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06.12.2015

12:29 Uhr

Kampf gegen IS-Terror

Fregatte „Augsburg“ steht schon unter französischem Kommando

Der Terror von Paris hat Deutschland unter Zugzwang gesetzt. Mit 230 Marine-Soldaten hilft die Bundeswehr ab sofort dem Verbündeten Frankreich. Die deutsche Fregatte ist bereits im südöstlichen Mittelmeer eingetroffen.

Zuletzt war die Fregatte „Augsburg“ im Kampf gegen Schleuser eingesetzt, nun ist sie Teil der Anti-Terror-Koalition. dpa

Fregatte „Augsburg“

Zuletzt war die Fregatte „Augsburg“ im Kampf gegen Schleuser eingesetzt, nun ist sie Teil der Anti-Terror-Koalition.

Die für den Anti-Terror-Einsatz gegen den IS abgestellte Fregatte „Augsburg“ ist einsatzbereit. Am Sonntag wurde sie dem Einsatzkommando der Franzosen unterstellt. Wie ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr in Potsdam mitteilte, traf die Fregatte mit 230 Soldaten an Bord im südöstlichen Mittelmeer ein. Dort schloss sie sich dem Verband unter Führung des französischen Flugzeugträgers „Charles de Gaulle“ an.

Von der „Charles de Gaulle“ aus will Frankreich Luftangriffe gegen die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) fliegen. Dazu soll der Flugzeugträger durch den Suezkanal ins Arabische Meer verlegt werden. Die in Wilhelmshaven beheimatete „Augsburg“ ist als Begleitschutz abkommandiert. Die deutsche Fregatte war bisher im Mittelmeer bei der Operation „Sophia“ gegen Schleuser eingesetzt.

Nach dem Bundestagsbeschluss von Freitag kann Deutschland bis zu 1200 Soldaten in den Einsatz gegen den IS schicken. SPD-Chef und Vizekanzler Sigmar Gabriel präzisierte unterdessen das Ziel des Bundeswehreinsatzes in Syrien. Bei der Mission gehe es darum, eine weitere Ausbreitung der Terrormiliz Islamischer Staat zu verhindern. „Ziel ist es, den Vormarsch von IS zu stoppen – mindestens bis bei den Wiener Verhandlungen eine politische Lösung für Syrien gefunden worden ist. Dieser diplomatische Prozess hat erste Erfolge, aber er wird sicher noch eine Zeit brauchen“, sagte Gabriel der „Bild am Sonntag“.

Nach seinen Vorstellungen sollen die Bürgerkriegsparteien in Syrien – Regierungsarmee, nichtislamistische Rebellen und Kurden – die Terroristen nach einem Friedensschluss gemeinsam bekämpfen. „Bis dahin müssen wir aber einen weiteren Geländegewinn von IS militärisch verhindern“, sagte der SPD-Chef.

Gabriel schloss aus, dass Deutschland Bodentruppen nach Syrien entsenden werde: „Dafür bedürfte es eines viel klareren Uno-Mandates. Und selbst für den Fall müssten wir uns ernsthaft fragen, ob wir die Richtigen sind. Die Islamisten wünschen sich ja geradezu, dass Amerikaner und Europäer Bodentruppen schicken, damit sie ihren verlogenen Propagandafeldzug fortsetzen können, dass es ein Kampf des Westens gegen die Muslime sei.“

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