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20.01.2014

14:23 Uhr

IW-Studie

Wie der Staat von Zuwanderern profitiert

Die Aufregung um angeblich arme Zuwanderer aus Osteuropa versperrt den Blick auf die positiven Auswirkungen von Immigration, heißt es in einer IW-Studie. Deutschland müsse für Ausländer sogar noch offener werden.

Fahrgäste eines aus Rumänien eingetroffenen Reisebusses: Der IW-Studie zufolge zahlt sich Zuwanderung für Deutschland aus. dpa

Fahrgäste eines aus Rumänien eingetroffenen Reisebusses: Der IW-Studie zufolge zahlt sich Zuwanderung für Deutschland aus.

BerlinVon der Zuwanderung nach Deutschland profitieren nach einer Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Staat und Wirtschaft gleichermaßen. Zur Sicherung von Wohlstand und Wirtschaftskraft werde sich Deutschland für Einwanderer weiter öffnen müssen, forderte IW-Direktor Michael Hüther am Montag in Berlin. Er verwies auf den weltweiten Konkurrenzkampf um die besten Köpfe. Obwohl das Zuwanderungsrecht in den vergangenen Jahren schon deutlich vereinfacht wurde, ist es aus IW-Sicht immer noch ein „Zuwanderungsverhinderungsrecht“.

Laut Studie wird sich die Zahl der Fachkräfte hierzulande demografiebedingt – umgerechnet in Vollzeitstellen – bis 2030 um 2,4 Millionen verringern. Dabei ist eine Zahl von netto 100.000 Zuwanderern pro Jahr bereits eingerechnet. Vor allem in den Gesundheits- und Pflegeberufen sowie bei Mathematikern, Ingenieuren, Naturwissenschaftlern und Technikern (MINT) zeichne sich zusätzlicher Fachkräftebedarf ab.

Hüther zeichnete ein durchweg positives Bild der bisherigen Zuwanderung. Die Immigranten – auch jene aus Bulgarien und Rumänien – seien häufig hoch qualifiziert, unter ihnen seien prozentual mehr Hochschulabsolventen als bei den Bundesbürgern.

Auch der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten unter den Zuwanderern liege mit 41,9 Prozent höher als bei den in Deutschland Geborenen (35,5 Prozent). Sie finanzierten also die Rentenversicherung und das Gesundheitssystem zumindest mit.

Kommunen, die unter Einwohnerschwund und Überalterung leiden, bieten sich nach IW-Einschätzung durch den Zuzug von außen ebenfalls Chancen. Wo es in Städten Probleme gebe, müssten diese unterstützt werden, sagte Hüther. Er verwies auf Untersuchungen, wonach Zuwanderung die Arbeitslosigkeit von Inländern sogar senken könne. Deren Löhne seien zudem durch die Zugewanderten „kaum betroffen“. Der IW-Chef kritisierte die Diskussion um angebliche Armutszuwanderer aus Bulgarien und Rumänien: Es handele sich dabei um eine Debatte mit „erkennbar politischem Kalkül“, die der Sache letztlich nur schade.

Von

dpa

Kommentare (22)

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Account gelöscht!

20.01.2014, 11:27 Uhr

"Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln"

Damit wäre alles gesagt: Die Unternehmen profitieren von billigen und willigen Arbeitskräften - während der Durchschnittsbürger die Kosten der Migration trägt (Kriminalität, Harz4 etc.)

Michl

20.01.2014, 11:40 Uhr

Märchenstunde!
Ein großer Teil dürfte aus Menschen bestehen, die aus sozialen und wirtschaftlichen Gründen zu uns kommen! Zudem dürften die dortigen Hochschulabschlüsse nicht unserem Niveau entsprechen, besonders im technischen Bereich!
Einmal hier arbeiten (in der Scheinfirma eines Landsmanns???) und schon gibt es für die 10 Kinder zuhause Kindergeld vom Deutschen Michl!
Bekommt ein Deutscher Arbeiter, der in Griechenland arbeitet, vom griechischen Staat Kindergeld für seine in Deutschland lebenden Kinder? (Diese Frage läßt sich auf alle EU-Staaten ausweiten)

Account gelöscht!

20.01.2014, 11:44 Uhr

Dann soll bitte auch ein gescheites Einwanderungssystem eingeführt werden, daß die Fachkräfte von den Schmarotzern trennt. Ich habe vor einigen Jahren eine Aufenthaltsgenehmigung in Neuseeland beantragt und bekommen und mußte hierfür neben umfangreichem medizinischen Gesundheitscheck meine Schulbildung, Ausbildung und berufliche Erfahrung haargenau aufzählen, bestätigen und anerkennen lassen. Da ich nicht auf der Liste mit dringend gesuchten Berufen stehe, mußte ich ebenfalls nachweisen, warum mich Neuseeland unbedingt braucht und dieser Job nicht auch von Kiwis erledigt werden kann. Viele andere Einwanderer müssen außerdem einen Sprachtest absolvieren, um ausreichende Sprachkenntnisse vorzuweisen. Und wenn man die Aufenthaltsgenehmigung dann, nach ein paar tausend Dollar Spesen, endlich in der Tasche hat, ist sie immer noch nicht dauerhaft, sondern muß in den folgenden 2 Jahren durch einen Mindestaufenthalt im Land, Erwerbstätigkeit und Zahlen von Steuern weiterhin „verdient“ werden. Und in Deutschland?

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