Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.07.2011

12:41 Uhr

Kanzlerkandidatur 2013

SPD sonnt sich im Steinbrück-Hoch

Beflügelt von guten Umfragewerten beschäftigt die SPD sich mit der Frage, wer 2013 Kanzlerin Merkel stürzen darf. Die CDU zeigt sich gelassen, doch Gabriel und Genossen blasen schon zum Großangriff auf das Kanzleramt.

Heilsbringer Steinbrück? Die SPD dementiert derzeit vehement, dass sich eine Kanzlerkandidatur für 2013 abzeichnet - den Hype genießt die Partei dennoch. Quelle: dapd

Heilsbringer Steinbrück? Die SPD dementiert derzeit vehement, dass sich eine Kanzlerkandidatur für 2013 abzeichnet - den Hype genießt die Partei dennoch.

BerlinDie SPD sieht sich wegen der Beliebtheit ihrer möglichen Kanzlerkandidaten im Aufwind, will sich aber bei der Bewerber-Kür nicht unter Druck setzen lassen. „Zwei Jahre nach der Bundestagswahl 2009 scheint für die Öffentlichkeit nichts interessanter als die Frage, welcher Sozialdemokrat Kanzler wird“ sagte Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier der „Frankfurter Rundschau“. Nach 20 Monaten Schwarz-Gelb gebe es bei den Wählern „eine große Sehnsucht, wieder mit Vernunft und Augenmaß regiert zu werden“. Die Entscheidung über die SPD-Kandidatur werde aber „frühestens Ende 2012“ fallen.

Der frühere Außenminister Steinmeier, der 2009 gegen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) klar unterlegen war, gilt wie Ex-Finanzminister Peer Steinbrück als Kandidat. Zuletzt war besonders Steinbrück angesichts sehr guter Umfragewerte in den Fokus gerückt. „Peer Steinbrück ist superpopulär gerade“, sagte Parteichef Gabriel in Berlin bei der Präsentation eines ARD-Films über die SPD nach ihrem Absturz bei der Bundestagswahl 2009.

Gabriel hat als Parteichef den Erstzugriff auf eine Kandidatur: Er kann sich bei Interesse selbst vorschlagen, hat aber schlechtere Umfragewerte als Steinbrück und Steinmeier. Dafür, dass der SPD vor nicht allzu langer Zeit das Kanzleramt gar nicht mehr zugetraut worden sei, könne er der Diskussion viel Positives abgewinnen, sagte Gabriel.

Ein „netter Hype“ allein nütze aber nichts. Entscheidend sei, dass ein Kanzlerkandidat die volle Unterstützung der Partei habe und dass Bewerber und Partei in die gleiche Richtung marschierten. Gerade Steinbrück als Verfechter der Hartz-Gesetze und der Reform- „Agenda 2010“ ist in der SPD besonders bei der Parteilinken nicht unumstritten.

Zugleich kritisierte Gabriel, dass es sich vor allem um eine Medien-Debatte handle. Dabei zog er einen bemerkenswerten Vergleich: Man suche scheinbar einen Ersatz für den über eine Plagiatsaffäre gestolperten Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). „Da muss jetzt jemand Neues her“, sagte Gabriel.

Kommentare (8)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Fortunatus

10.07.2011, 13:23 Uhr

Steinbrück endet genauso wie die abgebrochenen Brücken auf den Rückseiten der Euro-Scheine, nämlich in einem weißen Feld im Nichts und politischem Nirvana. Wer zu früh startet dem fehlt zum Endspurt die Puste. Da hilft auch sein Besuch beim "Club" im schönen St. Moritz nichts. Wie gesagt "Nirvana".

Nigromontan

10.07.2011, 15:00 Uhr

Nach buddhistischem Verständnis ist das Nirvana weder die völlige Aufgelöstheit des Seins in seine Nichtexistenz noch das Weiterexistieren von Seinsinhalten in einer neuen gelösten Form. Keines von beiden sondern beides gleichzeitig auf einer Zeitschiene, die sowohl das Sein als auch das Nichtsein beinhaltet.
Insofern kann Steinbrück durchaus Knanzlerkandidat der SPD werden

schorschi

10.07.2011, 15:17 Uhr

Die Brücken der Euro-Banknoten führen doch nicht ins "Nichts" ...
... sie führen raus auf den Atlantik - und weiter geht die Abbildung nicht - aber: was "dort drüben" dann kommt, ist doch bekannt.

Aber Parallelen Steinbrück <-> Euro sind natürlich offensichtlich:
beides wird künstlich durch die Medien gepuscht,
beides ist nicht zum Wohle des deutschen Volkes,
beides dient der selben Klientel.


... und in welches Licht "der Gute" am Ende dann gerückt wird,
das entscheidet doch nicht seine Kondition,
sondern: die Mainstream-Propaganda.

... demnach sonnt sich die SPD gerade ja im Steinbrück-Hoch.
Ich sehe den SPD <-> CDU/CSU Vergleich nun eher wie beim
EURO <-> USD: es gibt da keine "Hochs" - sondern nur einen höheren Standpunkt im Vergleich zum Tief des anderen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×