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27.07.2013

16:10 Uhr

IW-Chef Hüther

„Keine Verschärfung der Euro-Krise wegen Frankreich“

VonDietmar Neuerer

ExklusivIW-Direktor Michael Hüther sieht in Frankreich erhebliche wirtschaftliche Probleme. Er kritisiert besonders Präsident Hollande für dessen Politik. Eine Gefahr für die Euro-Zone sei dies jedoch nicht – im Gegenteil.

IW-Direktor Michael Hüther sieht durch die wirtschaftlichen Probleme in Frankreich keine Gefahr für die Euro-Zone. dpa

IW-Direktor Michael Hüther sieht durch die wirtschaftlichen Probleme in Frankreich keine Gefahr für die Euro-Zone.

BerlinDer Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, rechnet nicht damit, dass die wirtschaftlichen Probleme Frankreichs zu einer erneuten Zuspitzung der Euro-Schuldenkrise führen könnten. „Frankreich hat ohne Zweifel erhebliche wirtschaftliche Probleme, vor allem die Wirtschaftsstruktur bietet wenig Ansatz für eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit“, sagte Hüther Handelsblatt Online. Man habe immer noch nicht den Eindruck, dass Präsident François Hollande wirklich das Notwendige sehe und umsetze. Auch funktioniere die Sozialpartnerschaft nicht so, dass eine Anpassung der Arbeitskosten konfliktfrei gelinge. „Das führt aber nicht zwangsläufig zu einer Verschärfung der Krise in der Euro-Zone“, betonte der IW-Chef.

Einerseits seien die institutionellen Veränderungen im Euroraum weit gediehen, auch wenn die Bankenaufsicht bei der Europäischen Zentralbank (EZB) wegen vieler technischer Fragen noch länger benötige. Zurecht verlange Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) eine vertragliche Lösung, so Hüther. Aber: „Die wirtschaftliche Entwicklung in der Euro-Zone beginnt ins Positive zu drehen“, fügte der IW-Chef hinzu.

Kritik äußerte Hüther in diesem Zusammenhang an Ex-EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark, der im Handelsblatt (Freitagausgabe) die Einschätzung äußerte, dass sich die Krise im Spätherbst zuspitzen werde. „Wir werden in eine neue Phase der Krisenbewältigung eintreten.“ Nach der Bundestagswahl Ende September werde Frankreich den Druck auf die EZB und Deutschland erhöhen. Das Staatsanleihekaufprogramm OMT solle eigentlich in Spanien und Italien zum Einsatz kommen. „Aber der Druck wird enorm werden, das Instrument auch in Frankreich einzusetzen. Und zwar ohne, dass sich das Land unter den Rettungsschirm begeben muss“, sagte Stark.

Hüther sagte dazu: „Jürgen Stark versucht mit seinen Negativvisionen mehr seinen Rücktritt aus dem EZB-Direktorium zu rechtfertigen. Bedroht wird die Unabhängigkeit weniger vom OMT-Programm, sondern mehr von den Klagen vor dem Bundesverfassungsgericht.“

Kommentare (92)

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Account gelöscht!

27.07.2013, 16:48 Uhr

aso schon klar wie konnte das dem D bürger nur entgehen...

Bedroht wird die Unabhängigkeit weniger vom OMT-Programm, sondern mehr von den Klagen vor dem Bundesverfassungsgericht.“

wenn die D bürger sich wehren wollen ungefragt dafür zuhaften ist das ein "angriff auf die unabhänigfkeiten" der Südlichen Mehrheits beschaffer in der EZB...

So kann wirklich auch nur wer daher reden der auf einem Schön dotieren Posten sitzt und nicht dem Troubel des Arbeitsmarktesausgesetz ist.. jeder der von seiner Hände arbeit existieren muss bekommt da das Kalte Kotzen..

ich vermisse die Zeit wo Hochverrat in D eine strafttat war.

Huerther-Wirtschafts-Lobbyist

27.07.2013, 17:05 Uhr

„Auch funktioniere die Sozialpartnerschaft nicht so, dass eine Anpassung der Arbeitskosten konfliktfrei gelinge.“
Er meint eigentlich: „Das Profit- und Gewinnmaximierungsdiktat der Wirtschaft auf die Beschäftigten, für Niedriglöhne und in prekärer Beschäftigung zu arbeiten, wird in France nicht nicht wie in Deutschland konfliktfrei durchzusetzen sein. Erst recht nicht, eine Agenda 2010 und deregulierte Arbeitsmärkte.“
Ich wünsche mir für Hüther, das er die Folgen seiner jahrelangen unternehmensnahen Lobbyistenarbeit zukünftig am eigenen Leib zu spüren bekommt. Spätestens in 10-15 Jahren, wenn die Babyboomer-Generation feststellt, von Politik und Wirtschaft verarscht worden zu sein, dann knlalts hier heftig und Leute wie Hüther sind dann entweder im Ausland, oder sie werden die volle Härte zu spüren bekommen. Im Leben muß für alles, was man tut und verantwortet, immer irgendwann der gerechte Preis bezahlt werden, das ist ein Naturgesetz. Wer immer nur bvei anderen einfordert, immer mehr Wachstum, immer mehr Effizenz, immer mehr Profit, immer billigere Produktion, immer weniger Lohn/Gehalt, wie Hüther einfordert, wird irgendwann selbst die Rechnung für seine Meinungsmache und Lobbyistenarbeit erhalten!

Vitalis

27.07.2013, 17:07 Uhr

Nachdem nach Italien auch Frankreich kurz vor dem
wirtschaftlichen Kollaps stehen und wohl nur über Herrn
Draghi zu retten sind (mit unseren Steuergelder/Bankensicherung, etc.), sollte man sich ernst-
haft mit der Einführung des Nordeuro auseinandersetzen.
Dafür müsste man sich mit den Belgier, Niederländer,
Luxemburger, Finnen u. Österreicher an einen Tisch setzen.
Außerdem wären vielleicht auch Polen und die baltischen
Staaten mögliche Mitglieder einer Nordeuro-Zone.
Michael Thurm hat sich eingehender mit dem Nordeuro
auseinandergesetzt: Nach dem Euro ist vor dem Euro.

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