat aber es ist weiterhin ungeklärt, wer diesen Angriff ausführte. Es fehlen die eindeutigen Beweise.
Wer soll denn nun "abgestraft" werden ?
Assad oder die "Rebellen" ? oder gar beide, da es dann sicherlich den Richtigen trifft ?

Eine Militäraktion ist aus Sicht der USA nur dann sinnvoll, wenn das Assad-Regime beseitigt wird und der Militäreinsatz von 60 bis 90 Tagen scheint genau das zu bezwecken. Aber was kommt nach Assad ? Ein Regime radikaler Islamisten oder besser von AL Qaida ?
Der bessere Weg wäre, den Bürgerkrieg zu deeskalieren durch die Einstellung von Waffenlieferungen an beide Konfliktparteien und auf eine politische Lösung hinzuarbeiten. Es dürfte sicher sein, für eine solche Lösung des Konfliktes auch die Unterstützung von Russland und China im UN-Sicherheitsrat zu finden, zumal dabei auch der Abgleich wirtschaftlicher Interessen erfolgen könnte, die ein wesentlicher Grund des Krieges sind.

Das Überschreiten der "roten Linie" mit der angedrohten Reaktion sollte Mr. Obama in einer Weise nutzen, die der eines Friedensnobelpreisträgers würdig ist.

Frank3

07.09.2013, 07:05 Uhr

DANKE @ Novaris , für BEITRAG , der MENSCHENPFLICHT ZEIGT = ZWEIFELN LERNEN LÄSST .

HAB GEDANKEN aber MEDIEN WERDEN VON TÄTERN ZENSIERT .
ALSO KANN man meine MEINUNG IN DEN JAHREN meiner GESAMMELTEN BEITRÄGE FINDEN aber ich brauch sie hier NICHT SCHREIBEN , wegen ZENSUR .

http://www.gibt-es-gott.de/resources/frankgifaniwebsite1sec.gif

Dasletzte

07.09.2013, 07:25 Uhr

Die USA terrorisieren die ganze Welt. Dabei hätten sie eigentlich mit sich selbst genug zu tun. Aber irgendwie muß das bei den Herrschenden dort auch schon angekommen sein, sonst würden sie ihre angeblichen Freunde und Verbündete nicht ausspionieren.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×