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12.01.2010

08:35 Uhr

Käßmann trifft zu Guttenberg

Und sie sprachen über Gott und den Krieg

VonRüdiger Scheidges

Sie sprachen, so viel steht fest, über Gott und die Welt. Sogar über den Krieg. Wie soll es auch anders sein, wenn die EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann in Berlin auf den Generalissimus Karl-Theodor zu Guttenberg trifft?

Margot Käßmann und Karl-Theodor zu Guttenberg trafen sich, um über den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr zu diskutieren. dpa

Margot Käßmann und Karl-Theodor zu Guttenberg trafen sich, um über den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr zu diskutieren.

BERLIN. Die oberste Protestantin hat im profanen Denken der Politik Schuld auf sich geladen. Sie hat sich nicht um Semantik wie „nicht internationaler bewaffneter Konflikt“ und „friedenserzwingende Einsätze“ geschert, sondern um die letzten Dinge: „Waffen schaffen in Afghanistan keinen Frieden“, sagt sie – und hat 71 Prozent der Deutschen auf ihrer Seite.

So viel Ja-Stimmen wären in der Politik ein fast jenseitiges Geschenk. Da Politik aber diesseits punkten will, hat sie – aus solcher Warte – unrecht. Deshalb die Reise gen Berlin. Dort waren Kirche und Militär, Bendler-Block und Deutscher Dom einst eine heikle Mesalliance eingegangen. Die einen segneten die Waffen, mit denen die anderen ins Gefecht rückten.

Die Ratsvorsitzende ist aber nicht einmal zum verbalen Gefecht in die Hauptstadt gereist, sondern nur um die naturgegebene, ach was: die gottgegebene Distanz zwischen der hehren Welt der ewigen Werte von der schmutzigen Sphäre des steten Kompromisses zu wahren: Nicht nur für Gläubige ist Frieden der höchste aller Werte, Krieg der niedrigste Unwert. Kein Wunder also, dass die Bischöfin in Berlin das ewig Gültige über das allenfalls Erzwingbare setzte.

Kommentare (2)

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ein einigermaßen authentischer Christ

18.01.2010, 17:12 Uhr

Eine Person, die sich vor den protestantischen Traualtar stellt und sinngemäß sagt: "ich stehe im
Namen Gottes hier und gelobe, in guten sowie in schlechten Zeiten zu meinem Ehemann zu stehen" und dies weder als Pfarrerin noch als bischöfin einhält,
danach noch in eine solche Position gewählt wird,
will glaubwürdig die evangelische Kirche vertreten?

Mein Gott, welchen Mut hatte diese Frau gepackt???
Sich dann noch in diese Themen der Politik einzumischen bedeutet geradezu naive blindheit "ins
Thema zu treten" sowie die Mitglieder ihrer eigenen
Kirche, dies sie vertritt, für dämlich zuhalten.

Unglaublich, aber wahr. Wohin wandert diese Kirche?
Luther hätte ihr niemals vergeben. Ein wahrer Gläubiger in ihrer eigenen Kirche eben so wenig.
Profilneurosen scheinen auch vor Ämtern keinen
Halt zu machen und sich bei denen einzuschleichen,
denen man ein anderes Format zutraut.

Sich selbst zu vergeben ist wie: "Wen das Geld im
Kasten klingt und die Seeele zum Himmel springt".
Peinlicher geht es scheinbar in dieser Kirche nicht zu.

Ein Käse, den Frau Käs(s)mann (frau) predigt. Für wen hält sich diese Frau (ß) und für wie doof ihre
Mitchristen, die man zu Recht " Schaafe" nennt.

der einigermaßen authentische Christ

18.01.2010, 18:45 Uhr

Das ewig Gültige, wie dies im Artikel erwähnt wird gilt auch für den CSU- Politiker zu Guttenberg als
Verteidigungsminister. Dafür steht das "C" in der CSU. Er ist ebenso Christ wie die bischöfin.

im Thema Glaubwürdigkeit würde jedenfalls ich ihn noch weit vor der bischöfin sehen, falls es ein
Glaubwürdigkeitsranking gibt, da er noch Neuling
in der bundespolitik ist. bleibt zu erwarten dass
er sich treu bleibt.

Der bischöfin kann man dies als allgemeines und
"Sehen sowie Gesehen werden in der Öffentlichkeit"
zuordnen- mehr auch nicht.

Wie war das: bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr.....

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