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13.09.2016

12:30 Uhr

Kampf um das Kanzleramt

Die SPD schaltet hoch

VonHeike Anger

Angela Merkel versinkt im unionsinternen Streit – die SPD wittert ihr Momentum. Plötzlich scheint die Kanzlerin angreifbar. Wie Strategen Sigmar Gabriel und seine Genossen zum Sieg bei der Bundestagswahl führen wollen.

Der SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel könnte der Angriff auf das Kanzleramt anführen – wenn die Basis ihn unterstützt. dpa

Auf dem Weg zum Spitzenkandidaten

Der SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel könnte der Angriff auf das Kanzleramt anführen – wenn die Basis ihn unterstützt.

BerlinDie Parteibasis könnte Sigmar Gabriel noch einen Strich durch die Rechnung machen. Doch wer den SPD-Chef in diesen Tagen genau beobachtet, der meint einen Mann zu erkennen, der sich entschieden hat. Mehr Selbstgewissheit geht nicht. Gabriel will Kanzlerkandidat für die Bundestagswahl 2017 werden.

Nur noch eine Hürde liegt vor ihm: der Parteikonvent zum europäisch-kanadischen Freihandelsabkommen Ceta am 19. September. Die Basis hegt starke Vorbehalte gegen das Vertragswerk, für das sich Gabriel als Wirtschaftsminister vehement eingesetzt hat. Folgen ihm die Delegierten, dürfte er ins Rennen um das Kanzleramt starten.

„Die Vorbereitungen für den Wahlkampf laufen auf Hochtouren“, bestätigte SPD-Generalsekretärin Katarina Barley dem Handelsblatt. Das Land erlebe zurzeit eine zutiefst zerrüttete Union. „Allen voran Horst Seehofer betreibt eine offene Demontage der Bundeskanzlerin“, stichelt Barley.

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So wittert die SPD ihr Momentum. Erstmals scheint die Kanzlerin angreifbar. Ob Angela Merkel im kommenden Jahr wieder als Kanzlerkandidatin antritt, ist offen. Doch was macht die SPD aus dieser für sie guten Ausgangslage? Noch macht die Wahlkampftaktik den Parteistrategen Kopfzerbrechen. Welche eigenen Stärken gibt es überhaupt? Welche Wählergruppen können erreicht werden? Welche Botschaften funktionieren? Die SPD-Spitze sucht nun Hilfe bei Beratern.

Da ist etwa Allensbach-Chefin Renate Köcher. Die Top-Demoskopin der Republik klärte jüngst die SPD-Bundestagsfraktion über die „Stimmungslage und Erwartungen der Bürger“ auf und wies auf mögliche Potenziale der Sozialdemokraten hin.

Für manch einen Genossen war schon das die gute Nachricht: dass es überhaupt Potenziale gibt. Schließlich verharrt die Partei in den Umfragen bei 22 bis 23 Prozent. Doch in dem fast einstündigen Vortrag von Köcher, der dem Handelsblatt vorliegt, wurde auch deutlich, dass es bei der Wahl 2017 für die SPD nicht leicht werden wird.

Da ist zum einen die Grundbefindlichkeit, dass die Bürger zunehmend durch Flüchtlingskrise, Terrorakte und internationale Krisen verunsichert sind. Der Zukunftsoptimismus ist demnach stark zurückgegangen. Zum anderen mussten die Sozialdemokraten sich sagen lassen, dass nur sechs Prozent der Befragten davon überzeugt sind, dass die SPD über ein gutes Konzept für den Umgang mit der Flüchtlingskrise verfügt. Mehr noch: Es gibt derzeit weit verbreitete Sympathien für Denkzettel bei Wahlen.

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Anlass zur Hoffnung gab indes Köchers Analyse zu den Wünschen der Bürger für die weitere Entwicklung der Gesellschaft. So hoffen 84 Prozent der Befragten, dass die Unterschiede zwischen Arm und Reich geringer werden, 71 Prozent sehnen sich nach mehr Solidarität. 79 Prozent halten soziale Gerechtigkeit für besonders wichtig. Das klingt nach Chancen für eine sozialdemokratische Politik.

Doch hören die Probleme längst nicht auf. Denn laut Allensbach-Forschung glauben nur 57 Prozent der Bevölkerung, dass die SPD überhaupt für soziale Gerechtigkeit steht. Nur 41 Prozent sind davon überzeugt, dass die Partei für auskömmliche Renten sorgt. Faire Steuern erwarten nur 27 Prozent von der SPD.

Kommentare (28)

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Herr Peter Kastner

13.09.2016, 12:50 Uhr

Nach neueren Umfragen liegt die CDU in Berlin gerade noch bei 17 %.
Für mich ist selbst das noch zuviel. Mittlerweise glaube ich, das es jeder halbwegs veritable Bürgermeister besser kann als Merkel.

Herr Kurt Siegel

13.09.2016, 13:06 Uhr

Auch in Berlin wird die AfD einen Edrutschsieg erzielen und zweitstärkste Partei erden.
"Politiker" wie Gabriel, die den Stinkefinger zeigen und die Wähler des politschen Gegners als Pöbel abqualifizieren, haben in der Politik nichts zu suchen, solche Typen, die sich nicht in der Kontrolle haben, sind einfach nur peinlich, ein weiterer Sargnagel für die SPD, und das ist gut so..

Herr Josef Hirsepp

13.09.2016, 13:14 Uhr

S.P.D.: NEE nicht mehr!
mich wundert nicht, dass nicht die Enidringlinge aus dem Morgenlamnd noch zur Zwangsmitgliedschaft gezwungen werden & die Beitraege dann vom Steuerzahler ueber die lebenserhaltenden Geld-Zuwendungen mitabgedeckt warden....!

oder warden die Bevoelkerungszuwanderungsstroeme doch eher von der CDU zwangsaufgenommen, oder etwa sogar in Bayern als Neumitglieder rekrutiert. weswegen die Merkeline diesen Massenzuwachs an CSU Neumitgliedern duch schliessen der Balkanroute unterbunden hat!!!!

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