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06.05.2015

13:38 Uhr

Kampf gegen IS

USA setzen Millionen-Kopfgeld aus

Die USA haben ein Millionen-Kopfgeld auf die Ergreifung von vier ranghohen IS-Anführern ausgesetzt – tot oder lebendig. Zudem sicherte Präsident Obama den Kurden weitere Unterstützung im Kampf gegen die Terrormiliz zu.

Vorstöße der Islamistengruppe IS (Archivfoto): Die USA setzen hohe Kopfgelder auf vier Anführer der Terrororganisation aus. ap

Abzeichen von IS

Vorstöße der Islamistengruppe IS (Archivfoto): Die USA setzen hohe Kopfgelder auf vier Anführer der Terrororganisation aus.

WashingtonDie USA haben ein Millionen-Kopfgeld auf vier mutmaßliche ranghohe Anführer der Dschihadistengruppe Islamischer Dschihad (IS) ausgesetzt. Für Informationen, die zum Tod oder zur Festnahme von Abdel Rahman Musafa al-Kaduli führen, wird der am Dienstag vom US-Außenministerium veröffentlichten Liste zufolge eine Belohnung in Höhe von sieben Millionen Dollar (6,25 Millionen Euro) ausgesetzt. Al-Kaduli war ein mutmaßlicher Stellvertreter des früheren Al-Kaida-Chefs im Irak, Abu Mussab al-Sarkawi.

Al-Kaduli schloss sich 2012 dem IS in Syrien an, wie das Ministerium erklärte. Er wurde bereits im Mai vergangenen Jahres auf die US-Terrorliste gesetzt und zum Ziel von US-Sanktionen. Auf den Anführer des IS im Irak, Abu Bakr al-Bagdadi, hatte die US-Regierung bereits in der Vergangenheit ein Kopfgeld in Höhe von zehn Millionen Dollar ausgesetzt. Ein Kopfgeld in Höhe von fünf Millionen Dollar steht auf den etwa 38 Jahre alten Syrer Abu Mohammed al-Adnani, der ein IS-Sprecher sei und wiederholt zu Angriffen auf die USA aufgerufen habe.

Die Terrorgruppe Islamischer Staat

Ziel

Die Organisation Islamischer Staat (IS), früher Islamischer Staat im Irak und in Syrien (Isis) genannt, gehört zu den radikalsten islamistischen Gruppen im Nahen Osten. Sie kämpft für einen sunnitischen Gottesstaat im arabischen Raum.

Ursprung

Der IS ging aus dem irakischen Widerstand der 2003 gegründeten Gruppe „Tawhid und Dschihad“ hervor, die sich gegen die US-Invasion im Irak wandte. Erster Anführer war der für seine Grausamkeit berüchtigte Jordanier Abu Mussab al-Sarkawi. Seit 2013 leitet der Iraker Abu Bakr al-Baghdadi den IS.

Aktivitäten

Die Gruppe griff Im Irak nicht nur US-Soldaten an, sondern verübte auch Selbstmordanschläge auf Schiiten und Christen im Land. Al-Sarkawi wurde 2006 von der US-Armee getötet. Seither führen Iraker die Organisation. Deren zweiter früherer Name „Islamischer Staat im Irak und der Levante“ verdeutlicht den Anspruch, einen sunnitischen Großstaat zwischen Mittelmeer und Euphrat zu errichten.

Entwicklung

An Macht gewann der IS, als sie sich im Frühjahr 2013 in den syrischen Bürgerkrieg einmischte. Dort überwarf sie sich mit der aus syrischen Salafisten bestehenden Al-Nusra-Front, obwohl beide Gruppen damals dem Terrornetzwerk al-Qaida nahestanden.

Standorte

Vor allem im Nordosten Syriens greift der IS syrisch-kurdische Städte an und massakriert die Zivilbevölkerung. Im Irak profitiert die Miliz vom Streit der von Schiiten dominierten irakischen Regierung mit den sunnitischen Parteien des Landes. Am 29. Juni rief der IS das Kalifat in den von im kontrollierten Gebieten aus – mit al-Baghdadi als Kalif.

Finanzierung

Der IS finanzierte sich anfangs vor allem durch Spenden aus den Golfstaaten Katar und Saudi-Arabien, aber auch durch Wegzölle entlang der Grenzen zwischen Irak und Syrien. Mit den Landgewinnen nahmen die Gewinne aus illegalen Ölverkäufen der kontrollierten Felder zu.

Söldner

In den Reihen der Gruppe kämpfen internationale Brigaden, darunter Muslime aus Nordafrika und den arabischen Golfstaaten sowie Konvertiten aus Europa und Nordamerika.

Ebenfalls eine Belohnung in Höhe von fünf Millionen Dollar gibt es für Hinweise auf den unter dem Kampfnamen Omar al-Schischani bekannten Georgier Tarchan Bariaschwili. Der 29-Jährige leite ein Gefängnis nahe der IS-Hochburg Raka, in dem mehrere westliche Geiseln gefangen gehalten worden seien, hieß es. Eine Belohnung in Höhe von drei Millionen Dollar wurde auf den Tunesier Tarik bin al-Tahar bin al-Falih al-Awni al-Harzi ausgesetzt. Der 33-Jährige soll Anführer einer Truppe von Selbstmordattentätern sein.

Der IS hatte im vergangenen Jahr Teile des Nordiraks und Syriens besetzt und begeht in den von ihm gehaltenen Gebieten Gräueltaten wie Enthauptungen von Geiseln, die Ermordung von Minderheiten und die Zwangsverheiratung von gefangen genommenen Frauen. Eine Allianz aus westlichen und arabischen Staaten fliegt seit Monaten Luftangriffe gegen Stellungen der Dschihadisten in beiden Ländern.

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Bei einem IS-Angriff auf kurdische Sicherheitskräfte in der nordost-syrischen Provinz Hassaka wurden laut Aktivisten mindestens 16 kurdische Kämpfer getötet und mehrere weitere verletzt. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zündete ein Selbstmordattentäter am Mittwochmorgen eine Autobombe bei einem Posten der Sicherheitskräfte in der Stadt Hassaka. Anschließend seien aus zwei weiteren Autos IS-Kämpfer gestürmt und in das Gebäude eingedrungen. Bei heftigen Gefechten seien die Angreifer getötet worden.

Grundlage für einen Sieg über den IS in Syrien und eine Beendigung des Bürgerkriegs in dem Land ist nach Ansicht der US-Regierung ein Machtwechsel in Damaskus. Es sei die Überzeugung des US-Präsidenten Barack Obama, dass das „Problem IS nicht nachhaltig behandelt“ werden könne, ohne dass das „Problem Assad gelöst“ werde, sagte die UN-Botschafterin Washingtons, Samatha Power. Einer der Gründe dafür sei, dass der Kampf gegen Präsident Baschar al-Assad für die „ausländischen terroristischen Kämpfer“ Anlass zur Reise nach Syrien sei.

Bei einem Besuch des Präsidenten der autonomen Kurdenregion im Irak, Massud Barsani, bei der US-Regierung bekräftigten beide Seiten ihre Zusammenarbeit im Kampf gegen den IS. Wie das Weiße Haus nach dem Treffen am Dienstag mitteilte, sicherten Obama und sein Stellvertreter Joe Biden Barsani ihre "starke und fortgesetzte" Unterstützung zu. Zugleich sprachen sie sich für einen "geeinten, föderalen und demokratischen Irak" aus.

Von

afp

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