Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.03.2011

08:55 Uhr

Islamkonferenz

Boykott-Aufruf der SPD sorgt für Eklat

Nach den Misstönen der ersten Islamkonferenz unter Innenminister Friedrich gießt die SPD neues Öl ins Feuer. Die Integrationsbeauftragte Aydan Özoguz fordert die Muslime zum Boykott der Islamkonferenz auf.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich: Heftige Kritik von SPD und Muslimen. Quelle: dpa

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich: Heftige Kritik von SPD und Muslimen.

BerlinNach der ersten Islamkonferenz unter Leitung des neuen Bundesinnenministers Hans-Peter Friedrich hat die SPD Muslime aufgefordert, sich künftig nicht mehr an der Islamkonferenz zu beteiligen - und damit für einen neuen Eklat gesorgt. Die Muslime sollten nicht mehr an der Islamkonferenz teilnehmen, bis ein anderer die Leitung übernehme, sagte die Integrationsbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Aydan Özoguz, dem Hamburger Abendblatt (Mittwochausgabe). Friedrich missbrauche die Teilnehmer der
Islamkonferenz, um sein eigenes politisches Profil als Hardliner zu schärfen.

Anstatt um das Vertrauen der ohnehin skeptischen muslimischen Verbände zu werben, gebe er sich spaltend, kritisierte die SPD-Politikerin. Bei dem Treffen am Dienstag habe von nahezu allen Teilnehmern sehr große Bedenken gegen die von Friedrich im Vorfeld der Konferenz angekündigte Sicherheitspartnerschaft gegeben, sagte die Islamwissenschaftlerin Armina Omerika in Berlin nach der Tagung von Vertretern muslimischer Organisationen sowie von Politikern unter Leitung von Friedrich. Solche Partnerschaften förderten das Denunziantentum und keineswegs die Integration.

Der CSU-Politiker sprach von einem Missverständnis. Es gehe um Prävention gegen islamistische Gewalt. Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) wies die Kritik an Friedrich zurück. Er forderte die Verbände in einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ dazu auf, sich ernsthafter um die Integration in Deutschland zu bemühen. Er äußerte dem Bericht zufolge Zweifel daran, dass der Islam die Grenze zwischen Staat und Religion respektiere und sich von Extremismus distanziere.

Friedrich erhielt auch Rückenstärkung aus dem islamischen Lager. Der Dialogbeauftragte der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (Ditib), Bekir Alboga, versicherte, die Islamkonferenz gehe trotz des Eklats bei der ersten Sitzung unter Friedrichs Leitung weiter. „Der Minister wurde wegen seiner Parteipolitik auch persönlich angegriffen“, sagte Alboga der in Halle erscheinenden „Mitteldeutschen Zeitung“ (Mittwoch). „Er hat aber sehr aufmerksam und geduldig zugehört und vieles ertragen an Kritik. Das zeigt seine Entschlossenheit, die Deutsche Islamkonferenz fortzusetzen.“ Alboga kündigte an: „Es geht weiter. Das wollen wir Muslime. Das will auch der Minister.“

Der nordrhein-westfälische Integrationsminister Guntram Schneider (SPD) forderte eine Neuausrichtung der Islamkonferenz. „Die Struktur der Islamkonferenz muss überdacht werden“, sagte Schneider der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Mittwoch). Es müsse künftig eine klare Zielsetzung geben. „Man darf nicht Sicherheitsfragen mit religiösen Fragen vermischen. Das Attentat von Frankfurt und die Islamkonferenz haben nichts miteinander zu tun. Das ist nicht sachgemäß“, sagte Schneider. Friedrich hatte mit Hinweis auf den Frankfurter Anschlag von den Muslimen auf der Konferenz Mitarbeit beim Aufspüren gefährlicher Islamisten verlangt.

Kommentare (21)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Thomas-Melber-Stuttgart

30.03.2011, 09:42 Uhr

Allein schon die Tatsache, daß mit den muslimischen Verbänden "auf Augenhöhe" verhandelt (Was eigentlich? Der Primat unserer Verfassung und unsere Gesetze?) anerkennt die Existenz von Parallelgesellschaften in unserem Gemeinwesen.

Account gelöscht!

30.03.2011, 10:11 Uhr

Es gibt keine Buddha-Konferenz, keine Ortodoxen-Konferenz, keine Hindi-Konferenz. Nur mit dem Islam verhandeln wir in Europa als wären es Außerirdische vom Mars. Ja, die allumfassende Andersartigkeit und Intoleranz ist der Haupt-Grund. Und dass SPD und Grüne ihnen immer signalisiert haben, sie seien etwas Besonderes. So'n Quark. Einfach mal nach "Die Freiheit" googlen ... !

Island

30.03.2011, 10:38 Uhr

Ich frage mich warum wir überhaupt eine „Islamkonferenz“ in unserem Land abhalten. Die Rechtslage ist doch klar wir Deutschen und die Gastarbeiter müssen sich an den Gesetzen halten. Genauso wie das Gesetz alle Menschen in unserem Land schützt.

Die Gastarbeiter sollten nur für ein paar Jahre in unserem Land arbeiten, auf Wunsch der Entsendeländer.

Wir haben aber trotz Massenarbeitslosigkeit (8 Millionen) immer noch über 7,4 Millionen Gastarbeiter (evtl. noch mehr wir gehen noch von 1 Million ILEGALEN zusätzlich aus)

Die Kosten die durch die Gastarbeiter entstehen sind enorm. (Mindestens 50 Mrd. Euro)

Jegliche Beschlüsse von der „Islamkonferenz“ zahlen wir Deutschen!
(z. b. die Ausbildung von den so genanten „Imanen“)

Natürlich kann man zu diesen Thema deutlich mehr sagen, allein die Gesellschaftlichen Auswirkungen in unserem Land füllen „Bände“.

Die Rückkehr der ausländischen Arbeitskräfte ist das Gebot der Stunde.
(Wie es auch vertraglich geregelt ist: siehe Anwerbeabkommen)


Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×