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12.03.2017

16:42 Uhr

Kanzlerin bei Trump

Merkels Gratwanderung

Die Kanzlerin soll das deutsch-amerikanische Verhältnis retten, Strafzölle abwenden und gleichzeitig auf gemeinsame Werte pochen. Das ist eine gewaltige Herausforderung. Helfen könnte ein Einkauf bei Trumps Tochter.

Die Kanzlerin muss die Beziehung zu den USA retten. Reuters, Sascha Rheker

Merkel besucht Trump

Die Kanzlerin muss die Beziehung zu den USA retten.

BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel reist am Montag unter hohem Erwartungsdruck zu ihrem ersten Treffen mit US-Präsident Donald Trump nach Washington. SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann sagte der Deutschen Presse-Agentur in Berlin, der Besuch sei eine Gratwanderung. Merkel müsse einerseits auf die Fortsetzung einer werteorientierten Zusammenarbeit pochen und andererseits Deutschland und Europa gegen eine protektionistische Politik von Trump mit Zöllen und Handelsbeschränkungen abgrenzen. Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) forderte von den USA offene Märkte statt Abschottung.

Die Handelspolitik könnte der schwierigste Punkt der Reise werden, an der die Vorstandschefs von Siemens, BMW und Schaeffler teilnehmen. Deutschland exportiert weit mehr in die USA, als es dort einkauft. Washington hat den daraus entstehenden deutschen Handelsüberschuss zuletzt scharf kritisiert und mit Importzöllen gedroht.

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Der Koordinator der Bundesregierung für die transatlantische Zusammenarbeit, Jürgen Hardt, sieht als oberstes Ziel für das Treffen aber den Aufbau von Vertrauen. Am Wichtigsten sei es, Trump klarzumachen, „dass auf der Basis von Partnerschaft über Unstimmigkeiten geredet werden kann, aber nicht aus einer Konfrontation heraus“, sagte er der dpa. Merkel werde sich „alle Zeit“ nehmen, um zu Trump einen persönlichen Draht aufzubauen und den Boden für ein gutes Miteinander zu bereiten. Merkel kommt am Dienstag mit Trump, Vizepräsident Mike Pence und Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster zusammen.

Linke und Grüne verlangten von Merkel, den - von ihr 2014 selbst mitverfassten - Nato-Beschluss zur Erhöhung der Militärausgaben auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts bis 2024 abzulehnen. Linksfraktionschefin Sahra Wagenknecht sagte der dpa, die Nato sei auch deshalb ein Problem, weil sie US-dominiert und -geführt sei. Europäische Interessen spielten eine untergeordnete Rolle. Trump rüste atomar auf, niemand wisse, wo er hinwolle.

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