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16.10.2013

12:04 Uhr

Kabinettsbeschluss

Höhere Sozialbeiträge für Gutverdienende

Wer gut verdient, muss im kommenden Jahr höhere Sozialbeiträge bezahlen. Das hat das Bundeskabinett am Mittwoch in Berlin beschlossen. Experten rechnen mit einer Mehrbelastung bis zu 251 Euro pro Jahr.

Sitzung des Bundeskabinetts: Auf Beschäftigte mit einem Bruttoverdienst von 3937 Euro und mehr kommen höhere Lasten zu. dpa

Sitzung des Bundeskabinetts: Auf Beschäftigte mit einem Bruttoverdienst von 3937 Euro und mehr kommen höhere Lasten zu.

BerlinGut verdienende Arbeitnehmer müssen im kommenden Jahr teils deutlich höhere Sozialbeiträge zahlen. Das schwarz-gelbe Bundeskabinett beschloss am Mittwoch in Berlin in seiner letzten regulären Sitzung eine Anhebung der Beitragsbemessungsgrenzen für die Renten-, Kranken- und Pflege- und Unfallversicherung. Die Werte legen fest, bis zu welcher Höhe des Einkommens Beiträge an die Sozialkassen abgeführt werden müssen. Auf Beschäftigte mit einem Bruttoverdienst von 3937 Euro und mehr kommen dadurch höhere Lasten zu.

Die Anpassung ist von der Lohnentwicklung im vorangegangenen Jahr abhängig und wird jedes Jahr nach einem gesetzlich festgelegten Mechanismus neu festgelegt.

Die Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung sollen in Westdeutschland künftig bis zu einem monatlichen Bruttoeinkommen von 5950 Euro erhoben werden, was 150 Euro mehr als bisher sind. In Ostdeutschland steigt die Bemessungsgrenze um 100 Euro auf 5000 Euro.

In der Kranken- und Pflegeversicherung müssen künftig bis zu einem Bruttoeinkommen von 4050 Euro Beiträge entrichtet werden, was 112,50 Euro mehr sind.

Um von der gesetzlichen in eine private Krankenversicherung wechseln zu können, muss ein Arbeitnehmer künftig 53.550 Euro pro Jahr verdienen - 1350 Euro mehr als bisher. Das Kabinett beschloss, die sogenannte Versicherungspflichtgrenze entsprechend anzuheben.

Nach Reuters vorliegenden Berechnungen des Experten für Steuerwirkungslehre an der Freien Universität Berlin, Frank Hechtner, liegt die maximale Zusatzbelastung durch die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenzen bei 251,16 Euro pro Jahr. Dabei handelt es sich um einen kinderlosen Arbeitnehmer im Westen mit 6000 Euro brutto pro Monat in Steuerklasse III. In Steuerklasse I sind es für ihn 228,12 Euro mehr. Bei zwei Kindern und 6000 Euro brutto beträgt die Zusatzbelastung 248 Euro (Klasse III) oder 225,60 Euro (Klasse I). Bei einem Verdient von 4000 Euro liegt die Mehrbelastung in 2014 zwischen 42,84 Euro (zwei Kinder, Klasse I) und 52 Euro (keine Kinder, Klasse III).

Von

rtr

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

16.10.2013, 12:14 Uhr

Wieso gibt es überhaupt Bemessungsgrenzen?

Andreas

16.10.2013, 13:08 Uhr

Damit nicht alle Besserverdiener in die private KV wechseln. Sonst müsste Fredi nämlich einen höheren Beitrag zahlen.
Alles klar?

Rubberduck

16.10.2013, 13:13 Uhr

Gute Frage, aber vom einem hohem Einkommen 20% Sozialbeiträge und 50% Steuern abzudrücken, erscheint ungerecht. Ohne diese Grenzen, wären noch mehr privat krankenversichert. Das Problem ist offensichtlich die Beitragshöhe und damit die Kosten des gesamten Gesunheitssystems.

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