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02.09.2013

08:39 Uhr

Jauch, Raab und Co

Der Talkshow-Talk zum TV-Duell

VonChristian Bartels

Diagramme, kostenpflichtige Votings und Augenfalten-Analysen: Ehemalige TV-Duellanten und andere Experten analysieren auf vier Kanälen das TV-Duell. Und Peer Steinbrück gewinnt bei Pro Sieben 300.000 Euro. Ein Überblick.

Günther Jauch hatte als Experten den Ex-Fußball-Nationalspieler Paul Breitner und die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer geladen. dpa

Günther Jauch hatte als Experten den Ex-Fußball-Nationalspieler Paul Breitner und die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer geladen.

22.00 Uhr

Kaum hatte Stefan Raab als der lebhafteste der vier Moderatoren des "TV-Duells" sich in relative Rage geredet ("King of Kotelett"), kaum hatte Angela Merkel am Ende dem Publikum "einen schönen Abend" gewünscht, schalten sich die vier Sender ARD, ZDF, Pro Sieben und RTL auseinander.

Pro Sieben: Raab, der in überlangen Shows wie "Schlag den Raab" Herausforderungen ganz anderer Dimensionen zu stemmen pflegt, geht nach wenigen Minuten schon wieder auf Sendung. Zunächst fordert sein langjähriger "Show-Assistent" Elton die Zuschauer zum Abstimmen auf, wer das TV-Duell gewonnen hat. Jeder Anruf und jede SMD kosten 0,50 Euro, steht kleingedruckt auf dem Bildschirm. Der Abstimmungs-Sieger erhält, den Regeln der Pro Sieben-Talkshow "Absolute Mehrheit" entsprechend, 300.000 Euro.

Fakten zur Bundestagswahl

Wie läuft der Wahltag ab?

Mehr als 80.000 Wahllokale gibt es in den insgesamt 299 Wahlkreisen. Damit dort von 8 bis 18 Uhr gewählt werden kann, sind über 600.000 ehrenamtliche Wahlhelfer im Einsatz - dafür steht ihnen nicht mehr als ein Erfrischungsgeld von 21 Euro zu. Pünktlich um 18 Uhr schließen die Wahllokale, dann beginnt die Auszählung. Erste Hochrechnungen gibt es meist schon wenige Stunden später.

Wer organisiert die Wahl?

Oberster Organisator ist der Bundeswahlleiter. Der wird auf unbestimmte Zeit vom Innenminister ernannt. Traditionell wird regelmäßig der Präsident des statistischen Bundesamtes mit dieser Aufgabe betraut - seit 2008 ist deshalb Roderich Egeler Bundeswahlleiter. Er organisiert nicht nur die Bundeswahlen, sondern überprüft auch die antretenden Parteien und unterstützt die 16 Landeswahlleiter bei der Durchführung der Wahlen auf Landesebene. Auch jeder Wahlkreis hat seine eigene Wahlkreisleitung.

Wer sind die Wähler?

Wählen darf jeder, der die deutsche Staatsbürgerschaft hat und über 18 Jahre alt ist. Bei der Bundestagswahl am 22. September werden das 61,8 Millionen Menschen sein. Nur 3,6 Prozent der Wahlberechtigten sind zwischen 18 und 20 Jahren alt, aber über 20 Prozent der Wahlberechtigten sind 70 Jahre und älter. 51,5 Prozent der Wahlberechtigten sind Frauen.

Wann kommt eine Partei in den Bundestag?

Damit eine Partei bei den Wahlen antreten kann, muss sie vom Bundeswahlausschuss anerkannt werden. Unterschieden wird hier zwischen den „etablierten" Parteien, die seit der letzten Wahl mit mindestens fünf Abgeordneten im Bundestag oder in einem Landtag vertreten sein müssen, und den nicht etablierten Parteien. Nicht etablierte Parteien müssen neben ihren Unterlagen auch Unterschriftensammlungen vorlegen, um zur Wahl antreten zu können.

