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05.06.2015

16:40 Uhr

Jan Zilius

Ex-RWE-Arbeitsdirektor leitet Mindestlohnkommission

Die Mindestlohnkommission wird erstmals 2016 darüber beraten, wie hoch die Lohnuntergrenze ab 2017 sein wird. Danach entscheidet sie alle zwei Jahre über die Anpassung des Mindestlohns. Ihr Chef steht bereits fest.

Neben seiner Tätigkeit als Personalvorstand war Zilius zeitweise auch Chef von RWE Power. Nach Erreichen der unternehmensinternen Altersgrenze schied er Ende April 2007 aus dem RWE-Vorstand aus. dpa

Jan Zilius, Gert Maichel, und Harry Roels (von links)

Neben seiner Tätigkeit als Personalvorstand war Zilius zeitweise auch Chef von RWE Power. Nach Erreichen der unternehmensinternen Altersgrenze schied er Ende April 2007 aus dem RWE-Vorstand aus.

BerlinDer ehemalige RWE-Arbeitsdirektor Jan Zilius soll neuer Chef der unabhängigen Mindestlohnkommission werden. Darauf haben sich die Spitzenorganisationen der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer am Freitag verständigt. Der Jurist werde schnellstmöglich von der Bundesregierung berufen, teilte Arbeitsministerin Andrea Nahles mit. Zilius werde die Arbeit der Kommission mit viel Sachverstand und Erfahrung tatkräftig vorantreiben, sagte die SPD-Politikerin. „Er bringt das dafür nötige Rüstzeug mit.“

Ursprünglich hatten Arbeitgeber und Gewerkschaften den früheren Ersten Bürgermeister Hamburgs, Henning Voscherau, für den Vorsitz ausgewählt. Der SPD-Politiker musste sein Amt aber Anfang April krankheitsbedingt niederlegen. Die Mindestlohnkommission, bestehend aus Vertretern von Gewerkschaften und Arbeitgebern, wird erstmals im Jahr 2016 darüber beraten, wie hoch die Lohnuntergrenze ab dem 1. Januar 2017 sein wird. Danach entscheidet sie alle zwei Jahre über die Anpassung des Mindestlohns.

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Was hat die Wirtschaft nicht über den Mindestlohn geschimpft. Von Pleitewellen und Arbeitsplatzvernichtung war die Rede. Nun zeigt sich: In den meisten Branchen ist die Vorschrift kein Problem. Ein Zankapfel bleibt aber.

Zilius leitete die Rechtsabteilung der früheren Industriegewerkschaft Chemie, bevor er im Management von Rheinbraun und später RWE arbeitete. Neben seiner Tätigkeit als Personalvorstand war er zeitweise auch Chef von RWE Power. Nach Erreichen der unternehmensinternen Altersgrenze schied er Ende April 2007 aus dem RWE-Vorstand aus. Er wirkte unter anderem als ehrenamtlicher Richter am Bundesarbeitsgericht und war Mitautor des Kommentars zum Tarifvertragsgesetz.
Der künftig von Zilius geführten Mindestlohnkommission gehören von Arbeitnehmerseite Robert Feiger (Vorsitzender der IG BAU), Stefan Körzell (DGB-Vorstandsmitglied) und Michaela Rosenberger (Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten) an. Für die Arbeitgeber sitzen Reinhard Göhner (BDA-Hauptgeschäftsführer), Valerie Holsboer (Hauptgeschäftsführerin der Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss) und Karl-Sebastian Schulte (Geschäftsführer des Handwerksverbands ZDH) in dem Gremium. Wissenschaftliche Mitglieder ohne Stimmrecht sind Clemens Fuest (Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung) und Claudia Weinkopf (Stellvertretende geschäftsführende Direktorin des Instituts Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen).

Von

fsp

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