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17.12.2012

09:19 Uhr

Karriere statt Kind

Frauen werden immer seltener Mutter

Nicht nur dass Beruf und Nachwuchs in Deutschland immer noch schwer vereinbar sind – berufstätigen Müttern fehlt auch oft die Anerkennung. Zwei Gründe warum das Kinderkriegen für deutsche Frauen immer unattraktiver wird.

Drei Mütter schieben ihre Babys im Kinderwagen. dpa

Drei Mütter schieben ihre Babys im Kinderwagen.

MünchenKinderkriegen wird in Deutschland nach einer neuen Studie immer unattraktiver. Als Gründe für die sinkende Geburtenrate nenne die Untersuchung des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung vor allem die schwierige Vereinbarkeit von Beruf und Elternschaft, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ (Montag).

Hinzu komme die fehlende gesellschaftliche Anerkennung für berufstätige Mütter hierzulande. Das kulturelle Leitbild von einer „guten Mutter“, die zu Hause bei den Kindern zu bleiben habe, sei vor allem in den alten Bundesländern noch so stark verbreitet, dass berufstätige Frauen sich im Zweifel eher gegen als für ein Kind entschieden.

Familienpolitische Leistungen und ihre Folgen

195 Milliarden pro Jahr

Die Förderung von Familie und Ehe lässt sich der Staat viel kosten. Die Förderung setzt sich aus 160 Einzelmaßnahmen zusammen und kostet nach den aktuellsten Zahlen 195 Milliarden Euro pro Jahr.

Kindergeld

Für das Kindergeld zahlt der Staat jährlich gut 33 Milliarden Euro aus - hinzu kommen weitere drei Milliarden Euro steuerliche Familienförderung.

Ehegattensplitting

Der Einnahmeverlust des Staates durch das Ehegattensplitting beläuft sich auf jährlich gut 20 Milliarden Euro. Vom Splitting profitieren sowohl Paare mit und ohne Kinder. Ökonomen kritisieren, das Ehegattensplitting biete Müttern einen Anreiz, eher weniger oder gar nicht zu arbeiten. Tatsächlich ist die Erwerbstätigenquote der Frauen in Deutschland relativ niedrig, und die durchschnittliche Teilzeit umfasst weit weniger Stunden als in den meisten anderen Industrieländern.
Unter den 34 OECD-Staaten ist Deutschland das Land, das am stärksten auf Steuervergünstigungen setzt: Hier entfällt rund ein Drittel aller Familienleistungen darauf - im OECD-Schnitt sind es nur zehn Prozent.

Monetäre Leistungen

Kindererziehungszeiten in der Rentenversicherung kosten den Staat 11,5 Milliarden, das Bafög für Studenten 1,6 Milliarden.

Krankenversicherung

Die beitragsfreie Mitversicherung von Kindern und Jugendlichen bis 20 Jahren in der gesetzlichen Krankenversicherung kostet jährlich rund 15 Milliarden Euro. Die Summe wurde bisher vom Bund erstattet, weil es sich um „versicherungsfremde Leistungen“ handelt.
Die beitragsfreie Mitversicherung nichterwerbstätiger Ehegatten kostet weitere elf Milliarden Euro.

Elterngeld

2011 gab der Staat dafür 4,7 Milliarden Euro aus.

Kitas

Die Kinder- und Jugendhilfe kostete Bund, Länder und Gemeinden zuletzt rund 29 Milliarden Euro, fast 18 Milliarden davon entfielen auf die Kindertagesbetreuung.

Erstmals hat das Institut, das dem Bundesinnenministerium unterstellt ist, demnach die Gefühlslage der Deutschen bei der Frage des dauerhaften Geburtenrückgangs berücksichtigt und dies mit bekannten Daten zur Familienforschung kombiniert. In Europa gebe es nur zehn Länder, in denen die Geburtenziffern niedriger seien als in Deutschland. Hier betrage die Zahl 1,39. Lettland liege mit einer Quote von 1,17 ganz hinten, Island führe mit 2,20 Kindern die Statistik an. Im weltweiten Vergleich habe Deutschland den höchsten Anteil dauerhaft kinderloser Frauen.

Von

dpa

Kommentare (10)

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Account gelöscht!

17.12.2012, 09:42 Uhr

Keine neue und keine ungewollte Entwicklung.

Dass die berufstätigen Frauen immer weniger Begeisterung für das Kinderbekommen zeigen, wird doch sehr gut aufgefangen von anderen Gruppen. Hier liegt unsere Zukunft, z.B. bei den Moslems, den Zintis und Roma ect. Sie werden später durch ihren Kinderreichtum unsere fehlenden Geburten wett machen, soweit mir bekannt ist, schon ab dem Jahr 2020, wenn mehr als die Hälfte aller beborenen Kinder moslemisch sind und den Staat in allen Bereich voran bringen.
Ich denke da an Gebiete wie Bildung, Forschung und Entwicklung, aber auch Innovation und Erfindergeist.

Es ist somit nicht zu verstehen, wieso wir ständig ein Problem hervorheben, das nicht abgestellt werden soll. Es ist doch alles in Ordnung.
Unsere Regierung weiß, was sie tut. Wir sehen es z.B. bei der Endlosrettung der aufgezwungenen Einheitswährung Euro. Ich habe auch weiterhin volles Vertrauen und gehe davon aus, dass alles alternativlos gerettet wird.

Account gelöscht!

17.12.2012, 09:58 Uhr

Wer hätte das gedacht! Man kann von seiner Arbeit gerade noch so am Armutsgrenze. Die Frauen kriegen für die gleiche Arbeit immer noch 20-25% weniger als Männer. Und jetzt kommt auch die CSU Herdprämie oben drauf. Frauen wollen natürlich wie jeder erfolgreich in ihrer Arbeit sein und genug verdienen um sich finanziell abzusichern. Sie werden Kinder kriegen, wenn sie dafür nicht 3-5 Jahre hinter ihren Kollegen fallen werden. D muss endlich aufwachen und die ideologischen Scheuklappen ablegen-wir brauchen ein kombiniertes System zwischen das DDR System und das was man in Frankreich macht. Paris ist hoffnungslos wenn es um die Wirtschaft geht, aber die Franzosen haben als einzige in Westeuropa Bevölkerungswachstum(ohne Immigartion). Aber wie immer, werden wir hochnäsig erklären-nein, brauchen wir nicht. Wir sind in D und wir nehmen von keinem Rat, denn wir können es angäblich am besten. Einfach nur lächerlich.

Steuerzahler

17.12.2012, 10:28 Uhr

Frauen werden immer seltener Mutter...
weil es sich für einen Mann überhaupt nicht mehr lohnt
eine Familie zu gründen. Das größte Armutsrisiko für einen Mann ist doch mittlerweile die Scheidung.
Es ist kein Wunder, dass wir in diesem Land aussterben, wenn wir als Männer nur noch politisch korrekt an den inneren Werten der Damen interessiert sein sollen...
Da geh ich doch lieber gleich in den Puff.

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