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16.02.2012

07:26 Uhr

Junge Gruppe der Union

Unions-Politiker beharrt auf Sonderabgabe für Kinderlose

Trotz Angela Merkels Machtwort hält der Vorsitzende der Jungen Gruppe der Union weiter an einer Sonderabgabe für Kinderlose fest. Aufgeben kommt für Marco Wanderwitz nicht in Frage.

Deutschland hat zu wenig Kinder. Als Reaktion darauf schlägt die Junge Gruppe der Union eine Sonderabgabe für Kinderlose vor. dpa

Deutschland hat zu wenig Kinder. Als Reaktion darauf schlägt die Junge Gruppe der Union eine Sonderabgabe für Kinderlose vor.

BerlinTrotz des klaren Neins von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu einer Sonderabgabe von Kinderlosen beharrt der Initiator des Vorschlags auf einer stärken Belastung dieser Gruppe. „Wir werden nicht lockerlassen“, sagte der Vorsitzende der sogenannten Jungen Gruppe in der Union, Marco Wanderwitz, den „Ruhr Nachrichten“.

Deutschland benötige eine Milliardenreserve, um die steigenden Kosten der demografischen Entwicklung bewältigen zu können. „Wir werden darüber reden müssen, wer bezahlt. Und dann sind wir wieder bei demselben Personenkreis, den wir ins Auge gefasst hatten“, erklärte Wanderwitz. „Es reicht nicht, einfach Nein zu sagen wie Familienministerin Kristina Schröder (CDU).“

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Mit der Forderung nach einer Strafabgabe für Kinderlose hat der CDU-Jungpolitiker Wanderwitz eine Lawine ausgelöst. Die Idee klingt populär - sie ist aber nur populistisch. Wer Kinder fördern will, muss anders ansetzen.

Das Machtwort der Kanzlerin bedeute nicht das generelle Aus für die Pläne: „Angela Merkel hat (.) auch gesagt, dass unser Grundanliegen berechtigt ist. Wir müssen andere Wege finden.“ Eine Möglichkeit sei es, Sozialversicherungsbeiträge nach der Kinderzahl zu staffeln: „Das muss man sich anschauen.“ Noch in dieser Legislaturperiode solle ein Familienausgleich eingeführt werden.

Auch der CDU-Parlamentarier Jens Spahn hatte an dem von Merkel zurückgewiesenen Vorschlag am Mittwoch festgehalten. Paare mit Kindern leisteten einen Beitrag zugunsten einer ausgewogeneren demografischen Entwicklung, den Kinderlose durch eine Abgabe an die Solidargemeinschaft ausgleichen sollten. Der Präsident des Münchner Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, Hans-Werner Sinn, hatte das unterstützt und eine Rentenreform gefordert, die Kinderlose stärker belastet. Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) wies dagegen darauf hin, dass Kinderlose weniger Steuervergünstigungen haben.

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Von

dpa

Kommentare (50)

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R.Rath

16.02.2012, 07:55 Uhr

Sinn ist zuzustimmen. Gestaffelte Beiträge zur Rentenversicherung nach Anzahl der Kinder. Je mehr Kinder in einer Familie geboren werden, desto stärker wird der Versicherungsbeitrag gesenkt. Kinderlose zahlen höhere Vericherungsbeiträge, die wieder abgesenkt werden können, wenn sie Kinder in die Welt setzten.
Ebenso gestaffeltes Renteneintrittalter. Je mehr Kinder desto früheres Renteneintrittsalter, weniger oder keine Kinder, späteres und spätes Eintrittsalter.
Die Rentenfachleute werden zu tun bekommen, wenn man vernünftigerweise so verfährt und Familien mit mehreren, Kindern erhalten die Unterstütung, die sie verdienen, da sie sich nicht nur um sich sondern auch um die Generationenfolge kümmern, die das umlagefinanzierte Rentensystem erst ermöglicht.
Den Aufstand der mächtigen Lobby der Kinderlosen sollte man ignorieren.
Vernunftgesteuerte Kinderlose gehören dieser Lobby eh nicht an.

mono

16.02.2012, 08:10 Uhr

DDR 2.0. (bin nicht kinderlos)

Account gelöscht!

16.02.2012, 08:12 Uhr

Es gibt doch noch Verstand in der CDU! Unerwartet, aber dennoch erfreulich!
Es werden also wieder Werte erkannt.

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