Um in den Bundestag zu kommen, muss eine Partei mindestens fünf Prozent aller abgegebenen Stimmen erhalten - oder aber drei Direktmandate in den Wahlkreisen holen.

RTL, dessen Nachrichtenchef Peter Kloeppel unter den Duell-Moderatoren den zurückhaltendsten Eindruck machte, hält sich auch im Programm zurück: Zehn Minuten Sendezeit, aus denen am Ende zwölfeinhalb werden, sind für "Das TV-Duell - Die Analyse" vorgesehen. Moderator Wolfram Kons verspricht mit raunender Stimme "ganz exklusiv eine repräsentative Forsa-Umfrage", lässt aber erst mal sieben informell um einen Holztisch versammelte Mitglieder eines "RTL-Wählerrats" per Handzeichen abstimmen: Vier zu zweieinhalb Stimmen sehen Steinbrück als Sieger. Kurz darauf folgen weitere Zahlen: Nutzer einer RTL-App sahen zu 54 Prozent Merkel vorn. Bei Twitter enthielten 57 Prozent der Tweets zum TV-Duell das Wort Merkel und nur 43 Prozent "Steinbrück", ergibt ein "erstes Stimmungsbild aus dem Netz". Bei der Forsa-Umfrage antworteten auf die Frage, wer gewonnen hat, 44 Prozent mit Merkel, 43 Prozent mit Steinbrück. Der SPD-Kandidat habe "gefühlt gewonnen", sagt Comoderatorin Ilka Eßmüller.

ZDF: Das ZDF gestattet seiner Duell-Comoderatorin Maybrit Illner eine Pause und bringt zunächst sein "heute-journal". Marietta Slomka führt im Duell-Studio in Berlin-Adlershof Experten-Interviews.

ARD: Die ARD hat bekanntlich eine Menge Talker im Aufgebot und überlässt die Analyse Günther Jauch, der wiederum an Jörg Schönenborn übergibt, den Chefredakteur des WDR Fernsehens und Umfrage-Fuchs der ARD. Der hat sogleich jede Menge Umfragematerial: Mehr Zuschauer hätten Merkel "sympathischer" und "kompetenter" gefunden, dafür mehr Steinbrück "angriffslustiger". Keine Überraschung bei der Frage, "wen die Frauen überzeugender fanden" (Merkel). Insgesamt fanden auch in Schönenborns Auswertung 44 Prozent sie und 43 Prozent den SPD-Mann "insgesamt überzeugender".

Kommentare (17)

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FRESSwuerstle

02.09.2013, 09:12 Uhr

nur verlierer

merkel,steinbrück und mit sonen fahrensleuten der dauerverlierer die bürger deutschlands

verloren haben auch die moderaTORINNEN und TORE,die dampf und kampfplauderer wollen sich halt in szene setzen

ein inszeniertes ballyhoo titel DEUTSCHLAND GUTE NACHT

Account gelöscht!

02.09.2013, 09:36 Uhr

Die reich entlohnte "Kruste" aus Politikern, Promies und GEZ-Moderatoren hat uns wieder ein Kasperle-Theater vorgeführt. Frau Merkel will dafür kämpfen dass jemand, der 40 Jahre gearbeitet hat 850 EUR Rente bekommt. Wie soll man wohl schaffen, 40 Jahre zu arbeiten ? Und warum bekommt ein Abgeordneter nach 4 Jahren schon 3500 EUR Pension ??

Ein ehlendes Schauspiel unserer "Politiker-Medien-Kruste"war das, IM Erika und IM Nelke auf der Bühne, wer wird wohl unsere nächste ferngesteuerte "Kommissions-Regierung" in Deutschland anführen ??

Wählen wir die Alternative ! Zusammen schaffen wir es in den Bundestag. Wir sind der Souverän. Ein Ende der Bereicherung, Verschwendung, Lüge und Propaganda.

Account gelöscht!

02.09.2013, 09:41 Uhr

Handelsblatt zitiert die Lüge vom "Spiegel" einfach weiter. Die AfD wird nicht

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