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29.09.2014

10:43 Uhr

Jauch-Sendung zu IS-Miliz

Wenn der Dschihad „Spaß macht“

VonMarcel Reich

Wie gefährlich ist der Islam? Wie kann es sein, dass deutsche Muslime für IS in den Krieg ziehen? Wirklich beantwortet wurden diese Fragen in Günther Jauchs Talkshow nicht. Auch wegen eines polarisierenden Predigers.

Illustre Runde bei Günther Jauch: Die Talkrunde zum IS-Terror bleibt ohne zählbaren Erfolg. dpa

Illustre Runde bei Günther Jauch: Die Talkrunde zum IS-Terror bleibt ohne zählbaren Erfolg.

DüsseldorfVier Millionen Muslime leben aktuell in Deutschland, zirka 40.000 davon gelten als islamistisch. Angesichts der Bilder aus Syrien und der Verhaftungen potenzieller deutscher Terroristen steigt das Misstrauen der Bundesbürger gegen eine ganze Religionsgemeinschaft. In seiner Sendung am Sonntagabend präsentierte Günther Jauch eine aktuelle Umfrage von Infratest dimap, der zufolge 53 Prozent der Deutschen den Islam für demokratiefeindlich halten. Sogar 68 Prozent schätzen ihn als nicht tolerant ein.

Die Sendung konzentrierte sich schnell auf den polarisierenden Gast Abdul Adhim Kamouss. Der Imam predigt unter anderem in der vom Verfassungsschutz beobachteten Moschee Al-Nur in Berlin-Neukölln, für die Behörde gilt er als Salafist. In Wolfgang Bosbach, dem Vorsitzenden des Innenausschusses des Deutschen Bundestages, hatte er schnell seinen hauptsächlichen Gesprächspartner gefunden. Die beiden prallten ein ums andere mal aufeinander. Kamouss hatte die undankbare Aufgabe, den Islam vor den aktuellen Vorurteilen und Missverständnissen zu schützen, die in Folge des IS-Terrors erneut aufgekommen sind.

Bosbach übernahm die Rolle des Verteidigers der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Das war die Grundkonstellation der Sendung, die nur selten von Heinz Buschkowsky, dem Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln, durch kurze, aber einprägsame Kommentare aufgepeppt wurde.

Mitstreiter und Gegner der USA im Kampf gegen den Terror

Iran

Iran: Teheran ist sowohl Gegner als auch Mitstreiter der USA. Einerseits kann der Iran eine Militäroperation des Erzfeindes in der eigenen Nachbarschaft nicht einfach absegnen. Andererseits handelt es sich beim IS um einen gemeinsamen Feind.

Ägypten

Auch Ägypten nahm an der Anti-Terror-Konferenz in Dschidda teil. Der Kampf gegen den IS könnte Kairos Beziehungen zum Westen verbessern, die unter dem Sturz von Präsident Mohammed Mursi durch das Militär vor mehr als einem Jahr gelitten haben.

Katar

Katar könnte eine wichtige Rolle spielen, wenn es darum geht, Finanzquellen der Extremisten auszutrocknen. Kritiker werfen dem Land vor, Radikale dürften dort unbehelligt Geld für Dschihadisten sammeln. Die Regierung weist das zurück.

Jordanien

Auch Jordanien hat den IS vor der Haustür. Anhänger der Miliz kontrollieren Teile Iraks und Syriens, die unmittelbar an das Königreich grenzen. Auch der einzige Grenzübergang zwischen Irak und Jordanien ist in IS-Händen. Jordanien hat daher eine Taskforce gegen IS-Angriffe gegründet. In der von Amerika geführten Anti-IS-Koalition könnte das Land zum Operationszentrum werden.

Saudi-Arabien

Das Königreich ist einer der wichtigsten US-Partner. Am Donnerstag trafen sich mehrere Länder in der Hafenstadt Dschidda, um über den Kampf gegen den Terrorismus zu beraten. Weil der IS auch an der Grenze zwischen dem Irak und Saudi-Arabien steht, fühlt sich Riad massiv bedroht.

Irak

Kerry reiste zum Auftakt seiner Tour nach Bagdad. Der Irak wird die Hauptlast im Kampf gegen den IS tragen müssen, weil vor allem die Soldaten der Regierung und kurdische Einheiten am Boden gegen die Extremisten kämpfen müssen. Zugleich muss es der neuen Regierung von Ministerpräsident Haidar al-Abadi gelingen, die Sunniten im Land auf ihre Seite zu ziehen - nur so würde der IS seine starke Unterstützung in den sunnitischen Teilen des Landes verlieren.

Türkei

Westliche Länder haben der Türkei vorgeworfen, Extremisten dürften die Grenze zu Syrien ungehindert passieren. Zuletzt attestierte das Pentagon der Regierung jedoch, sie gehe stärker gegen Dschihadisten vor. Dennoch unterstützt Ankara die USA nicht mit voller Kraft. Den Luftwaffenstützpunkt Incirlik will sie nur für humanitäre Hilfsflüge freigeben. Ankara ist in einer schwierigen Lage, weil der IS im Nordirak 49 türkische Diplomaten festhält.

