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05.08.2015

13:11 Uhr

Juso-Chefin Uekermann

Gesamte SPD soll Kanzlerkandidaten bestimmen

Juso-Chefin Johanna Uekermann hat sich für eine Urwahl des SPD-Kanzlerkandidaten ausgesprochen. Harte Kritik übt sie an der Kanzlerin und auch SPD-Chef Sigmar Gabriel geht sie wegen dessen Griechenland-Politik scharf an.

.In der „Welt“ sagt sie unter anderem, Bundeskanzlerin Angela Merkel mache „einen schlechten Job“. dpa

Juso-Chefin Johanna Uekermann

.In der „Welt“ sagt sie unter anderem, Bundeskanzlerin Angela Merkel mache „einen schlechten Job“.

BerlinJuso-Chefin Johanna Uekermann hat sich dafür ausgesprochen, den SPD-Kanzlerkandidaten durch eine Urwahl der Mitglieder zu bestimmen. „Die SPD hat mehr als nur einen möglichen Kanzlerkandidaten. Wir haben gute Männer und Frauen“, sagte Uekermann der „Welt“. Die Entscheidung sollten alle Parteimitglieder gemeinsam treffen. „Ein Auskungeln eines Kandidaten wie vor den letzten Wahlen macht die SPD nicht mehr mit“, warnte die Vorsitzende der Jungsozialisten.

Der Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises in der SPD, Johannes Kahrs, zeigte sich offen für eine Urwahl. Er sei zwar ein „großer Freund“ des Delegiertensystems. „Wenn es nur einen ernsthaften Kandidaten gibt, reicht der Bundesparteitag“, sagte Kahrs dem Handelsblatt. „Bei mehreren ernsthaften Kandidaten kann man eine Mitgliederbefragung durchführen.“

„Der Vorschlag ist keineswegs abwegig“, kommentierte Parteivize Ralf Stegner den Uekermann-Vorstoß. Er sei auch kein Affront gegen SPD-Chef Sigmar Gabriel. Der SPD-Chef stehe selbst dafür, die Mitglieder in wichtigen Fragen entscheiden zu lassen. „Gabriel hat nach den Bundestagwahlen 2013 sehr beherzt die Position vertreten, die Partei darüber abstimmen zu lassen, ob eine Große Koalition mit CDU und CSU gebildet werden soll oder nicht“, sagte Stegner dem Handelsblatt. Eine Urwahl des Kanzlerkandidaten passe somit ins Bild.

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Die SPD sei überdies führend in der Beteiligung der Parteimitglieder. Allerdings, so schränkte Stegner ein, sei eine Urwahl des Kanzlerkandidaten durch die Parteimitglieder im Moment „rein hypothetisch“. „Sehr wahrscheinlich finde ich das nicht“, sagte Stegner. Die Frage nach der Urwahl stelle sich nur dann, wenn mehrere Kandidaten für eine Kanzlerkandidatur bereit stünden.

Joachim Poß, Mitglied des SPD-Parteivorstandes, forderte ein Ende der Debatte. „Zur Sache selbst möchte ich keine Stellung nehmen“, sagte der Bundestagsabgeordnete dem Handelsblatt mit Blick auf den Urwahl-Vorschlag, den zuerst die Juso-Bundesvorsitzende Johanna Uekermannins Spiel brachte. „Aber was mich ärgert, ist die unnötige Fortsetzung des SPD-Sommertheaters“, fügte Poß hinzu.

Uekermann widersprach der Äußerung von Schleswig-Holsteins Ministerpräsidenten Torsten Albig (SPD), die Partei müsse sich überlegen, ob sie 2017 angesichts der Beliebtheit von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)überhaupt einen eigenen Kanzlerkandidaten aufstelle. Die SPD brauche einen Kanzlerkandidaten, schließlich sei sie eine große Volkspartei, sagte die Vorsitzende der SPD-Nachwuchsorganisation.

Merkel mache „einen schlechten Job“, „Merkels Attacken auf Athen und ihr dogmatisches Nein zur Ehe für alle sind nur zwei Beispiele ihrer kurzsichtigen Politik“, kritisierte Uekermann. „Torsten Albig hat offenbar zu viel im Wind gestanden“, fügte sie hinzu.

