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26.07.2015

17:06 Uhr

Kaffeefahrten

NRW und Bayern gehen gegen Abzocke vor

Bei Kaffeefahrten werden Senioren von aggressiven Verkäufern übertölpelt. Den arglosen Reisenden werden vermeintliche Wundermittel und Lotto-Verträge angedreht. NRW und Bayern wollen die Reißleine ziehen.

Beim Verkauf von Medikamenten und Pülverchen spielen die Abzocker mit der Gesundheit der Reisenden. dpa

Gefährliche Abzocke

Beim Verkauf von Medikamenten und Pülverchen spielen die Abzocker mit der Gesundheit der Reisenden.

DüsseldorfÜberteuerte Rheumadecken und vermeintliche Wundermittel – oft werden Senioren bei Kaffeefahrten von aggressiven Verkäufern übertölpelt. Nordrhein-Westfalen und Bayern wollen sich jetzt gemeinsam im Bundesrat dafür einsetzen, Abzocke auf Kaffeefahrten zumindest einzudämmen. Das sagte NRW-Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf.

In zwei Bereichen seien klare Verbote nötig: beim Handel mit Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln sowie mit Lotto-Verträgen bei Kaffeefahrten. Bei Medikamenten und Wundermittelchen könne es gefährlich werden, warnte der SPD-Politiker. Beim vermeintlichen Lotto-Service mit unrealistischen Gewinnchancen drohten Knebelverträge. „Wer hier unterschreibt, soll mitunter jahrelang zahlen.“

Nach Angaben des Ministers nehmen jedes Jahr bis zu fünf Millionen Bundesbürger an Kaffeefahrten teil. Gelockt werden die meist älteren Teilnehmer mit vermeintlich kostenlosen Fahrten zu interessanten Zielen. Darüber hinaus werden Geschenke und Gewinne in Aussicht gestellt.

„Doch die Realität sieht anders aus“, betonte Kutschaty. Nach stundenlanger Fahrt landeten die Reisenden an einem einsamen Ort. „Dort werden ihnen dann mit aggressiven und irreführenden Verkaufsmaschen Produkte und Dienstleistungen zu völlig überhöhten Preisen angeboten.“

Anders als bei nur überteuerten, letztlich aber harmlosen Rheumadecken werde bei Medikamenten und Pülverchen mit der Gesundheit der Reisenden gespielt. So sei etwa einem Rentner eine „Gesundheitsscheibe“ für 1500 Euro angedreht worden, die seine Knochenschmerzen wegzaubern sollte. „Natürlich konnte die Wunderscheibe das nicht“, stellte Kutschaty fest. Wegen solcher Fälle werde er im Bundesrat gemeinsam mit Bayern für verschärfte gesetzliche Rahmenbedingungen für Kaffeefahrten eintreten.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Wolfgang Trantow

27.07.2015, 10:16 Uhr

Und wann wird endlich gegen die abzockenden Anwaltskanzleien, Rechtsanwälte(Internet) und Inkassobüros vor gegenagen? Maximale Strafen: Verlust der Vermögen, Berufsverbot, Verlust der bürgerlichen Rhrenrechte, Verlust der Staatsbürgerschaft, an den Pranger stellen usw. sind sofort, auch rückwirkend, erforderlich.

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