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19.06.2014

10:54 Uhr

Jürgen Todenhöfer

Ex-CDU-Politiker nennt Gauck Dschihadisten

Der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete Todenhöfer hat den Bundespräsidenten wegen seiner Aussagen zu Militäreinsätzen frontal angegriffen. Er verglich Gauck mit Islamisten. In der Bundesregierung ist die Empörung groß.

Die Fotomontage auf der Facebook-Seite von Jürgen Todenhöfer hat auch in der CDU heftige Kritik ausgelöst PR

Die Fotomontage auf der Facebook-Seite von Jürgen Todenhöfer hat auch in der CDU heftige Kritik ausgelöst

BerlinDer ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete und Bestseller-Autor Jürgen Todenhöfer hat Bundespräsident Joachim Gauck wegen dessen Offenheit für Militäreinsätze unter deutscher Beteiligung ungewöhnlich hart attackiert.

Auf seiner Facebook-Seite veröffentlichte Todenhöfer am Dienstag ein Bild, auf dem Gauck mit Turban, langem Bart und Sturmgewehr im Hintergrund zu sehen ist. Darüber steht „Bundespräsident Gauck ruft erneut zum heiligen Krieg auf!“ Außerdem bezeichnet er Gauck als Dschihadisten.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) zeigte sich empört: „Diese Fotomontage ist wirklich unterirdisch. Wer zu solchen Mitteln greift, dem sind wohl die Argumente ausgegangen. Das Thema hat eine ernsthafte Debatte verdient“, sagte die CDU-Politikerin der „Bild“ Zeitung.

CSU-Agrarminister Christian Schmidt unterstrich, dass Gauck mehr für gerechten Frieden leiste, als „politische Geisterfahrer“ wie Todenhöfer. „Bei allem Respekt: Solche Diffamierungen des Herrn Bundespräsidenten sind so schräg, dass man sie gar nicht kommentieren mag."

„Völlig abgedreht und orientierungslos“, nennt FDP-Chef Christian Lindner Todenhöfers Kritik: „Ich bin für einen äußerst abgewogenen Einsatz militärischer Mittel, aber ein radikaler Pazifismus ist naiv“, sagte Lindner in „Bild“.

Das Engagement der Bundeswehr in Afrika

Somalia

Im Rahmen des EU-Einsatzes Atalanta schützen 337 Marinesoldaten am Horn von Afrika Schifffahrtsrouten vor somalischen Piraten. An der ergänzenden neuen EU-Gruppe Eucap Nestor nehmen derzeit zwei deutsche Berater teil.

Mali/Senegal

Für die UN-geführte Mission Minusma stellt die Bundeswehr in Mali und im Nachbarland Senegal Material und 71 Mann für Lufttransport und Luftbetankung bereit. Die European Training Mission Mali (EUTM Mali) soll dazu beitragen, die militärischen Kapazitäten der malischen Streitkräfte wiederherzustellen. Die Bundeswehr unterstützt diese Mission mit 104 Soldaten.

Südsudan

15 Soldaten sind Teil des internationalen Unmiss-Einsatzes für Friedenssicherung und den Aufbau des neuen Staates Südsudan.

Sudan

Der internationale Unamid-Einsatz in Darfur überwacht den Waffenstillstand zwischen Regierungstruppen und Rebellen. Zwölf deutsche Soldaten sind beteiligt.

Demokratische Republik Kongo

Drei Bundeswehr-Berater unterstützen im Rahmen des EU-Einsatzes (Eusec RD Congo) die Reform des Sicherheitssektors in dem zentralafrikanischen Land.

Westsahara

In dem weitgehend von Marokko besetzten Gebiet unterstützt die Bundeswehr mit zwei Angehörigen die UN-Mission Minurso zur Absicherung eines Waffenstillstands der marokkanischen Armee mit den Rebellen der „Polisario“.

Todenhöfer wirft dem Bundespräsidenten vor, „wie ein Irrer“ alle paar Monate dafür zu werben, dass sich Deutschland endlich wieder an Kriegen beteiligt. Dann fragt er: „Sagt ihm keiner, dass unsere Verfassung Kriege nur zur Verteidigung erlaubt? Dass jede „humanitäre“ Intervention auch Frauen und Kinder tötet? Dass unser Land für die nächsten Jahrtausende genug Kriege geführt hat?“ Todenhöfer schließt daraus, dass der Bundespräsident ein „Sprachrohr der Rüstungsindustrie“ sei, was er „beschämend“ findet.

Hintergrund sind jüngste Äußerungen Gaucks. Am Wochenende hatte er gesagt, zu der von ihm gewünschten aktiveren Rolle Deutschlands in der Welt gehöre auch, „den Einsatz militärischer Mittel als letztes Mittel nicht von vornherein zu verwerfen“. Deutschland müsse hier seine früher angemessene Zurückhaltung aufgeben, sagte Gauck im Deutschlandradio Kultur. Er hob aber hervor, ihm gehe es dabei nicht um „deutsches Dominanzgebaren“, sondern um ein „Ja zu einer aktiven Teilnahme an Konfliktlösungen“.

Kommentare (34)

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19.06.2014, 11:15 Uhr

Der Berater aus Kohl`s Zeiten war schon immer ein guter Analyst mit scharfem Sachverstand.
Dies kann man mit Gewissheit von Fr. v. d. Leyen nicht behaupten.
Daher hat Herr T. genau ins Schwarze getroffen.
Schön dass es so etwas auch noch gibt.

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19.06.2014, 11:16 Uhr

Habe nichts vom Entenklemmer Wulff gehalten. Halte nichts vom salbungsvollen Ost Pfarrer Gauck. Aber hier hat sich Todenhöfer komplett daneben benommen!!

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19.06.2014, 11:19 Uhr

Heer Gauck sagt das, was ihm aufgetragen wurde. Ganz simpel. Wir haben doch nunmal ferngesteurte Repräsentanten.

Und jetzt soll er eben für Krieg werben, genau wie Frau von der Leyen jetzt damit anfängt, dass Deutschland sich in Kriege einmischen sollen. Schlimm ist das.

Die Deutschen wollen ihre Ruhe haben vor den Konflikten der Welt, die immer nach Deutschland importiert werden.

Aber wer steckt dahinter ? Die Russen nicht, die Briten nicht, die Franzosen nicht, na wer ????

Die Deutschen müssen die neutrale Mitte finden in der Welt-Politik. Nur nicht Vasall einer einzigen Welt-Macht werden. Schon garnicht Vasall der Welt-Geld-Elite und der Bilderberger.

Aber schaut euch die Hände-Raute von Frau Merkel an, was mag sie nur bedeuten ?? Wir sind verloren und ferngesteuert.

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