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24.01.2005

16:59 Uhr

Jahresgutachten „mit Augenmaß“ überarbeiten

Rürup will Konflikte zwischen "Wirtschaftsweisen" schlichten

Der künftige Vorsitzende des Sachverständigenrates will mögliche Konflikte zwischen den "Wirtschaftsweisen" schlichten und sieht sich in dem Gremium eher als Modeartor. „Ich möchte erreichen, dass der Rat nach außen hin stärker als Team wahrgenommen wird“, sagte Bert Rürup dem Handelsblatt.

DÜSSELDORF. Der Rat sei deutlich schlagkräftiger, wenn er in der Öffentlichkeit nicht als „vielstimmiger Chor“ wahrgenommen werde.

Dazu strebt Rürup eine „noch intensivere ratsinterne Diskussion gerade der kontroversen Positionen an, um die abweichenden Ansichten klar zu machen, aber auch, um die große Schnittmenge an Gemeinsamkeiten zu verdeutlichen.“ Insgesamt sei der Rat nicht so fundamental zerstritten, wie es in der Öffentlichkeit den Anschein gehabt habe. „Es gab gewisse Unstimmigkeiten und persönliche Irritationen, die inzwischen beigelegt sind“, sagte Rürup. Auf der Ratssitzung Ende vergangener Woche in Wiesbaden hätten alle Mitglieder sehr offen und konstruktiv miteinander diskutiert. Er sei überzeugt, dass der Rat gestärkt aus der Debatte hervorgehen wird. „Die ganze Sache hat uns stärker zusammengeschweißt.“

Rürup will die Form des Jahresgutachten „mit Augenmaß“ überarbeiten. „Wir stehen vor der Herausforderung, den Umfang zu reduzieren und die Leserfreundlichkeit zu erhöhen, ohne dass inhaltliche Substanz verloren geht.“ Eine konkrete Seitenzahl nannte er nicht, betonte aber: „Wir sollten versuchen, an die Volumina von vor vier Jahren anzuknüpfen.“ Damals waren die Gutachten ohne Anhänge mit rund 300 Seiten nur rund halb so umfangreich wie 2004. „Für die von manchen geforderte Reform an Haupt und Gliedern besteht allerdings kein Anlass.“ Den Umbau des Rates in ein vom Vertrauen des Kanzlers direkt abhängiges Beratergremium nach US-Muster lehnt er ab. „Der Sachverständigenrat möchte bleiben, was er ist: Ein unabhängiges Gremium zur Begutachtung der Wirtschaftspolitik. Wir wollen unsere Kritikfunktion nicht verlieren“, sagte Rürup.

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