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30.03.2011

20:59 Uhr

Islam-Debatte

Wulff rüffelt Innenminister Friedrich

Die von Innenminister Friedrich losgetretene Islam-Debatte nimmt bizarre Formen an. Inzwischen geht es kaum noch um die Sache, sondern um Befindlichkeiten. Das ruft den Bundespräsidenten auf den Plan.

Christian Wulff (Archivbild). Quelle: dapd

Christian Wulff (Archivbild).

Bremerhaven/BerlinBundespräsident Christian Wulff hat vor einer Fortsetzung der Debatte über die Rolle des Islam in Deutschland gewarnt. „Wir dürfen die Diskussion nicht nur über die Religion führen, sondern müssen uns mehr mit den Menschen beschäftigen“, sagte Wulff am Mittwoch nach einem Besuch im Museum Deutsches Auswandererhaus (DAH) in Bremerhaven mit Blick auf entsprechende Äußerungen von Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU). Wichtiger als die Frage der Religion sei die Integration der Einwanderer in Deutschland. „Ich wünsche mir, dass es uns gelingt, die Menschen so erfolgreich in unser Land zu integrieren, wie es die Amerikaner mit den deutschen Einwanderern getan haben“, betonte der Bundespräsident.

Die Frage der Religion dürfe nicht überbewertet werden, sagte Wulff zur aktuellen Debatte über die Frage, ob der Islam zu Deutschland gehört. Während seiner „Bremer Rede“ am 3. Oktober hatte der Bundespräsident noch betont, der Islam sei ein Teil Deutschlands.

Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) widersprach dem jedoch. Auch Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) argumentierte, dass sich das historisch nicht belegen lasse.

Harsche Kritik an Friedrich kam von den Grünen, die in diesem Zusammenhang auch eine Koalition mit der Union auf Bundesebene für unmöglich halten. Als Grund nannte das Bundesvorstandsmitglied Malte Spitz neben der Atomkraft, auch die Sicherheits- und Sozialpolitik und den Umgang mit Migranten.  Er sehe nicht, dass sich die Union bei diesen Themen auf uns zu bewegt hätte. „Ganz im Gegenteil: Herr Friedrich hat mit seinen Äußerungen zum Islam viel Porzellan zerschlagen, und Beispiele dieser Qualität lassen sich für viele Kabinettsmitglieder finden“, sagte Spitz Handelsblatt Online. „Insofern gibt es da zurzeit wenig Spielraum für ein Miteinander.“ Den Grünen gehe es um Inhalte, sagte Spitz. Wenn es hier Schnittmengen zu anderen Parteien gebe, seien auch Koalitionen denkbar. „Die Schnittmengen aber sind nun mal mit der SPD derzeit am größten.“

Kommentare (30)

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Maschmeyer

30.03.2011, 20:25 Uhr

Wo war Christian Wullf als Guttenberg den deutschen Bundestag und das deutsche Volk belogen hat?
Da habe ich auf sein klärendes Wort gewartet.

Wulff, diese abscheuliche Maschmeyer-Marionette, hat überhaupt nichts zu melden. Der soll in seiner Villa die Vorhänge zuziehen und sich am besten überhaupt nicht blicken lassen. Von so einem Bundespräsidenten sollte man keinen Orden entgegennehmen, sondern ihm vor die Füße schmeissen und darauf spucken.

Thomas-Melber-Stuttgart

30.03.2011, 20:26 Uhr

Nur lassen sich Mensch und Religion bei religiösen Menschen eben nicht trennen. Der Vergleich mit deutschen Einwanderen in den USA hinkt auch stark.

deutsche-Einwanderer

30.03.2011, 20:37 Uhr

Der Vergleich mit deutschen Einwanderern in den USA ist auf allen Ebenen so unsäglich dumm, falsch und irreführend, dass man schreiend aus dem Fenster springen möchte.

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