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07.09.2011

10:13 Uhr

Justizfall Euro

Fünf Männer gegen eine Währung

Sie führten die Bewegung gegen den Euro vor Gericht an. Wer die fünf Währungsgegner sind und warum sie die Gemeinschaftswährung ablehnen:

Vier aus dem Bunde der Euro-Gegner: Wilhelm Hankel, Karl Albrecht Schachtschneider, Wilhelm Nölling und Joachim Starbatty klagen in Karlsruhe. Auch der CSU-Bundestagsabgeordnete Peter Gauweiler gehört zur  Währungs-Opposition. dapd

Vier aus dem Bunde der Euro-Gegner: Wilhelm Hankel, Karl Albrecht Schachtschneider, Wilhelm Nölling und Joachim Starbatty klagen in Karlsruhe. Auch der CSU-Bundestagsabgeordnete Peter Gauweiler gehört zur Währungs-Opposition.

BerlinKein Wort war ihnen zu groß. „Wir kämpfen für eine heilige Sache“, war sich Wilhelm Hankel zutiefst überzeugt. „Heilig“ – das sind dem 82-jährigen Ökonomen und seinen vier Mitstreitern die Rechte des Parlaments, die ihres Erachtens bei der Verabschiedung der Maßnahmen übergangen wurden.

Die ganz großen Worte scheut keiner der fünf Herren, die gestern im Berliner Hotel Adlon ihren Lebenskampf gegen den Euro erklären. 71 Jahre alt sind die beiden Jüngsten, der Tübinger Wirtschaftsprofessor Joachim Starbatty und der Erlanger Staatsrechtler Karl Albrecht Schachtschneider. 77 Jahre ist der frühere Hamburger SPD-Finanzsenator Wilhelm Nölling.

Ein gemeinsames Ziel eint sie seit Jahren. Schon 1998 klagten sie zusammen mit Hankel gegen die Einführung des Euros, gegen den sie schon immer waren – damals vergeblich. Und auch heute ist die Auflösung des Euros das eigentliche Ziel ihres Kampfes. „Das Euro-Abenteuer geht zu Ende“, heißt ihr neues Buch.

Ihr Anlass ist die Finanzkrise Europas. Als im Frühjahr 2010 die Schuldennot Griechenlands offensichtlich wird, sind sich Schachtschneider und Hankel sofort einig, dass „der Rubikon überschritten ist“, so Hankel, und die Zeit reif für den erneuten Gang nach Karlsruhe.

Ihrer Vierergruppe schließt sich der 85-jährige einstige Thyssen-Chef Dieter Spethmann an, der nach seiner Pensionierung 1991 zum Kritiker der europäischen Integration und des Euros wurde. Im Kontrast zu heutigen Konzernlenkern ist er zutiefst überzeugt, dass der Euro der deutschen Exportwirtschaft erst einmal geschadet hat, weil Deutschland zu hohe Zinsen aufgebürdet wurden: Wären wir wie die Schweiz unabhängig, ginge es allen besser, sagt Spethmann. Die derzeitige Extremsituation, in der die Regierungen der Euro-Zone immer neue Rettungspakete für die Gemeinschaftswährung auflegen, beobachten die Euro-Gegner mit wohligem Gruseln. Denn das Unbehagen an den immer höheren Garantiesummen verschafft ihnen Rückenwind. In Inflation und Wechselkursrutsch werde die Staatsschuldenkrise enden, sagt Schachtschneider. Griechenland und überhaupt Südeuropa würden „nie wettbewerbsfähig“. Und die Euro-Rettungspakete sind für Schachtschneider ein „Staatsstreich der politischen Klasse“.

Kommentare (8)

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Knut34

07.09.2011, 10:25 Uhr

Eher 50 Millionen Männer und Frauen!

Account gelöscht!

07.09.2011, 11:08 Uhr

Anstatt permanent auf das hohe Alter der Fünf hinzuweisen, wäre es dem Niveau zuträglicher gewesen, sich inhaltlich mit dem Anliegen der Herren auseinanderzusetzen. Profunde inhaltliche Diskussion findet in den Massenmedien jedoch nicht (mehr) statt. Ich lese, sehe und rieche Verblödung all überall.

Account gelöscht!

07.09.2011, 11:30 Uhr

Und diese fünf Männer werden auch weiter machen gegen Transferunion und Euro-Wahnsinn. Es war ja schon zu erwarten dass das BVG schon gleich geschaltet wurde.

http://www.dr-hankel.de/

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