Sie hob zudem hervor, dass die SPD im Bund in einem rot-rot-grünen Bündnis auch ohne die Union regieren könne. Uekermann übte in der „Welt“ überdies heftige Kritik an der Griechenland-Politik des SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel. Gedankenspiele zu einem Grexit hätten in der SPD keine Mehrheit, sagte die Juso-Chefin.

Die SPD-Vorsitzenden seit 1968

11.05.1946 - 20.08.1952

Kurt Schumacher

27.09.1952 - 14.12.1963

Erich Ollenhauer

16.02.1964 - 14.06.1987

Willy Brandt

14.06.1987 - 29.05.1991

Hans-Jochen Vogel

29.05.1991 - 03.05.1993

Björn Engholm

03.05.1993 - 25.06.1993

Johannes Rau (kommissarisch)

25.06.1993 - 16.11.1995

Rudolf Scharping

16.11.1995 - 12.03.1999

Oskar Lafontaine

12.03.1999 - 21.03.2004

Gerhard Schröder

21.03.2004 - 15.11.2005

Franz Müntefering

15.11.2005 - 10.04.2006

Matthias Platzeck

14.05.2006 - 07.09.2008

Kurt Beck

07.09.2008 - 18.10.2008

Frank-Walter Steinmeier (kommissarisch)

18.10.2008 - 13.11.2009

Franz Müntefering

Seit 13.11.2009

Sigmar Gabriel

„Wir haben verschiedene Optionen diskutiert, aber es wurde schnell deutlich, dass keiner in der SPD-Spitze Sigmar Gabriel hier folgt.“ Ihr Parteichef hätte Merkel und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) klarmachen müssen, dass ein Grexit keine Option sei. Stattdessen habe Gabriel „rumgeeiert“.

Uekermann forderte den Vizekanzler auf, er solle „jetzt ein Zeichen setzen und seinen Urlaub in Griechenland verbringen“. „Ich mache das“, fügte sie hinzu. Gabriel könne in Gesprächen mit Arbeitnehmern, Studierenden und Rentnern in Griechenland „sicher viel lernen. Das täte ihm gut für seine Meinungsbildung in Berlin.“

Kommentare (4)

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Herr Ingo Ulrich

05.08.2015, 09:28 Uhr

".....schließlich sei sie eine große Volkspartei....."

Nein das war mal !

IHR (SPD) habt im ersten Quartal wiedermal mehr als 14000 Mitglieder verloren !
Wenn ich die Nichtwähler berücksichtige bei der BT-Wahl 2013, da war die Wählerzustimmung bei etwa 17% !!! Das ist keine GROßE Volkspartei mehr !

SEIT ROT/GRÜN eine politische KATASTROPHE, die IHR uns zumutet ! Kompetenzleere oder eine lukrative "Belohnung" nach und während der politischen " Karriere", das ist SPD-"Politik" !!!

Ein Tipp: Die Bertelsmann-Stiftung ist nicht Arbeitnehmer- und Bürgerfreundlich, eine reine Lobby-Truppe diese Clique !!! Siehe u.a. Hartz 4 !

Vertrauen und Glaubwürdigkeit ist ein kostbares Gut, die IHR verzockt und verkauft habt !



Hein Bloed

05.08.2015, 09:54 Uhr

Kanzlerkandidaten brauchen die Sozen nicht mehr mit den paar verwirrten Figuren.

Frau Margrit Steer

05.08.2015, 13:37 Uhr

Und diese junge Maus weiß genau was richtig ist?
Die SPD eine große Volksparei???????
Das ist lange vorbei. Das hat Schröder, der Genosse der Bose, zusammen mit den antideutschen Grünen beendet.
Warum die Leue bei REWE mittlerweile so schlecht bezahlt werden, konnte man gestern auf Report sehen. Alles was hier mal gut war, hat Rot-Grün kaputt gemacht
Die SPD ist nur noch eine kleine Randpartei

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