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17.11.2016

16:52 Uhr

IT-Gipfel

Digitale Harmonie

VonDana Heide, Christof Kerkmann

Eine staunende Kanzlerin, ein Kabinett in Beschlussstärke und ein Land im bildungspolitischen Aufbruch – der IT-Gipfel ist ein Fest der Harmonie und des gemeinsamen Anpackens. Nur eine kleine Gruppe leistet Widerstand.

Sigmar Gabriel (SPD, l) und die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU, M) winken neben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in die Kamera eines Laptops. Aber nicht jeder gab sich beim IT-Gipfeloptimistisch. dpa

Nationaler IT-Gipfel

Sigmar Gabriel (SPD, l) und die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU, M) winken neben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in die Kamera eines Laptops. Aber nicht jeder gab sich beim IT-Gipfeloptimistisch.

SaarbrückenDie Stimmung ist gut, der Andrang der Spitzenpolitiker überwältigend. Sieben Bundesminister und die Kanzlerin haben sich beim zehnten nationalen IT-Gipfel in Saarbrücken versammelt und bieten ein ungewöhnliches Bild. „Wir könnten fast eine Kabinettssitzung abhalten und wären beschlussfähig“, scherzt Kanzlerin Angela Merkel (CDU).

Während sie sich die neuesten digitalen Entwicklungen für das Auto erklären lässt, stehen Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) in einer Vierergruppe mit Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) und Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) in kleinem Abstand daneben und staunen ebenso. Dobrindt hilft der Kollegin Nahles noch mit aufs Podest, damit sie nicht allein stehen muss. Zuvor hat Gabriel einen Moderator unter wohlwollendem Gelächter des Publikums den Moderator einer Diskussionsrunde gerüffelt, weil er die weiblichen Teilnehmer nicht zu Wort kommen lassen hatte.

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Seltene Eintracht: Google-Chef Sundar Pichai wird auf dem IT-Gipfel hofiert wie ein Ehrengast – trotz aller Kritik an seinem Unternehmen. Der Manager nutzt seinen Besuch für Diplomatie. Leuchtende Herzen inklusive.

Harmonie allerorten, selbst den Google-Chef Sundar Pichai begrüßten alle herzlich, die Bundesregierung zieht an einem Strang. Wenig später wird Merkel per Videoschalte mit einer Schulklasse darüber witzeln, wie sie digitale Medien nutzt. Es wird viel gelacht, gescherzt und gelobt. Merkel klopft Gabriel, wahrscheinlich bald ihr Konkurrent im Kampf um das Kanzleramt, mehrfach im übertragenen Sinne auf die Schulter. Gabriel hat gerade seine Unterstützung für eine nationale Initiative für regionale Innovationszentren bekräftigt. „Ich glaube, dass diese Hub-Initiative eine wirklich gute Sache ist“, lobt Merkel. Auch gut sei: Die Kooperation zwischen Staat und Wirtschaft in der Plattform Industrie 4.0.

„Deutschland hat eine gute Ausgangsposition, aber wir sind weit davon entfernt, in allen Bereichen Weltspitze zu sein“, sagte Merkel. Die Politik müsse schneller werden. Bildung sei auch so ein Thema wo man aufholen müsse, da waren sich alle einig. Da muss Deutschland besser werden. Die Diskussion um digitale Bildung dürfe sich nicht darauf reduzieren, ob wir jetzt ein Fach Informatik brauchen, mahnte Gabriel. Die Märkte für digitale Bildung müsste Deutschland „weit besser erschließen, als wir es in der Vergangenheit geschafft haben.“

Tenor also: Wir sind auf einem guten Weg und haben unsere Schwächen erkannt. Alles gut also? Das sah beim IT-Gipfel nicht jeder so. Am Rande des Treffens wurden drastische Warnungen laut, die im Gegensatz zum verbreiteten Optimismus standen.

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