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07.11.2014

15:25 Uhr

Joachim Gauck

Friedfertige auf SED-Seite haben Respekt verdient

Bundespräsident Joachim Gauck hat zum 25. Jahrestag des Mauerfalls auch den Besonnenen aufseiten der DDR-Sicherheitsorgane seinen Respekt ausgesprochen. Er verteidigte auch seine Äußerungen über Thüringens Regierung.

„Die Friedfertigen haben Respekt verdient“, sagte Bundespräsident Joachim Gauck. dpa

„Die Friedfertigen haben Respekt verdient“, sagte Bundespräsident Joachim Gauck.

BerlinZum 25. Jahrestag des Mauerfalls hat Bundespräsident Joachim Gauck auch den Besonnenen aufseiten der DDR-Sicherheitsorgane seinen Respekt ausgesprochen. „Die Friedfertigen haben Respekt verdient“, sagte Gauck der „Berliner Zeitung“ (Samstag). Auch sie hätten durch ihre Gewaltlosigkeit zur Friedlichen Revolution von 1989 beigetragen.

„Wir haben schon damals die Gegenseite nicht als monolithischen Block gesehen“, sagte Gauck über seine Zeit in der DDR-Bürgerbewegung Neues Forum. „Es gab sogar in den Führungsetagen der SED einige wenige, die es mit Dialog versuchen wollten.“ Sie hätten gemeinsam mit den Oppositionsgruppen zur Deeskalation und so zur Friedlichkeit der Wende beigetragen.

Gauck wies zugleich Kritik an seinen skeptischen Äußerungen über eine Thüringer Landesregierung unter Führung der Linkspartei zurück. „Ich habe eine Debatte aufgenommen, die in Thüringen und in der Bundesrepublik insgesamt existiert“, sagte das Staatsoberhaupt. Er habe sich auch als Bundespräsident stets dafür eingesetzt, sich aktiv und aufklärerisch mit Diktaturen auseinanderzusetzen und die Sicht der Opfer einzubeziehen.

„Dazu gehört für mich, dass wir uns dem Unrecht der DDR-Vergangenheit stellen und sie nicht an einem bestimmten Punkt für abgeschlossen erklären“, so Gauck. Der Wählerwille und das anstehende Votum der Abgeordneten seien aber „in einer Demokratie zu respektieren“.

Von

dpa

Kommentare (7)

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Frau Helga Trauen

07.11.2014, 16:14 Uhr

Und? Ist der BP friedfertig? Den legitimen Interessen Russlands gegenüber? Oder liest er nur seine von US-Thinktanks bereitgestellten Reden ab? Ich weiß schon, wen ich ziemlich widerwärtig finde...

Herr Jens Muche

07.11.2014, 16:38 Uhr

„„Wir haben schon damals die Gegenseite nicht als monolithischen Block gesehen“,...“

Wie verträgt sich diese Aussage mit seiner DDR-Vita?

„Sie hätten gemeinsam mit den Oppositionsgruppen zur Deeskalation und so zur Friedlichkeit der Wende beigetragen.“

Ich habe vor einem halben Jahr einen Leipziger kennengelernt, der an den Demonstrationen in Leipzig teilgenommen hat. Er sagte mir das alle Teilnehmer die Hosen voll hatten, denn „die Bunten“ lagen mit ihren Waffen im Anschlag in den Grünanlagen und haben nur auf den Befehl gewartet zuschlagen zu dürfen. Das sie diesen Befehl nie erhielten, ist mit Sicherheit auch der Kopflosigkeit der DDR-Führung geschuldet, die auf derartiges nicht vorbereitet war und der sehr ausführlichen Filmberichterstattung, die gewaltsames Handeln der DDR-Führung fast in Echtzeit der Weltöffentlichkeit gezeigt hätte.

„...dass wir uns dem Unrecht der DDR-Vergangenheit stellen und sie nicht an einem bestimmten Punkt für abgeschlossen erklären“, so Gauck.“

Dann sollte er mit gutem Beispiel vorangehen. Wenn es stimmt, das er IM war ist sein Rücktritt als BP überfällig. Dies würde dann allerdings auch für andere Personen in der derzeitigen Regierung zutreffen.

Herr Manfred Zimmer

07.11.2014, 17:23 Uhr

Bundespräsident Gauck wäre gut beraten fortan zu schweigen, seinen Bweraterstab auszutauschen, Gesetze erst nach sorgfältiger Prüfung zu unterschreiben und seinerseits einen Beitrag zur Korruptionsbekämpfung im Bundestag zu leisten, indem er den dortigen Lobbyismus bekämpft.

Sollte er sich dennoch äußern wollen, könnte er anregen einmal darüber nachzudenken, dass der Einfluss der Parteien auf die Besetzung im Bundestag sowie in den Ämtern zurück gedrängt und der Einfluss der Bürger gestärkt wird.

Es ist nicht nur offensichtlich sondern auch klar erkennbar, dass zahlreiche Bundestagsabgeordnete für ihren "Brötchengeber", die Partei, und nicht für sich selbst bzw. die Bürger abstimmen.

Er, aufgewachsen in der ehemaligen DDR, darf diese kritische Anmerkung machen.

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