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30.05.2011

17:37 Uhr

Kampfansage

Bahn-Chef Grube setzt bei Stuttgart 21 auf Eskalation

Der Streit um das Mega-Projekt Stuttgart 21 erreicht einen neuen Höhepunkt. Nachdem ein Gespräch zwischen Bahn und grün-roter Regierung keine Annäherung brachte, will Bahn-Chef Grube wieder die Bagger rollen lassen.

Spezialfahrzeug am Nordflügel des Stuttgarter Hauptbahnhofs. Quelle: dpa

Spezialfahrzeug am Nordflügel des Stuttgarter Hauptbahnhofs.

StuttgartBahnchef Rüdiger Grube will das umstrittene Milliardenprojekt Stuttgart 21 trotz des Widerstandes der neuen baden-württembergischen Landesregierung weiterbauen. Grube kündigte am Montag nach einem Treffen des Lenkungskreises mit Vertretern von Grün-Rot in Stuttgart an, dass die Bagger schon bald wieder rollen sollen. "Spätestens nächsten Montag werden die Arbeiten fortgesetzt. Stuttgart 21 wird gebaut", sagte Grube dem Radiosender hr-Info. Das Land müsse alle Kosten tragen, wenn es zu Verzögerungen kommt.

Zuvor hatten sich Grün-Rot und die Bahn nicht darauf einigen können, wie es langfristig mit dem Tiefbahnhof weitergehen soll. Nun soll in den nächsten sieben Tagen ein Gespräch zwischen Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) zu einer Entscheidung führen. Ramsauer hatte aber bereits angekündigt, dass er Grün-Rot nicht entgegenkommen will.

Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) äußerte Unmut über das Vorgehen der Bahn. "Es hat uns ein Stück weit geärgert, dass die Bahn einfach weitermachen will." Grün-Rot will einen Bau- und Vergabestopp bis zum geplanten Volksentscheid über Stuttgart 21 im Oktober, lehnt aber eine Kostenübernahme ab.

Bahn-Technikvorstand Volker Kefer erklärte, sein Unternehmen habe keine andere Wahl. Man sei der neuen Koalition schon entgegenkommen, indem man bis zur Bildung der neuen Regierung gewartet habe. "Damit sind wir mit unserer Handlungsfreiheit am Ende. Das bedeutet, wir müssen jetzt weitermachen."

Kommentare (10)

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Kotzbrocken

30.05.2011, 17:44 Uhr

Der Grube kommt ja on Daimler!
Da sind sture Knallköppe normal
Wo ist denn die Kanzlerin, das ist doch Bundessache?
Der Schlichterspruch sollte doch Gültigkeit haben

Otto

30.05.2011, 18:02 Uhr

Die Bahn sollte ihr überflüssiges Geld zuerst in die Funkitonsfähigkeit ihres Materials und der Ausbildung der Mitarbeiter stecken. Ich fuhr mit dem Zug von Wien nach Ulm. In Österreich war alles sehr zufriedenstellend. Ab Salzburg nur Probleme. Die Türe zum Fahrradwagon war defekt, konnte aber von aussen mit einen Schlüssel geöffnet werden. Dazu wäre jedoch eine Bewegung des Bahnpersonals notwendig gewesen. Also mussten wir die Fahrräder durch den Personenwagen schleppen und die Sitze und die Fahrgäste verschmutzen. Ausserdem fehlte ein zusätzlicher Wagen für Fahrräder. Die Klimaanlage ging bis München während der wärmeren Tageszeit nicht. Ab München in gleichen Zug jedoch zu späterer Stunden ging die Klimaanlage jedoch mit Höchstleistung, wir mussten zusätzliche Kleidung anziehen. Was glauben Sie wie unsere Verspätung aussah? Andere Personen wollten Wien noch einen Tag ansehen, war nicht möglich, sonst wären erst 4 Tage später wieder eine Fahrradmitnahme möglich gewesen. Warum werden Reparaturen nicht gemacht, warum werden nicht ausreichend Wagen angespannt. Aber um unnötige Großprojekte kümmert man sich - Warum? Ich habe mir vorgenommen mit meinem Fahrrad jeweils an der Deutschen Grenze die Bahn zu verlassen. Das passiert mir nicht noch einmal.

Dennis

30.05.2011, 18:17 Uhr

Der Bahnhof sollte endlich gebaut werden. Viel schlimmer ist es jedoch, wenn man wie ich im Umland von Stuttgart lebt und seinen Terminkalender nach den Demos ausrichten muss, damit man sich in der Stadt, als auch im Straßenverkehr, frei bewegen kann. Es sollte nicht immer nur auf den Kosten rum gehackt werden, sondern es sollten auch mal die ökonomischen Vorteile auf den Tisch. Ein Großteil des Geldes fließt in Form von Steuern und Abgaben doch wieder zurück in die Kassen. Geld schläft nicht!

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