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29.03.2011

23:36 Uhr

Islamkonferenz

Muslime und Friedrich auf Konfrontationskurs

Turbulenter Auftakt: Auf der Islamkonferenz fordert Innenminister Friedrich von den Muslimen mehr Einsatz bei der Islamismus-Bekämpfung. Außerdem hält der Politiker an seinen Islam-Thesen fest. Beides stößt auf Unmut.  

Bundesinnenministers Friedrich (l.) vor Beginn der Islamkonferenz in Berlin. Quelle: dpa

Bundesinnenministers Friedrich (l.) vor Beginn der Islamkonferenz in Berlin.

Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hat die Islamkonferenz mit seinem Vorstoß für eine Sicherheitspartnerschaft zwischen Staat und Muslimen schwer belastet. Zudem sorgte er am Dienstag mit seinen umstrittenen Thesen zur Bedeutung des Islam für Deutschland weiter für Unmut.

Neun der 15 muslimischen Konferenzteilnehmer erklärten, eine solche Botschaft rüttele „gefährlich an den Grundlagen eines bis jetzt ohnehin schwierigen und mit viel Mühe verbundenen Prozesses des Vertrauensaufbaus“.  Friedrich, erst seit Anfang des Monats Innenminister, leitete die seit fünf Jahren bestehende Konferenz zum ersten Mal.

Von seinen Ansichten zum Islam rückte der CSU-Politiker nicht ab. „Selbstverständlich sind die vielen Muslime, die in diesem Land leben, ein Teil dieser Gesellschaft“, sagte er nach der Konferenz, und fügte hinzu: „Dieses Land ist ein christlich-abendländisch geprägtes Land, ... daran bestand und besteht hoffentlich auch kein Zweifel.“ Es sei bedauerlich, dass das „bei den Einzelnen falsch angekommen“ sei.  

Auf massiven Widerstand stieß Friedrich auch mit seinen Bemühungen, die Muslime im Kampf gegen den Islamismus stärker in die Pflicht zu nehmen. Der Minister will damit gegen die Radikalisierung von Jugendlichen vorgehen. Ausgangspunkt für die Initiative war der Anschlag vom 2. März, bei dem ein Islamist am Flughafen Frankfurt zwei US-Soldaten tötete.

Die Sicherheitspartnerschaft soll dazu führen, dass in Vereinen, bei Predigten sowie auch bei Gesprächen über den Islam radikale Ansichten früh entdeckt werden. Friedrich will in diesem Frühjahr zu einem „Präventionsgipfel“ einladen - unabhängig von der Islamkonferenz. Neun der 15 muslimischen Teilnehmer erklärten dazu schriftlich, der neue Duktus aus dem Innenministerium lasse Zweifel daran aufkommen, ob die Dialog- und Integrationsfunktion der Islamkonferenz weiterhin angestrebt werde. „Als muslimische Teilnehmer der DIK rufen wir den Innenminister dazu auf, nicht leichtfertig die langjährigen Bemühungen um einen Dialog zwischen den Muslimen und dem Staat sowie die bisherigen Errungenschaften der DIK zu gefährden.“

Kommentare (3)

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30.03.2011, 09:04 Uhr

Die Historienbetrachtung von H.P. Friedrich war mehr als flüssig - nämlich überflüssig. Hilfreich war sie erst recht nicht.

Allerdings war die Aussage von Bundespräsident Wulff zur aktuellen Situation des Islam in Deutschland auch nicht gerade tiefsinnig. Der Islam ist bei uns eine Religion von vielen; der Anteil ist zwar höher als der des Hinduismus oder des Buddhismus. Ansonsten ist die Frage nach der Dazugehörigkeit völlig belangslos.

Petra

30.03.2011, 09:22 Uhr

Was wurde nur aus Deutschland? Ein Deutschland, in dem sich der Innenminister vor dem Islam verbeugen muß und genötigt wird, die Geschichte umzuschreiben! Dazu fällt mir nur Heinrich Heine ein: "Denke ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht."

Island

30.03.2011, 14:06 Uhr

Kleine Zahlenkunde:

Nach offiziellen Zahlenmaterial geht man davon aus das jeder 3 Euro der in den „Moscheen“ eingesammelt wird Terroristischen oder Staatsfeindlichen Organisationen zugeführt wird.

Darum ist die Idee vom Innenminister ein wenig „blauäugig“ es wäre genauso wenn wir den Baader-Meinhof Freundeskreis gebeten hätten „Radikale Äußerungen“ zu melden.

Wichtig ist es SOFORT Kriminelle und Terroristische Ausländer (egal welche Staatsbürgerschaft) auszuweisen und im Falle einer Verurteilung ihre Strafe in ihrer Heimat absitzen (Türkei, Russland, Polen, etc.)

Wir haben unter den 1,8 Millionen Türkischen Gastarbeitern über 40.000 Terroristen und Sympathisanten!

Wir hatten in der BRD bei 57 Millionen Deutschen circa 12 Terroristen und einen harten Kern von circa 100 Menschen.

Wir müssen den Rechtstaat wieder herstellen!

Ich denke Herr Friedrich ist nur ein „Rattenfänger“ er wird genauso wenig für die Innere Sicherheit unseres Landes sorgen wie die Vorgänger.

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