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25.09.2013

16:19 Uhr

IW-Index

Deutschland? Nur ein bisschen gerecht

VonMaike Freund

Was ist gerecht? Für die Parteien ist das jeweils etwas anderes. Ein neuer Index vergleicht 28 Länder im Hinblick auf diese Frage. Das Ergebnis spricht nicht überall für Deutschland.

Was ist gerecht? Für diesen Demonstranten ist es nicht die Sparpolitik der bisherigen Koalition. APN

Was ist gerecht? Für diesen Demonstranten ist es nicht die Sparpolitik der bisherigen Koalition.

DüsseldorfSPD und Grüne haben einen Antwort auf die Frage, was gerecht ist: Mindestlohn, finden sie, sei gerecht. Oder Steuererhöhungen für Besserverdiener. Die AfD hat andere Ansichten: Für sie ist der Euro nicht fair. Die CSU wiederum findet es ungerecht, dass Deutsche für die Autobahnnutzung der Ausländer zahlen. Das zeigt: Es gibt keine einfache Antwort auf die Frage nach Gerechtigkeit, weil sie sich nur schwer objektiv messen lässt. Ob etwas fair ist oder nicht, ist meist eine individuelle Empfindung, sie hängt von subjektiven Wahrnehmungen ab.

Das Institut der Deutschen Wirtschaft Köln (IW) versucht es trotzdem mit einem Index – und vergleicht 28 Staaten im Hinblick auf Gerechtigkeit. Dafür wurden vom Allensbach-Institut verschiedenen Parameter abgefragt. Dazu zählen Bedarfs-, Chancen, Leistungs-, Einkommens-, Regel- und Generationengerechtigkeit.

Die sechs Dimensionen der Gerechtigkeit

Bedarfsgerechtigkeit

Das Existenzminimum eines jeden soll garantiert gedeckt sein.

Leistungsgerechtigkeit

Jeder Einzelne soll in dem Maße vom gesellschaftlichen Wohlstand profitieren, in dem er dazu beigetragen hat.

Chancengerechtigkeit

Jedes Mitglied der Gesellschaft muss gerechte Chancen auf Arbeit, Bildung und Aufstieg haben.

Einkommensgerechtigkeit

Der Wohlstand soll möglichst gleich verteilt sein.

Regelgerechtigkeit

Die Regeln des gesellschaftlichen Zusammenlebens müssen für jeden gleichermaßen gelten und zudem transparent und nachvollziehbar gestaltet sein.

Generationengerechtigkeit

Künftige Generationen sollen gegenüber der heutigen Generation nicht durch politische Entscheidungen benachteiligt werden.

Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis: Deutschland steht ganz gut da im internationalen Vergleich und schafft es auf Platz sieben – hinter den skandinavischen Ländern, Österreich und Neuseeland. Danach folgen im Mittelfeld die Niederlande, die Schweiz, Luxemburg, Australien und Belgien. Auf den letzten Plätzen der Skala rangieren Italien, die USA, Griechenland, Rumänien und die Türkei.

Doch das gute Resultat für Deutschland gilt laut Studie nicht für alle Gerechtigkeitsdimensionen. Denn vor allem bei der Chancengerechtigkeit landet Deutschland nur auf Platz 14. Doch für 90 Prozent der Deutschen ist die Chancengleichheit das wichtigste Kriterium für Gerechtigkeit, an zweiter Stelle folgt die Bedarfsgerechtigkeit. Für nicht so wichtig nehmen die Befragte die Frage nach der Verteilung von Einkommen für die Beurteilung von Gerechtigkeit.

Laut der Allensbach-Umfrage wünschen sich die Menschen in Deutschland vor allem Verbesserungen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und der Qualität der Schulausbildung. Somit bleibt es auch wieder eine individuelle Empfindung, ob diese Studie die Realität fair abbildet oder nicht.

Kommentare (6)

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25.09.2013, 16:37 Uhr

Eine recht vereinfachte Betrachtungsweise, die Komponenten der sozialen Gerechtigkeit nur oberflächlich darstellt.

Was wäre aber für weite Teile der Bevölkerung aber noch gerecht ? Gehören dazu nicht auch zahlreiche Formen demokratischer Mitbestimmung und Urteilsfindung ? Reicht es heutzutage, dass man den Wähler aller 4 Jahre, wenn auch nur eingeschränkt, an der Politik teilhaben lässt, ihn de facto für einen Zeitraum von 4 Jahren von wichtigen und grundlegenden Entscheidungen ausschließt ?

Frank3

25.09.2013, 17:22 Uhr

IN WELÖCHEM Land DARF man WAHRHEIT SAGEN ?

Nachwuchs

25.09.2013, 18:50 Uhr

Gerechtigtkeit in Deutschland? Vielleicht nur für Islamgläubige! Für Deutsche nicht!!! Ausländer erhalten Hartz IV. Ich als Deutscher erhielt nicht Hartz IV.

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