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29.10.2014

09:59 Uhr

Kapitalerträge

SPD kritisiert pauschale Abgeltungssteuer

Kapitalerträge werden momentan nicht individuell, sondern pauschal mit 25 Prozent Abgeltungssteuer belastet. So profitieren Steuerpflichtige mit höherem Einkommenssteuersatz – das soll sich nun ändern, fordert die SPD.

Mit dem automatischen Informationsaustausch in Steuersachen zwischen den Ländern sei die Abgeltungssteuer infrage zu stellen, so Carsten Schneider (SPD). dapd

Mit dem automatischen Informationsaustausch in Steuersachen zwischen den Ländern sei die Abgeltungssteuer infrage zu stellen, so Carsten Schneider (SPD).

BerlinSPD-Politiker stellen angesichts des bevorstehenden automatischen Informationsaustausches in Steuersachen zwischen vielen Ländern die Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge infrage.

Der Vizefraktionschef der Partei Carsten Schneider sagte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom Mittwoch, wenn künftig volle Klarheit über den Geldfluss von Bürgern und Unternehmen ins Ausland bestehe, sollten Vermögenserträge künftig wieder mit dem persönlichen Steuersatz besteuert werden.

Sein Parteifreund, der niedersächsische Finanzminister Peter-Jürgen Schneider, äußerte sich ähnlich. „Zinseinkünfte sind dann so wie andere nach dem individuellen Satz zu versteuern“, forderte er. Mit der Abgeltungssteuer werden in Deutschland seit 2009 Kapitalerträge, also etwa Zinsen und Dividenden, pauschal mit 25 Prozent belastet, die direkt an den Staat gehen.

Damit werden diese Erträge bei Steuerpflichtigen, die einen höheren persönlichen Einkommensteuersatz haben, bevorzugt behandelt. Das ist seit langem in der SPD unumstritten.

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„Wir haben die Abgeltungssteuer eingeführt, weil sich kaum kontrollieren ließ, wenn Unternehmen und Private Vermögen am Fiskus vorbei ins Ausland gebracht haben“, sagte nun Schneider. Mit dem Informationsaustausch falle dieses Argument weg.

Der Vize-Fraktionschef der Union, Ralph Brinkhaus, warnte dagegen vor voreiligem Handeln. Erst wenn der automatische Informationsaustausch überall gelte, könne man darüber reden, die Abgeltungsteuer zu ändern, sagte er. In Berlin wollen am Mittwoch Vertreter von rund 50 Ländern sich verpflichten, ab 2017 einen automatischen Steuer-Informationsaustausch untereinander aufzunehmen.

Von

rtr

Kommentare (6)

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Herr Pom Muc

29.10.2014, 10:33 Uhr

Also zurück zum Halbeinkünfteverfahren.

Herr Markus Gerle

29.10.2014, 11:43 Uhr

Hallo Herr Muc, wovon träumen Sie nachts? Selbstverständlich gibt es kein zurück zum Halbeinkünfteverfahren und zur Steuerfreiheit von Kursgewinnen nach einer Haltedauer von einem Jahr. Auch wird man wohl kaum den Steuerfreibetrag wieder auf damalige Höhen anheben. Unsere raffgierigen Politiker sehen die Chance, die Bürger noch mehr auszupressen, weil diese sich immer weniger wehren können. Nachdem diese Raffkes durch die fehlgeschlagene Euro-Politik schon jetzt die Altervorsorge von Millionen Bürgerinnen und Bürgern gefährden, kommt jetzt der nächste Hammer des Armutsrisikos Staat.
Es sollten endlich die Politiker- und Beamten-Pensionen ersatzlos gestrichen werden, damit diese raffgierige Kaste endlich lernt, selbst verantwortungsvoll vorzusorgen und mit Geld umzugehen, anstatt vom Geld der hart arbeitenden Bevölkerung zu leben.
Wer wählt eigentlich noch eine so dermaßen unsoziale Partei wie die SPD? Vermutlich wie bei den Grünen nur noch Staatsbedienstete.
Hah, ich freue mich schon auf die morgige Ankunft an meinem Heimatflughafen. Da setzen sie inzwischen bis zu 7 Raffkes ein, um die Passagiere einer kleinen Canadair-Maschine zu kontrollieren. Da werde ich sicher wieder angehalten und kann dann an einem der Raffkes meine Aggressionen ablassen. Inzwischen kann ich verstehen, dass die alle mit einer Knarre rum laufen.

Account gelöscht!

29.10.2014, 12:29 Uhr

Hier hat die SPD absolut Recht. Die Nutznießer der Abgeltungssteuer von 25 sind nur die Reichen. Bei einem zu versteuernden Einkommen von € 50.000,-- fallen bei der Splittingtabelle 16,096 % Steuern an. Demzufolge wird bei der Einkommensteuerveranlagung eine Erstattung auf die 25% einbehaltene Zinssteuer vorgenommen.
Wer mehr als € 100.000 nach der Splittingtabelle zu versteuern hat ist der Nutznießer dieser 25% Zinsabgeltungssteuer. Umso höher das zu versteuernde Einkommen ist, umso größer ist der Vorteil.
Wer zum Beispiel 1 Mio. Zinseinkünfte hat, müsste ohne Abgeltungssteuer € 475.000,-- Steuern zahlen. Mit der 25% Abgeltungssteuer nur 250.000,--. Ersparnis also 225.000,--.

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