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24.08.2013

15:56 Uhr

Juso-Kampagne gegen Hoeneß

Steinbrück verteidigt Postkarten-Aktion

Die Postkarten-Aktion der Jusos gegen Bayern-Präsident Uli Hoeneß ist scharf kritisiert worden. Kanzlerkandidat Peer Steinbrück verteidigte die Kampagne gegen die Kritiker: „Es ist Wahlkampf“

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück: „Erst beschweren sich einige über einen angeblich lahmen Wahlkampf.“ dpa

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück: „Erst beschweren sich einige über einen angeblich lahmen Wahlkampf.“

BerlinSPD-Kanzlerkandiat Peer Steinbrück hat die umstrittene Postkarten-Aktion der Jusos gegen Uli Hoeneß verteidigt. „Erst beschweren sich einige über einen angeblich lahmen Wahlkampf. Dann gibt es dank Klaus Staeck etwas politische Satire und es erregen sich dieselben Gemüter. Es ist Wahlkampf!“, schreibt Steinbrück in einer handschriftlichen Notiz, die sein Wahlkampf-Team auf seiner Facebook-Seite gepostet hat.

Die Jusos wollten am Wochenende vor Bundesliga-Stadien bis zu 100.000 Postkarten verteilen, die Kanzlerin Angela Merkel (CDU) beim Handschlag mit Bayern-Präsident Uli Hoeneß zeigen. In Anspielung auf dessen Steueraffäre wurden Merkel die Worte „Glückwunsch Uli! Wir Steuern das schon“ in den Mund gelegt. FDP und CSU reagierten empört.

Die SPD will zwar eine härtere Gangart gegen Steuerbetrug, betonte aber ausdrücklich, dass dies sei keine Kampagne der SPD sei. Es handele sich um von Grafikdesigner Klaus Staeck, seit 2006 Präsident der Berliner Akademie der Künste, gestaltete Karten, die lediglich von Jusos verteilt würden. Auf der Karte findet sich kein SPD-Logo. Laut Generalsekretärin Andrea Nahles wollen die Jusos die Postkarten unter anderem in Hannover, wo Schalke spielt, und beim Heimspiel von Borussia Dortmund gegen Werder Bremen verteilen.

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Doch nicht nur in der Politik, auch in der Bundesliga erhält die Aktion für scharfe Kritik. Borussia Dortmund bittet die Initiatoren der Kampagne nachdrücklich, vor und nach dem Freitagsspiel der Borussia gegen Werder Bremen „auf die Durchführung der geplanten Aktion zu verzichten“. „Wir verweigern der Durchführung einer solchen Aktion bei uns im Stadion die Zustimmung, weil sich Borussia Dortmund politischer Neutralität verpflichtet fühlt“, teilte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke am Freitagmittag mit.

Auch DFL- und BVB-Präsident Reinhard Rauball kritisierte die Aktion. „Als SPD-Mitglied distanziere ich mich von einer solchen Aktion nachdrücklich“, sagte Rauball der „Bild“-Zeitung. Mögliches Fehlverhalten von Privatpersonen zu instrumentalisieren, bevor Gerichte rechtskräftig darüber befunden haben, verletze elementare Grundsätze des Rechtsstaates. „Dies ist auch nicht mit den Grundsätzen von Fairness im Sport in Einklang zu bringen.“

Staeck sagte dazu, er habe es vielmehr als "Geschmacklosigkeit empfunden, dass die Kanzlerin vor einem Millionenpublikum so demonstrativ einem Steuerhinterzieher die Hand reicht. Das ist eine symbolische Geste gewesen und kein Zufall". Wenn das nicht politisch sei, dann wisse er nicht, was überhaupt noch politisch ist. Deshalb habe er die Karte gestaltet. Jeder könne sie auf seiner Webseite kaufen, 80 Cent kostet sie pro Stück.

Kommentare (33)

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Neuanfang

24.08.2013, 16:11 Uhr

Der SPD gehen die Ideen aus, da bleiben nur noch plumpe Postkarten für die sich niemand interessiert!

Neuanfang wagen, AfD wählen!

Account gelöscht!

24.08.2013, 16:17 Uhr

Warum sollte die Kanzlerin Hoeness nicht die Hand reichen, er hat 50 Millionen Steuern bezahlt und ist noch nicht verurteilt worden. Schröder hat seiner Zeit Putin ständig die Hand gereicht und mit ihm in dessen Datscha gefeiert,weil Putin ja ein Lupenreiner Demokrat ist.

Mein Bild vor mir,Steinbrück und Schröder sitzen in einer Badewanne voll Geld und am Beckenrand stehen begeistert SPD Rothemden die von beiden zum Mindestlohn von 8,50 Euro zum umrühren der Geldmengen ermutert werden.

Sapere_aude

24.08.2013, 16:21 Uhr

Die Postkartenaktion ist vor allem eines: einfach nur dumm und plump.

Durch solche hohle Aktionen wird der Wahlkampf der SPD nicht inhaltlicher, sondern nur noch ärmlicher - leere Polemik ohne politische Aussage.
SPD und Grüne führen einen klassischen Oppositionswahlkampf.

Ich habe bis jetzt noch keine einzige Aussage von SPD, Grünen oder der Linken im Wahlkampf gelesen oder gehört, die politischen Gestaltungswillen zeigt.

Mit der Postkarten-Aktion drückt sich die SPD selbst auf die Oppositionsbank:
Bundestagswahlen gewinnt man nicht, indem man die bestehende Regierung mit hohler Polemik attackiert, sondern indem man der Bevölkerung glaubhaft zeigt, dass man die bessere Regierung für das Land stellen würde.
Das haben SPD und Grüne in diesem Wahlkampf nicht einmal annähernd versucht.

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