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05.03.2011

10:51 Uhr

Islamäußerung

Neuer Innenminister erhitzt die Gemüter

Welche Rolle spielt der Islam in Deutschland? Politiker streiten über die Äußerungen des neuen Innenministers Friedrich.

Der neue Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) startet mit einer umstrittenen Aussage in seinem Amt. Quelle: Reuters

Der neue Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) startet mit einer umstrittenen Aussage in seinem Amt.

BerlinDer neue Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) erregt mit seinem Äußerungen zum Islam die Gemüter. Unions-Bundestagsfraktionschef Volker Kauder (CDU) unterstützte Friedrichs Einschätzung, der Islam gehöre nicht zu Deutschland. Der Parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Stefan Müller, sagte, der Islam sei eine gesellschaftliche Realität, habe Deutschland aber nicht geprägt. Liberale Muslime reagierten empört auf Friedrichs Äußerungen, der der Zentralrat der Ex-Muslime dagegen lobte ihn.

Kauder sagte: „Der Islam hat unsere Gesellschaft nicht geprägt und prägt sie auch heute nicht. Der Islam gehört damit nicht zu Deutschland.“

Islam als nicht prägender Teil der Lebenswirklichkeit

Müller sagte, Friedrich habe klargestellt, „dass Deutschland nicht vom Islam geprägt war und ist und auch künftig nicht geprägt sein wird“. „Aber selbstverständlich ist der Islam heute Teil der Lebenswirklichkeit auch bei uns“, sagte Müller. Auch ein Innenminister dürfe eine andere Meinung haben als der Bundespräsident. Bundespräsident Christian Wulff hatte sich öffentlich dazu bekannt, dass der Islam inzwischen zu Deutschland gehört.

Der nordrhein-westfälische Arbeits- und Integrationsminister Guntram Schneider (SPD) sagte: „Friedrich behindert mit seinen Äußerungen die Integration.“ Das konterkariere die Integrationsbemühungen. Der Islam und die etwa fünf Millionen Muslime gehörten unübersehbar zu Deutschland. „Sie sind ein Stück unserer Normalität“, sagte Schneider. Innenminister Friedrich hebe sich deutlich von seinem Vorgänger Thomas de Maizière (CDU) ab, der um eine sachliche Integrationspolitik bemüht gewesen sei.

Die Vorsitzende des liberal-islamischen Bundes, Lamya Kaddor, nannte die Worte Friedrichs eine „Ohrfeige ins Gesicht der Muslime“.

„So eine Aussage ist nicht nur politisch und geschichtlich falsch“, sagte Kaddor. „Ich halte sie für gefährlich.“ Damit würden alle Fortschritte in der Islamdebatte der vergangenen Jahre negiert und die Dialogbereitschaft vieler Muslime geschwächt.

Die Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime in Deutschland, Mina Ahadi, sagte hingegen: „Endlich hat ein deutscher Politiker mal den Mut, klar zu sagen, dass der Islam mit einer aufgeklärten, demokratischen Kultur wie in Deutschland unvereinbar ist. Wir brauchen mehr Politiker, die den aggressiven Islam nicht länger hilflos verharmlosen.“ Religion solle generell in Deutschland Privatsache bleiben. Seit Jahren versuche eine zunehmend aggressive islamische Bewegung in Europa Fuß zu fassen. „Hier geht es nicht mehr nur um Religion, sondern um ganz klare menschenverachtende und besonders frauenfeindliche Politik“, sagte Ahadi.

Von

dapd

Kommentare (20)

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Case

05.03.2011, 12:32 Uhr

Kaum im Amt, dieser Innenminister wider seinen Willen,
und schon am rechten Rand im Trüben fischen!

Muselmann

05.03.2011, 12:37 Uhr

Friedrich hat völlig Recht - und Jeder weiss es.

Account gelöscht!

05.03.2011, 14:33 Uhr

Deutschland wurde geflutet mit islamischen Wirtschafts-Flüchtlingen. Vor allem aus der Türkei. Warum das politisch geduldet wurde, dass aus 50.000 Gastarbeitern jetzt 5 Mio wurden, ist mir unklar.

Die Deutschen sollen absichtlich überfremdet werden um sie dauerhaft einzuschüchtern. Das ist doch die Wahrheit.

Der Islam wurde den Deutschen aufgezwungen, kann man deshalb sagen, er gehört zu Deutschland ?

Den Ostdeutschen wurden damals auch die Russen aufgezwungen, das war halbwegs berechtigt, weil wir Russland im Krieg auch schlimmes angetan hatten. Aber eine Okkupation Deutschlands aus der Türkei und aus dem Nahen Osten ist historisch nicht begründbar.

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