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06.04.2015

19:11 Uhr

Islamkritiker unter sich

Pegida lädt Geert Wilders ein

Die Pegida-Bewegung befindet sich offenbar wieder im Aufwind. Sie hat eine Bürgermeisterkandidatin und will sich europaweit vernetzen: So soll der niederländische Anti-Islam-Politiker Wilders bald in Dresden sprechen.

Der Gründer der islamkritischen Pegida-Bewegung, Lutz Bachmann, und die designierte Pegida-Kandidatin für die Dresdner Oberbürgermeisterwahl, Tatjana Festerling. dpa

Pegida-Kundgebung in Dresden

Der Gründer der islamkritischen Pegida-Bewegung, Lutz Bachmann, und die designierte Pegida-Kandidatin für die Dresdner Oberbürgermeisterwahl, Tatjana Festerling.

Dresden„Man muss sich immer selbst ein Bild von den Dingen machen“, sagt Geert Wilders. Im österreichischen Nachrichtenmagazin „Profil“ wird der strohblonde Rechtsaußen der niederländischen Politik nach seinem geplanten Besuch bei Pegida gefragt und auch nach dem „Hitler-Bärtchen-Selfie“ von Pegida-Chef Lutz Bachmann. „Das war sehr dumm von ihm. Aber wir machen alle Fehler.“

Am Montag nach Ostern (13.4.) soll Wilders in Dresden bei Bachmanns selbst ernannten „Patriotischen Europäern gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) sprechen. Bis zu 30.000 Teilnehmer erhoffen die sich von dem Besuch - wie zu Hochzeiten, auch wenn sich zuletzt weniger Menschen dem montäglichen „Abendspaziergang“ durch die Dresdner Innenstadt anschlossen. Für die Polizei wird es ein weiterer Großeinsatz.

Geert Wilders ist der Vorsitzende der niederländischen Freiheitspartei (Partij voor de Vrijheid). dpa

Geert Wilders

Geert Wilders ist der Vorsitzende der niederländischen Freiheitspartei (Partij voor de Vrijheid).

Wilders, dessen Partei Die Freiheit inzwischen nur noch von früheren Erfolgen träumen kann, steht in den Niederlanden seit 2004 unter Polizeischutz. Wegen islamfeindlicher Äußerungen. Er sieht im Islam eine „kranke Ideologie“ und vergleicht den Koran mit Hitlers „Mein Kampf“.

„Wilders und Pegida haben in der Islamophobie einen gemeinsamen Nenner“, sagt der Rechtsextremismusforscher Oliver Decker von der Universität Leipzig. Sonst seien die Schnittmengen aber nicht so groß.

Bachmann sucht den Schulterschluss zur europäischen Rechten, verspricht ein internationales „Line-up“ bei der Kundgebung mit Wilders. Das sorgte bereits für Spekulationen - über einen möglichen Auftritt Marine Le Pens von der rechtsextremen französischen Front National oder von Nigel Farage von der britischen Ukip. Unterstützung erhält Bachmann auch vom Schweizer Rechtspopulisten Ignaz Bearth.

Er wäre doch dumm, sich nicht mit Le Pen oder Heinz-Christian Strache, dem Chef der rechten österreichischen FPÖ, zu verbünden, mit denen er mehr gemein habe als mit den Parteien im niederländischen Parlament, sagt Wilders. „Deswegen glaube ich auch, dass es wichtig ist, der Pegida-Bewegung einen Besuch abzustatten.“

„Die extreme Rechte in Europa ist durch den Einzug vieler Gruppierungen ins europäische Parlament gestärkt worden“, meint Decker. Ob sich das auch dauerhaft in Deutschland niederschlage, sei noch ungewiss. „Man kann noch nicht von einer Konsolidierung sprechen, aber ich denke, wir haben es hier mit einer immer sichtbarer werdenden Sammlung am extremen rechten Rand zu tun.“

Der Wissenschaftler erkennt in der Entwicklung der letzten Jahre eine Wellenbewegung. „In diese Wellenbewegung gehört auch Pegida, aber auch Momentaufnahmen wie die Veröffentlichungen von Thilo Sarrazin und anderen, die jeweils etwas mobilisieren, was danach aber wieder abklingt.“

Kommentare (3)

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Herr S. B.

07.04.2015, 11:36 Uhr

Pegida und die deutschtümelnden Gutmenschen der AFD sind doch schon fast in der Bedeutungslosigkeit verschwunden. Hier findet doch nur noch ein letzter Wiederbelebungsversuch statt

Herr Joly Joker

07.04.2015, 13:06 Uhr

Diese Wellen, die sich da aufschaukeln, sind seit Jahrzehnten zu sehen. Mit der NPD fing es an; dann die REPS und die DVU, ständig begleitet von diversen Wehrsportgruppen. Mir der EU und der Öffnung in Europa schwappen die Rechten Ansichten zu uns hinein. Sie wirken ebenfalls verstärkend. Die Geldverschwendung durch Brüssel und die entsprechenden demokratischen Defizite dieses Molochs erzeugen einen zusätzlichen Kick. jetzt haben wir noch Junker und Griechenland dazubekommen. Wen wundert es da, dass sich der Bürger erhebt. Wir brauchen uns nicht die Augen zu reiben - das war alles voraussehbar. Und wenn erst noch der EURO und dann die EU in den Strudel geraten, dann werden mal die Gutmenschen und Multikulturisten erleben was ein Zunami ist. Die französische Revolution dürfte dann ein lokales Gewitter sein gegen das was da losgetreten werden kann. Eine Kombination von Haider und LePen in Deutschland und als Brandbeschleuniger noch ein netter kleiner krieg in Europa in trauter Gemeinsamkeit mit einem Zusammenbruch unserer Sozialsysteme.

Herr Snoo Pie

09.04.2015, 13:11 Uhr

... und dies hier ? (siehe Zitat)
Ist der ultimative Aufruf zu Linker Gewalt und Niederknüppelung der Meinungsfreiheit:!!!
"Dresden Nazifrei will Wilders-Rede verhindern
Dresden. Die Pegida-Anhänger von der Anreise abhalten. Das ist Ziel der Pegida-Gegner um das Bündnis Dresden Nazifrei. „Wir wollen erreichen, dass Wilders nicht in Dresden sprechen kann. Wir werden versuchen, die Zugänge zum Ostragehege zu blockieren.“, so Sprecher Silvio Lang. Dafür sollen möglichst viele Gegner zusammenkommen, die die Pieschener Allee und die Schlachthofstraße blockieren.
Das Bündnis „Dresden für alle“ ruft dazu auf, sich als Protest gegen die Pegida einem Sternlauf anzuschließen. Von den drei Startpunkten Albertplatz,
Synagoge und Fritz-Förster-Platz soll es zum Bahnhof Mitte gehen. Dort ist gegen 16 Uhr eine Kundgebung geplant. „Danach ist diese Veranstaltung beendet“, so Sprecher Eric Hattke. Was die Teilnehmer im Anschluss tun, sei ihre Sache. (lex/awe) "
Diese "demokratische" Freiheit hatten wir schon mal im Osten - nur die LINKE Meinung gilt, alles andere wird niedergeknüppelt.

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