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21.01.2011

14:12 Uhr

Joachim Herrmann

Rappender Sohn bringt CSU-Innenminister Spott ein

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sieht sich nach Medienberichten über obszöne Texte seines rappenden Sohnes dem Spott der Opposition ausgesetzt. "Herrmanns Law-and-Order-Politik scheint nicht mal in der eigenen Familie anzukommen", sagte Grünen-Fraktionschefin Margarete Bause der Münchner "Abendzeitung". "Das sollte ihm Anlass zu mehr Demut geben."

HB MÜNCHEN. Auch der SPD-Jugendexperte im Landtag, Linus Förster, zeigte sich "irritiert", dass ausgerechnet der Minister-Sohn in seinen Songs Gewalt und Alkoholmissbrauch verherrliche. "Dabei ist die CSU doch der Ansicht, dass ein gesundes Elternhaus die beste Prävention gegen Jugendgewalt und "Komasaufen' sei", sagte Förster. Der SPD-Politiker hatte aber auch tröstende Worte für den Minister über die musikalischen Versuche des Sohnes: "Für Rap ist es nicht schlecht produziert, ich denke mir aber immer, das echte Gangster sicher keine Zeit zum Musik machen haben!"

Etwas zurückhaltender gibt man sich beim Koalitionspartner FDP. Der FDP-Landtagsabgeordnete Tobias Thalhammer, der einst als Schlagersänger mit Liedern wie "Knuddelschnubbel" tourte, bot dem Rapper via "Abendzeitung" eine Zusammenarbeit an: "Wenn er mal vernünftige deutsche Texte singen will, biete ich ihm an, dass er von meinen Liedern eine Hip-Hop-Version macht."

Verständnis für Jakob Herrmann zeigte dagegen Ex-Kunstminister Thomas Goppel (CSU): "Als ich 18 Jahre alt war, war mein Vater auch nicht mit jedem Text von mir einverstanden. Rap ist durchaus eine akzeptable Alternative zu jedem Musikangebot. Um sich aufzuputschen, ist er das Richtige."

Die "AZ" hatte zuvor einen ausführlichen Bericht über den "Porno-Rapper" Jakob Herrmann alias Jackpot veröffentlicht. Dessen Songtexten kreisen insbesondere um Sex, aber auch um Gewalt und Alkohol. Der Minister wollte sich dem Bericht zufolge nicht dazu äußern.

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RoRo

22.01.2011, 02:06 Uhr

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