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25.08.2013

18:04 Uhr

John Emerson

Ein Investment-Experte für die Berliner US-Botschaft

Für den neuen US-Botschafter ist Deutschland kein fremdes Terrain. Johns Eersons Familie hat deutschen Wurzeln, er lernte Deutsch in der Schule. Doch mit Diplomatie hatte der Investment-Experte bislang wenig am Hut.

Der neue US-Botschafter für Deutschland, John Emerson, mit seiner Frau Kimberly. ap

Der neue US-Botschafter für Deutschland, John Emerson, mit seiner Frau Kimberly.

WashingtonSeit Mitte August ist John Emerson mit seiner Familie bereits in Berlin, am Montag tritt er sein Amt als neuer Botschafter der USA an. Auf dem diplomatischen Parkett ist Emerson bislang nicht aufgefallen – wie viele US-Botschafter verdiente er sich seinen Posten nicht mit einer Karriere im Außenministerium, sondern als eifriger Spendensammler für den Präsidenten. Der Jurist und Investmentbanker übernimmt die Vertretung der Vereinigten Staaten in Deutschland zu einem schwierigen Zeitpunkt: Der NSA-Skandal wirft einen Schatten auf das transatlantische Verhältnis.

Die aktuellen Verstimmungen erwähnte Emerson nicht, als er nach seiner Ankunft am Flughafen Berlin-Tegel vor gut einer Woche in Stoffhose und Sweatshirt eine kurze Ansprache erhielt. Flankiert von seiner Frau Kimberly und den drei Töchtern im Teenager-Alter erklärte er, sich in den kommenden vier Jahren dem Ausbau und der Stärkung der Beziehungen zwischen den USA und Deutschland widmen zu wollen.

Deutsch-amerikanische Wirtschaftsbeziehungen

US-Unternehmen in Deutschland

Nirgendwo im Ausland ballen sich die Investitionen amerikanischer Firmen so so sehr wie in Deutschland - etwa 130 Milliarden Euro haben sie hier in ihre Unternehmen gesteckt. Allein 2012 siedelten sich 133 US-Firmen neu an - so viele wie aus keinem anderen Land. Derzeit sind mehr als 2000 amerikanische Firmen hier ansässig. Sie sichern über 800.000 Arbeitsplätze.

Deutsche Unternehemen in den USA

3400 deutsche Unternehmen sind in den USA aktiv. Sie beschäftigen dort direkt 570.000 Mitarbeiter. Die Firmen haben bislang etwa 213 Milliarden Dollar in den USA investiert. Deutschland ist damit viertgrößter Investor in den Vereinigten Staaten.

Die größten US-Arbeitsgeber in Deutschland

Größter US-Arbeitgeber in Deutschland ist die Imbisskette McDonald's mit 64.000 Mitarbeitern, gefolgt von den Ford -Werken (24.490), Burger King (23.500), Opel (22.723) und IBM (22.000). Beim Umsatz führt Ford (18,75 Milliarden Euro) vor ExxonMobil (12,8 Milliarden Euro) und Opel (2,5 Milliarden Euro).

Die größten deutschen Arbeitgeber in den USA

Größte deutsche Arbeitgeber in den USA sind Siemens (60.000 Beschäftigte), gefolgt von Fresenius Medical Care (45.577), T-Mobile USA (34.518), DHL (29.000) und Robert Bosch (22.500).

US-Exporte nach Deutschland

Deutschland ist der wichtigste Markt für die USA in Europa. Die Exporte summierten sich 2012 auf 50,6 Milliarden Euro. Fast ein Viertel davon sind chemische Erzeugnisse. Ebenfalls gefragt sind Maschinen und Fahrzeuge.

Deutsche Exporte in die USA

Die USA sind nach Frankreich der zweitgrößte Abnehmer deutscher Export-Produkte. Waren im Wert von 89 Milliarden Euro wurden 2012 in den USA abgesetzt, ein Plus von 17,7 Prozent. Gefragt sind vor allem Fahrzeuge, Maschinen und Anlagen.

„Die ganze Familie Emerson freut sich darauf, die Geschichte und die Schönheit des Landes unserer Vorfahren zu entdecken“, sagte der designierte Botschafter in einem Deutsch, das er selbst als „eingerostet“ bezeichnete. Emerson betonte, dass die Eltern seines Vaters aus Deutschland stammen. Auch die Familie seiner Frau habe deutsche Wurzeln.

„Seit meiner Jugend habe ich mich für die Menschen und die Kultur in Deutschland interessiert“, sagte Emerson Ende Juli bei seiner Nominierungsanhörung im Senat in Washington. Im Alter von zwölf Jahren habe er in der Schule Deutsch belegt, „weil mein Vater und meine Großmutter immer auf Deutsch geredet haben, wenn ich nicht verstehen sollte, worum es ging“.

Emerson stammt aus einem Vorort von New York, studierte Philosophie und promovierte in Jura. Seine Karriere begann er Ende der 70er Jahre als Anwalt in Los Angeles. Später arbeitete er als Justiziar für die Stadtverwaltung der Westküstenmetropole. In dieser Zeit nahm er auch an einem Austauschprogramm der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung teil, das ihn für einige Zeit nach Deutschland führte.

Kommentare (1)

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nixdahin

25.08.2013, 18:56 Uhr

Diese Investmentbanken sind wie eine SEUCHE. Sie müssen sich überall hinpropfen, um nicht mehr loslösbar nun im Botschaftsareal zu sitzen und dort ggf unter investmentstrategischen Aspekten Entscheidungen zu beeinflussen!!

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