Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.11.2015

12:05 Uhr

IT-Gipfel über digitale Verwaltung

Ein Amt wie Amazon

VonChristof Kerkmann

Nummer ziehen, hinsetzen, warten: Wer zum Amt geht, braucht Geduld. Dabei gibt es Technik, um den Antrag auf Kindergeld oder die Anmeldung einer Firma online abzugeben. Hilft die Flüchtlingskrise bei der Einführung?

Warten beim Amt: Lange Schlangen könnten verhindert werden, wenn  Anträge Online gestellt werden könnten. dpa

Lange Schlangen vor Berliner Bürgerämtern

Warten beim Amt: Lange Schlangen könnten verhindert werden, wenn Anträge Online gestellt werden könnten.

BerlinWer gerade Nachwuchs bekommen hat, hat eigentlich Besseres zu tun. Und auch wer ein Café aufmachen will, kann seine Zeit vermutlich sinnvoller nutzen. Doch in Deutschland führt kein Weg an der Bürokratie vorbei: Man muss zu verschiedenen Behörden gehen, Anträge von Hand ausfüllen und dann oft wochenlang auf die Ergebnisse warten. Moderne Verwaltung geht anders.

„Während sich Online-Angebote der Wirtschaft immer stärker verbreiten, wird das E-Government-Angebot in Deutschland trotz stetigen Ausbaus von immer weniger Menschen genutzt“, lautet die traurige Bilanz der Arbeitsgruppe, die für den IT-Gipfel in dieser Woche das Thema „Staat 4.0“ vorbereitet hat. Es mangele an Angeboten, die einfach zu erreichen und vom Bürger aus gedacht sind, monieren die Experten. Und weil dem so ist, mangelt es an Nutzern.

Technisch wäre es kein Problem, ein Amt wie Amazon aufzubauen, wo man alle Dienstleistungen des Staates auf einen Klick bekommt. Wie so ein System aussehen könnte, hat beispielsweise die Beratung Accenture auf dem IT-Gipfel gezeigt: Das „digitale Servicekonto“ soll Bürgern und Firmen einen einfachen, übersichtlichen und direkten Zugang zur Verwaltung geben. Accenture hofft, mit diesem Konzept die Behörden zu überzeugen und als Kunden zu gewinnen.

„Meistens sind die Lösungen an Verwaltungsprozessen orientiert, nicht an Lebenslagen“, erklärt Catrin Hinkel, Geschäftsführerin bei Accenture Deutschland. Der Bürger wisse daher häufig nicht, an wen genau er sich wenden müsse. Hier will das Beratungsunternehmen ansetzen: Das Portal soll Dienstleistungen möglichst vieler Behörden für bestimmte Szenarien bündeln.

Unter „Familie & Partnerschaft“ finden Nutzer etwa alle Anträge, die sie nach der Geburt eines Kindes benötigen, ob für die Anmeldung des Nachwuchses oder das Kinder- und Elterngeld – dafür muss man derzeit unterschiedliche Stellen kontaktieren. Und wer ein Geschäft eröffnen will, bekommt einen Überblick mit allen nötigen Anträgen und Formularen samt des Fortschritts. Bei 100 Prozent kann es losgehen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×