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05.05.2013

21:38 Uhr

Jochen Paulus

Hessischer FDP-Landtagsabgeordneter wechselt zur AfD

Der hessische FDP-Landtagsabgeordnete Jochen Paulus hat die Seiten gewechselt und ist der Partei Alternative für Deutschland (AfD) beigetreten. Die FDP-Fraktion ist entsetzt und fordert ihn auf, sein Mandat abzugeben.

Der FDP-Landtagsabgeordnete Jochen Paulus, fotografiert auf dem hessischen Gründungsparteitag der Partei Alternative für Deutschland (AfD). dpa

Der FDP-Landtagsabgeordnete Jochen Paulus, fotografiert auf dem hessischen Gründungsparteitag der Partei Alternative für Deutschland (AfD).

WiesbadenDer hessische Landtagsabgeordnete Jochen Paulus ist aus der FDP ausgetreten und zur neugegründeten Anti-Euro-Partei Alternative für Deutschland (AfD) gewechselt. Dies bestätigte eine AfD-Sprecherin am Sonntag auf AFP-Anfrage. Paulus will demnach sein Landtagsmandat behalten und künftig als fraktionsloser Abgeordneter dem Wiesbadener Landtag angehören. Damit wäre Paulus das erste AfD-Mitglied mit einem Landtagsmandat und der erste FDP-Politiker, der zur AfD wechselt.

Hessens FDP-Chef Jörg-Uwe Hahn reagierte mit Unverständnis auf den Schritt von Paulus. „Obwohl er sich mit ärztlichen Attesten seit Monaten all seiner Mandatspflichten entzogen hat, verfügt er offensichtlich doch über ausreichend Vitalität, sich politisch zu engagieren“, kritisierte Hahn in einer in Wiesbaden veröffentlichten Mitteilung. Die AfD sei „hauptsächlich ein Sammelbecken älterer Professoren und enttäuschter ehemaliger Mitglieder anderer Parteien, die den Menschen nun vormachen wollen, sie wüssten, wie man das Thema Währung in Europa zu behandeln hat“. „Mehr hat diese Partei nicht zu bieten.“

Der hessische FDP-Fraktionschef Wolfgang Greilich forderte Paulus auf, sein Landtagsmandat zurückzugeben. „Wer nicht leistet, wofür er gewählt ist, darf auch nicht dem Steuerzahler auf der Tasche liegen“, erklärte Greilich. Paulus habe „seit Monaten, nämlich seitdem ihm klar wurde, dass die FDP ihn nicht wieder nominieren würde, seine Verpflichtungen aus dem Mandat nicht wahrgenommen“.

Von

afp

Kommentare (14)

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05.05.2013, 22:16 Uhr

Es sind doch gerade die "Rettungs-Politiker", die ohne Plan so tun, also wüssten sie , wie das Thema "Währung" zu behandeln ist, und die zwar mit Steuermitteln finanziert werden, aber genau das nicht tun, wofür Sie gewählt sind.
Rein sachlich wird selten oder nie gegen die Positionen der AfD argumentiert.
Da ich den FWn nahe stehe, sehe ich auch nicht alles unkritisch, was die AfD macht. Aber diese Art von Kritik seitens entlarvt allenfalls die Kritiker und stärkt eher die AfD.
Wieso können die FDPler nicht einfach hinstehen und sagen, wir bedauern, aber akzeptieren diesen Entscheid.

R.Ruf

05.05.2013, 22:55 Uhr

Diese Tritte unter die Gürtelinie gegen Herrn Paulus von Seiten der FDP sind wirklich widerlich.
Der Mann hatte einen schweren Bandscheibenvorfall, den er auskurieren musste.
Ihn deshalb mit Anwürfen zu überziehen ist abwegig.
Man kann Herrn Paulus zu seinem Schritt zur AfD zu wechseln nur beglückwünschen.
In dieser Partei ist ökonomischer und währungspolitischer Sachverstand zu finden, den die FDP allerdings, vor allem was die Euro-Frage angeht, weitgehend vermissen läßt.

C.Meyer

05.05.2013, 23:09 Uhr

Die FDP-Führung weiß ganz genau, dass ein nicht gerade unerheblicher Anteil ihrer Mitglieder und Wähler mit Positionen wie sie die AfD vertritt, sympatisiert.
Zu nennen sind da die Anhänger des Partei-Rebellen Frank Schäffler, der nahezu identisch das sagt, was auch die AfD zur Euro-Problematik meint.
Den FDP-Oberen saust der Fack und sie haben einfach Schiß davor, dass ein Übertritt eines Abgeordneten eine Art von Initialzündung sein könnte für weitere Übertritte.
Deshalb ihre Unverschämtheiten und Unterstellungen in Richtung des Abgeordneten Jochen Paulus.

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