Nato

Zehn Staaten zählen bislang zum Anti-Terrorbündnis der USA, darunter die Nato-Länder Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Polen, Dänemark, Kanada und die Türkei. Auch Australien hat sich der Koalition angeschlossen. Deutschland will Waffen an die Kurden im Nordirak liefern, London hat das bereits getan. Frankreich hat mittlerweile Bombardements gestartet.

Schon zu Beginn zeigte ein Video, wie zwei deutsche Staatsbürger mit Migrationshintergrund über verschiedene Pfade nach Syrien gelangten, um sich dort der IS anzuschließen. Einer davon ist Denis Cuspert, der wie Kamouss in der Al-Nur-Moschee aktiv war. Der Verfassungsschutz hat die Moschee aufgrund wiederkehrender „Hasspredigten“ auf dem Schirm. Sie soll ein Hort der Salafisten in Deutschland sein.

Früher war Cuspert ein Berliner Gangster-Rapper, heute ist er einer der Köpfe der Medienorganisation der IS. Im Video macht er Werbung für den Gotteskrieg, seine Aussage: „Dschihad macht Spaß“. Er nutzt seine „Street-Credibility“, um junge Muslime für den IS-Terror zu gewinnen.

Imam Kamouss bemüht sich stets, nicht in die Ecke der Salafisten oder gar der IS gedrängt zu werden, nun sah man Aufnahmen eines alten gemeinsamen Videos mit Cuspert für die Al-Nur-Moschee. Das rief Heinz Buschkowsky auf den Plan, der mit „erhöhtem Blutdruck“ seine Enttäuschung zum Ausdruck brachte, dass Kamouss seine Verbindung zu Cuspert herunterspielte.

Kommentare (14)

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Herr Billyjo Zanker

29.09.2014, 11:45 Uhr

.....deutscher Terroristen steigt das Misstrauen der Bundesbürger gegen eine ganze Religionsgemeinschaft.

Wo Rauch ist, ist auch Feuer. (Auch in Sprichwörtern steckt viel Wahrheit). Deutsche sind jene Glaubensvollidioten auch nicht, allenfalls Ausländer mit dt. Paß, mit wenigen Ausnahmen. Aber Vollidioten alle mal man, wenn man den Bildungs - Ausbildungsgrat berücksichtigt.

......den Islam vor den aktuellen Vorurteilen und Missverständnissen zu schützen,.....

So viele negativen Vorurteile sind eher die Wahrheit, denn fast alle gekommenen wollen sich nicht integrieren sondern wollen weiter auch hier ihre alten Sitten und Gebräuche rücksichtslos gegenüber der dt. Bevölkerung leben, dieser Glaube und Kultur gehören nicht nach Dtl. und

EuropaBosbach erwägt, in Zukunft auf Personalausweisen Ausreise-Sperrvermerke zu ermöglichen.

Die Idee ist nicht schlecht, aber der Vermerk sollte nicht bei der Ausreise greifen, sondern bei die Einreise, denn mit Vermerk ist vor der Außengrenze Ende der Reise angesagtt.

Warum wird diesen Moscheenhetzern überhaupt immer wieder eine Bühne in den Medien geboten???

Für so etwas kann es nur eine „Bühne“ geben und das ist die schnelle Ausreise.

Herr Peter Brintrup

29.09.2014, 11:53 Uhr

ci wüsste zu gern, ob dieser "Prediger" und auch die anderen - wohl ca. 30.000 Salafisten - von Arbeit, Spenden oder Hartz 4 leben inclusive aller Wohltaten unseres Systems ?? Kann mir dazu jemand eine Auskunft geben ?
Oder geniessen die hier eine Rundum-Sorglos Alimentierung ?!?

Jauch war total überfordert und ganz schwach als Diskussionsleiter und ausser von Herrn Bosbach und ein bischen von Herrn Buschkowsky kam nichts substantielles.

Der Satz von Sarrazin : Deutschland schafft sich ab -

ist bei unserem Politiker Gutmenschen-Gesocks wie ein

Menetekel !

Herr Alfred Werner

29.09.2014, 11:57 Uhr

Zitat des Schraubers von HG:
Tja, hat wohl alles richtig gemacht, der Prediger. Sind ja alle eingeknickt, hätte auch nur einer der Anderen den Taktstock erhoben, wären die anderen Einknicker ihm wegen Taktlosigkeit in den Rücken gefallen.
Bezahltes Klatschvieh hat er sich auch gleich mitgebracht, er hat also den Talkshow Spieß umgedreht. Normal machen das nämlich nur die üblich verdächtigen Mietmäuler und Linkshetzer, um normale Menschen einzuschüchtern und zu verunglimpfen.
Solange die Gegenwehr mit den beiden lächerlichen Keulen Nazi oder islamo-homo sonstwas phob sofort verstummt, statt sofort die augenblickliche Explosion entgegenzusetzen, bleibt das so.
Deutschland ist zur Zeit ein islamischer Gottesstaat, dessen Schuld- und Sühnevolk weltweit grenzenlos verachtet wird. Wer sich vor jeder verbalen Keule zu Boden wirft, noch bevor sie ausgesprochen wird, der erzeugt nämlich nur Verachtung. Zitat Ende.
Ich setze noch folgendes hinzu:
Die Zeit wird kommen, zu der man diese Typen von der Strasse schießen muß. Und schuld ist dieses dumme, dekadente, feige und verblödete Volk selbst.

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